Teamvergleich: HNA-Experte sieht Fritzlar als Außenseiter, aber nicht chancenlos

Kirchhof im Derby Favorit

Hindernis für Kirchhofs Angriff: die starke Fritzlarer Torfrau Nilla Oross. Foto: Hahn

kirchhof/Fritzlar. Er muss es wissen. Schließlich hat Thomas Klatt mit seinem MTV Altlandsberg gegen beide Rivalen gespielt: bei der SG 09 Kirchhof klar verloren (26:38) und in Fritzlar deutlich gewonnen (28:17). Erfahrungen, die vor dem Derby (So. 17 Uhr Stadtsporthalle Melsungen) der 3. Handball-Liga Ost natürlich für die Gastgeberinnen sprechen, die aber durch den Teamvergleich des 48-jährigen Berliners relativiert werden:

Torfrau

Hier stehen sich zwei richtig gute Duos gegenüber, wobei Maier/Oross individuell etwas stärker einzuschätzen sind. Ein Vorteil, den Siggaard/Küllmer durch eine bessere Abstimmung mit den Vorderleuten wettmachen.

Tendenz: leichter Vorteil Fritzlar.

Abwehr

Kirchhofs Deckung funktioniert dank seiner Aggressivität und zunehmender Feinabstimmung immer besser. Zuordnungsprobleme, wenn sie zu offensiv agiert, werden durch körperliche Präsenz wettgemacht. Fritzlars Abwehrarbeit scheint in erster Linie Kopfsache zu sein, denn noch fehlt der Deckung die Galligkeit, die sie der letzten Saison ausgezeichnet hat.

Tendenz: Vorteil Kirchhof.

Rückraum

Beide Rückraumreihen müssen aus der Bewegung heraus zum Abschluss kommen und das macht Kirchhof derzeit besser. Fritzlar fehlt noch etwas die Variabilität und Dynamik, um ihre Spielerinnen zu holen bzw. in aussichtsreiche Wurfpositionen zu bringen. Den Nachteil der fehlenden Linkshänderin im rechten Rückraum macht bei der SG die wendige Diana Sabljak mit einem Wackler der Extraklasse zur Hand wett.

Tendenz: Vorteil Kirchhof.

Außen

Die Kirchhofer Außen leben mehr vom Umschaltspiel, während Fritzlar den taktischen Vorteil einer Linkshänderin auf Rechtsaußen hat. Und mit Bibiane Huck eine technisch versierte Spielerin, die diese Rolle hervorragend ausfüllt. Ähnlich wie auf der linken Seite SG-Kapitänin Christin Kühlborn.

Tendenz: ausgeglichen.

Kreis

Beide Teams verfügen über vier richtig gute Kreisläuferinnen, wobei die Kirchhoferin Dionne Visser dank ihrer extrem guten Technik und ihrer Durchschlagskraft auf engstem Raum wohl noch herausragt. Fritzlar könnte das dadurch ausgleichen, dass die Mannschaft die leichten Höhenvorteile von Johann Fischer und Hannah Puntschuh durch entsprechende Anspiele nutzt.

Tendenz: leichter Vorteil Kirchhof.

Fazit

Kirchhof ist sicherlich Favorit. Dafür spricht mehr noch als der Teamvergleich, dass diese junge Mannschaft sich von Spiel zu Spiel gesteigert hat und damit wohl noch besser wird. Trotzdem. An einem guten Tag kann Fritzlar dem Nachbarn durchaus gefährlich werden. Dann nämlich, wenn sich die Mannschaft auf ihre Tugenden in der Abwehr besinnt und im Angriff über 60 Minuten mit einem klaren Konzept agiert.

Von Ralf Ohm

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