2. Handball-Bundesliga: Erleichterung nach erstem Saisonsieg der SG 09 Kirchhof

Fußball war die Motivation

Daumen hoch: Christin Kühlborn und die SG 09 Kirchhof haben beim 26:25 gegen DJK/MJC Trier ihren ersten Saisonsieg gefeiert. Foto:  Kasiewicz

Kirchhof. „Balsam für die Seele“ war es aus Sicht von Kapitänin Christin Kühlborn. „Eine Riesenerleichterung“ für den neuen Trainer Christian Denk nach seinem perfekten Einstand. Klar, der 26:25-Sieg über den DJK/MJC Trier hat bei der SG 09 Kirchhof Kräfte freigesetzt für die Rückrunde in der 2. Handball-Bundesliga.

Denn es war ein Erfolg, auf den die Grün-Weißen lange haben warten müssen. Seit dem 31:17 bei Minden-Nord am 26. April 2015 (damals in der 3. Liga) hatten sie 14 Pflichtspiele in Serie nicht gewonnen, gar 21 Partien waren es saisonübergreifend in der 2. Bundesliga (8. März 2014, 30:24 gegen TV Nellingen).

Dennoch und weil die Begegnung am ungewohnten Sonntagabend stattfand und die Spielerinnen alle montags Verpflichtungen (Beruf, Studium, Schule) haben, fielen die Feierlichkeiten nicht übermäßig aus. „So schön der Sieg auch ist, wir wollen ihn nicht überbewerten“, sagte Kühlborn mit Blick auf die Tabelle, die Kirchhof noch auf dem letzten Rang ausweist.

Abwehr ist der Schlüssel

Der Weg, nach oben zu klettern, führt nun über Extra-Einheiten Abwehr. Denn das ist das Steckenpferd von Neu-Trainer Denk. Für die Partie gegen Trier ließ er fleißig eine offensive 6:0-Variante einstudieren mit Kühlborn (links) und Kim Mai als vorgezogene Zerstörerinnen. „Wir suchen jetzt die Zweikämpfe“, erklärt Kühlborn den Unterschied. Bereits unter Trainer Gernot Weiss wurde die SG 09 so für viele Gegner auf hohem Niveau denkbar unangenehm.

Da diese Deckung für Spielerinnen wie Raphaela Priolli, Marieke Blase und Izabella Nagy noch weitgehend Neuland ist, funktionierte trotz 12:0-Lauf und 20 Minuten ohne Gegentreffer längst nicht alles. „Wenn man etwas Neues probiert, kann das gar nicht sofort klappen“, sagte Denk, der seinem Team in der Halbzeit (12:18) den Druck nahm. „Er hat uns gesagt, dass die Ergebnis egal ist. Wir sollten einfach nur bis zum Ende kämpfen und unsere Taktik durchziehen“, erklärte Nagy.

„Das war unser erster Sieg, aber sicher nicht unser letzter.“

Izabella Nagy

Gesagt, getan! Nun muss Denk seinem Team eine neue Motivation präsentieren. Denn als erstes Etappenziel hatte er sich einen Sieg vorgenommen - und seiner Mannschaft als Belohnung eine Trainingseinheit Fußball versprochen. „Das können wir zwar nicht gut, macht aber immer Spaß, wenn wir mit Alt gegen Jung spielen“, sagt Kühlborn und ergänzt augenzwinkernd: „In unserem Fall wohl jung gegen jünger.“

Eine, die daran „Schuld“ hat, ist Izabella Nagy. Die Ungarin, die bei Fußballer Gergo Puskar (Beiseförth/Malsfeld) in festen Händen ist, war es, die mit ihrem Treffer Sekunden vor Schluss für die Krönung der Aufholjagd nach 13:21-Rückstand gesorgt hatte. „Das war unser erster Sieg, aber sicher nicht unser letzter. Mit viel Disziplin haben wir super zusammen gekämpft“, freute sich die 22-Jährige, die sich mit 71 Toren unter den besten 20 Schützinnen etabliert hat.

Von Sebastian Schmidt

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