DHB-Pokal: Kirchhof will ungleiches Duell mit Bietigheim „einfach nur genießen“

Boonkamp trifft ihr Idol

Wiedersehen mit dem alten Verein und der besten Freundin: Die Ex-Bietigheimerin Simone Larsen Poulsen, die bei der SG 09 Kirchhof Lösungen gegen die „blaue Wand“ finden muss. Foto: Kasiewicz

melsungen. Es gibt Versprechen, deren Einhaltung aufgrund der an sie geknüpften Bedingungen höchst unwahrscheinlich ist. Simone Larsen Poulsen etwa lehnt sich nicht unbedingt weit aus dem Fenster, wenn sie ihrer Mannschaft im Falle eines Sieges im Achtelfinale des DHB-Pokals eine zweiwöchige Reise nach Dubai spendieren will. Denn: Der heutige Gegner des heimischen Handball-Drittligisten ist kein Geringerer als die SG BBM Bietigheim (Mi. 19.30 Uhr Stadtsporthalle Melsungen), die „derzeit wohl beste Manschaft in Deutschland“ (Larsen Poulsen).

Gegen beste Freundin

Die dänische Spielmacherin muss es wissen, spielte sie doch in den letzten zwei Jahren bei der SG, bevor sie nach Kirchhof zurück kehrte. Und nun, sogar im direkten Duell, auf ihre „beste Freundin“ Mille Hundahl trifft, eine von zwei Klasse-Rechtsaußen der Gäste, die sie einst selbst nach Bietigheim gelotst hatte.

Mannschaftskameradin Danique Boonkamp feiert ein Wiedersehen mit ihrem Idol. Mit Maura Visser nämlich, eine von drei niederländischen Nationalspielerinnen im Team. Die letzte Begegnung fand 2010 statt. Da bejubelte die damals 13-Jährige die Spielmacherin während eines Länderspiels in Rotterdam und ergatterte danach sogar noch ein gemeinsames Foto mit der Weltklasse-Aufbauspielerin. „Es ist einfach Wahnsinn, dass wir uns jetzt auf diese Weise treffen“, freut sich die Junioren-Nationalspielerin.

Trotzdem. In Ehrfurcht versinken wollen sie und ihre Nebenleute nicht. „Ein gutes Spiel zeigen“, lautet ihr Ziel. Trainer Denk wird da noch konkreter. „Solange wie möglich gegenhalten“, hat er sich gegen den übermächtigen Gegner vorgenommen. Ohne Druck, „denn dieses Spiel ist eine tolle Zugabe, die wir einfach nur genießen wollen.“

Blaue Wand

Auch um mal zu testen, ob das gegen Altlandsberg so phänomenale Tempospiel gegen einen nationalen Hochkaräter ebenfalls anwendbar ist. Besser wäre es, denn gegen die „blaue Wand“ der Bietigheimer 6:0-Deckung - alle Spielerinnen mit Gardemaß - dürften eigene Torfolge im Positionsangriff sehr schwer fallen. Zumal dahinter mit Tess Wester eine der besten Torhüterinnen der Welt den Rest besorgt. „Da müssen wir sehr, sehr schlau spielen, uns aber auch trauen“, erklärt SG-Regisseurin Larsen Poulsen. Darauf zu spekulieren, vom EHF-Pokal-Teilnehmer, der gerade gegen das rumänische Spitzenteam Corona Brasov problemlos die Gruppenphase erreichte, unterschätzt zu werden, macht keinen Sinn. Zum einen ist der Kampf um Spielanteile im Bietigheimer Edelkader so groß wie noch nie, zum andern wird Trainer Albertsen seine Mannschaft „so intensiv wie auf jedes andere Pflichtspiel“ vorbereiten.

Also unter anderem auch per Video. Dessen Inhalt: Kirchhofs 38:26-Kantersieg im Spitzenspiel der 3. Liga gegen Altlandsberg. Der wird den Stars um die deutschen Nationalspielerinnen Nina und Susan Müller wohl keine Angst einflößen. Aber, so betont Martin Albertsen, gebührenden Respekt vor einem Gegner, der gar nichts zu verlieren hat. Zu gewinnen schon. Eine Reise nach Dubai beispielsweise. Foto: Kasi/nh

Von Ralf Ohm

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.