Buhre trifft beim Abschied dreimal

Baunataler Handballer liefern Favorit Rimpar Abwehrschlacht

Der pure Kampf: Baunatals Kreisläufer Marius Fuchs wird von Stefan Schmitt (links) und Julian Bötsch (rechts) von der DJK Rimpar hart in die Zange genommen. Foto:  Schachtschneider

baunatal. 3:12 Minuten vor dem Ende keimte noch Hoffnung: Andreas Bornemann hatte den Ball im Fallen und hart bedrängt zum 19:20 ins Tor der DJK Rimpar bugsiert.

Die Handballer der Baunataler Eintracht waren dran, wie schon in den 56 Minuten zuvor, und hatten die Löwen am Rande einer Niederlage.

Dann aber waren die Akkus endgültig leer und er kam doch noch, der K.o.-Schlag für den couragierten Aufsteiger: 2:56 Minuten vor Schluss erzielte Rechtsaußen Tobias Büttner das 21:19 für den Tabellendritten aus Mainfranken, und nun erst war diese aufregende, aufreibende Partie der zweiten Bundesliga entschieden. Mit 24:19 (10:8) schließlich ging das Überraschungsteam dieser Saison als Sieger vom Feld und ließ Großenritter zurück, die einmal mehr alles gegeben hatten, und dennoch leer ausgingen.

„Ich bin heilfroh, dass wir die Punkte geholt haben. Das war alles andere als leicht“, bilanzierte Gästetrainer Jens Bürkle am Ende einer wahren Abwehrschlacht. Aufopferungsvoll hatten beide Teams gerackert und verteidigt, am Ende eines strapaziösen Jahres weder die eigenen Körper noch die der Gegner geschont.

Selbst die kurzfristigen Ausfälle von Paul Gbur, der im Training umgeknickt war, und Hendrik Pollex, der am Vortag in Diensten des Bundesligisten Hannover-Burgdorf ein Knie verdreht hatte, kompensierten die Baunataler – bis zum bitteren Ende. Beherzt hatten sie die Löwen der DJK gestellt, mehrfach zwei, drei Treffer Rückstand wettgemacht. „Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass der Tabellenletzte gegen diese aktuelle Topmannschaft bis zum 19:20 voll im Spiel ist“, erklärte Trainer Ralf Horstmann. „Umso bitterer ist es für uns alle, dass am Ende wieder ein paar wenige Prozent fehlen und die Jungs nicht den Lohn dafür erhalten, dass sie alles geben, was sie haben.“

Zweimal nur hatten die Baunataler geführt (1:0/2., 3:2/10.), zweimal waren sie gleichauf (6:6/21., 11:11/36.). „Sonst aber sind wir hinterhergelaufen“, begründet Horstmann den Kräfteverschleiß. Der bedingungslose Abwehrkampf hinterließ auf beiden Seiten Spuren – im Angriff. Doch Rimpar hatte mehr personelle Alternativen, auch individuell die bessere Physis und war auf den Halbpositionen zielstrebiger. Und so quittierte die Eintracht schließlich zwei, drei entscheidende Fehler mehr als der Sieger, der im Angriff mit dem überragenden Sebastian Kraus – als Linksaußen zunächst, später in der Zentrale - ein kleines Quäntchen mehr Durchschlagskraft entwickelte.

Handball: Eintracht Baunatal gegen Rimpar

„Wir sind den Baunatalern um genau ein Jahr Zweitliga-Erfahrung voraus, das macht den Unterschied aus“, erläuterte Kraus, der die Hausherren in einige kleinere Scharmützel zwang. „Wir bleiben kühler, wenn’s hart auf hart geht, sind abgewichster.“

So waren Torwart Max Kroll, der dem famosen Max Brustmann in nichts nachstand, und der auch als Strafwurf-Schütze treffsichere Marvin Gabriel (6/3) die besten aller körperlich ans Limit gehenden Baunataler. Thorben Buhre, der „aus privaten und internen Gründen“ um Auflösung seines Vertrages gebeten hat, erzielte in seinem letzten Spiel drei Tore.

Von Gerald Schaumburg

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