2. Bundesliga: Kirchhof beim 23:24 auf Augenhöhe mit Bensheim – Mai wieder sicher

Abstieg trotz guter Leistung

An ihnen lag es nicht: Christin Kühlborn (am Ball) und Kim Mai (Nr. 96), hier zu sehen mit Martha Logdanidou (2. von links) sowie Alexandra Tinti von Bensheim Auerbach, sind nach der Niederlage im Hessenderby mit der SG 09 Kirchhof abgestiegen. Foto: Kasiewicz

Melsungen. Kim Mai und Christin Kühlborn verharrten minutenlang regungslos auf der Bank. Daneben stand Marieke Blase und vergoss ebenso ein paar Tränen wie Torfrau Paula Küllmer, die ihr Gesicht im Trikot vergrub. „Das müssen wir erstmal verdauen. Die Stimmung in der Kabine war sehr bedrückend“, sagte Eigengewächs Mai nach der 23:24 (11:11)-Niederlage der SG 09 Kirchhof gegen die HSG Bensheim Auerbach, durch die der Neuling sportlich als Absteiger aus der 2. Handball-Bundesliga feststeht.

Denn zuvor hatte Rivale DJK/MJC Trier mit 31:29 gegen den SV Union Halle-Neustadt gewonnen und liegt somit drei Spieltage vor Schluss uneinholbar mit sechs Punkten Vorsprung und der um 114 Treffer besseren Tordifferenz vor den Grün-Weißen. „Wenn wir schon absteigen, dann mit Würde“, erklärte Kreisläuferin Mai die Marschroute vor dem Hessenderby und mit Blick auf die Partien bei der FSG Mainz 05/Budenheim (Samstag), gegen SG H2Ku Herrenberg (7. Mai) und in Trier (14. Mai).

Auch wenn es gegen Bensheim Auerbach die dritte Heimniederlage in 2016 setzte, so meinte nicht nur Teammanager Berthold Denk: „Das war ein Super-Spiel. Mehr war nicht drin.“ Denn in der Abwehr um den Mittelblock mit Marieke Blase und Raphaela Priolli sowie phasenweise Kirsten Bänfer wusste Kirchhof über 60 Minuten zu überzeugen und zeigte nebenbei eine Reaktion auf eine in diesem Bereich schwache Vorstellung beim 32:40 bei Union Halle-Neustadt.

Gleichwohl: So sehr die Deckung funktionierte, so sehr hakte es diesmal im Angriff. 30 Fehlwürfe zählte Coach Denk, wenngleich sieben Mal Pfosten oder Latte dabei waren. 18 Mal hieß die Siegerin Pauline Radke im Tor der HSG, die häufig klug stehen blieb, die Winkel verkürzte und schlichtweg etliche Bälle magisch anzog. Ein weiteres Problem waren (zu) viele technische Fehler. Meist m Positionsangriff, wo Izabella Nagy (nur ein Tor) und Raphaela Priolli (0) enttäuschten.

Das kompensierte Kirchhof als Mannschaft und präsentierte sich über 0:2 (3.), 4:5 (14.), 10:8 (24.) zur Pause (11:11) auf Augenhöhe. Auch als die Südhessinnen auf 17:12 davonzogen (40.), war längst nichts entschieden, weil die Gastgeberinnen angetrieben von den nimmermüden Eigengewächsen Kim Mai und Christin Kühlborn (beide sieben Tore und emsig in der Abwehr) über 16:18 (43.) und 19:22 (52.) bis zum 23:23 durch einen verwandelten Strafwurf von Mai abermals ausgleichen konnten (59.).

Gefruchtet hatte dabei die Maßnahme mit einer offensiven 4:2-Deckung, in der Laura Nolte und Sharelle Maarse die Wege der überragenden Martha Logdanidou und Pia Hildebrand einengten. Solange allerdings nur, bis Maarse eine zweifelhafte Zeitstrafe kassierte. Das nutzt Hildebrand prompt aus und traf die SG 09 zum 24:23 ins Mark (60.). Der letzte Wurf auf der Gegenseite von Blase wurde zu hoch angesetzt. • SG 09: Morf (9 Paraden/19 Gegentore), Küllmer (2/5) - S. Kühlborn, Puskar, Priolli, Nagy 1, Nolte 2, Bänfer, C. Kühlborn 7, Wäscher, Maarse 1, Berz, Blase 5, Mai 7/3. HSG: Bohneberg (0/1), Radke (18/22) - Ehrnsberger 2, Mössinger 2, Logdanidou 3, Jespersen 2, Hoekstra 1, Friedberger 1, Barteseviciene 1, Tinti 2, Hildebrand 10/4, Moser. SR: Chung/Otto. Z: 250. Siebenmeter: 4/3:5/4. Zeitstrafen: 6:8 Minuten.

Von Sebastian Schmidt

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