3. Liga: Fritzlar geht gegen Altlandsberg mit 18:27 unter und büßt Heimnimbus ein

Fritzlar gegen Altlandsberg wurde eine Lehrstunde

Kaum ein Durchkommen: Hier hindert Mandy Gramattke (MTV) die Fritzlarerin Johanna Fischer (l.) am Torwurf. Im Hintergrund beobachten Janina Dreyer und Lena Dietrich (r.) die Szene. Foto: Hahn

fritzlar. Aus dem vermeintlichen Spitzenspiel der 3. Handball-Liga Ost wurde eine Lehrstunde. Für den SV Germania Fritzlar, der vom Aufstiegsfavoriten MTV Altlandsberg mit 18:27 (7:16) demontiert wurde. „Wir haben alles vermissen lassen, was uns sonst auszeichnet“, gestand eine zutiefst frustrierte SVG-Trainerin Viktoria Marquardt. Die sogar mit dem Ergebnis noch gut leben konnte, denn beim 9:23 nach 44 Minuten bahnte sich gar ein Debakel für den amtierenden Meister an, ehe ihr Kollege Thomas Klatt seine zweite Garde ran ließ, mit der es die Gastgeberinnen halbwegs aufnehmen konnten.

Zuvor war‘s ein „Klassenunterschied“ (Marquardt). Denn: „Wir waren überhaupt nicht präsent.“ Weder im Angriff, der mit der gegnerischen 3:2:1-Deckung nie zurecht kam. „Wir haben uns viel zu wenig bewegt. Außerdem fehlte uns der Mut, mal in die Tiefe zu gehen, um die sich bietenden Räume zu nutzen“, erklärte Kreisläuferin Johanna Fischer das fruchtlose Anrennen ihrer Mannschaft, der in der ersten Hälfte nur vier Feldtore gelangen.

Noch in der Abwehr, die den bärenstarken Altlandsberger Rückraum gewähren ließ. Erst bedankte sich Bianca Trumpf, dann Martyna Rupp für die gewährten Freiheiten. Trotzdem befand MTV-Coach Thomas Klatt, „dass unserem Angriff noch das Tempo und die nötige Tiefe fehlte.“

Es ging auch so. Und zwar ziemlich gut. Selbst ohne die langjährige Bundesliga-Spielerin Dagmara Stuparicova, die erst nach 20 Minuten eingewechselt wurde, als die Gäste schon auf 13:4 davon gezogen waren. Und an ihrer zweiten Welle feilen konnten, weil die Germania auch mit der nach der Pause eingewechselten Laura Denecke kein Mittel gegen die offensive Abwehr des letztjährigen Tabellendritten fanden.

Immerhin: Die letzte Viertelstunde (8:4) ging an die Domstädterinnen. Da verspielte Altlandsberg den von ihrem Coach angepeilten Sieg mit zehn Toren Differenz („Wir wussten um die Fritzlarer Probleme und dass wir schon weiter sind“), da kam der Fritzlarer Tempogegenstoßexpress ein bisschen auf Touren, da zeigte sich, dass der zweite MTV-Anzug mit dem ersten nicht ganz mithalten kann.

Das schmälerte die Freude der Gäste über den klaren Auswärtssieg nicht und war auch kein Trostpflaster für die Heimmannschaft, die mit Pauken und Trompeten ihren Heimnimbus eingebüßt hatte. Die letzte Niederlage vor eigenem Publikum datierte vom 16. März 2014 (27:28 gegen SG Mainz-Bretzenheim).

Für die Geschlagenen noch der geringste Verlust. Vielmehr bewegte Johanna Fischer und ihre Mannschaftskameradinnen die Frage, „warum derzeit bei uns der Wurm drin ist.“ Der Antwort will ihre Trainerin mit verschärftem Training in den nächsten zwei spielfreien Wochen nahe kommen. •Fritzlar: Maier (14.-41., 12 Gegentore/6 Paraden), Oross (15/5); Dietrich 1, Holeczy, Huck 5/5, Fischer 2, Ahrend, Puntschuh 1, Denecke, Horn 1, Kerwin 3, Meyfarth 2, Dreyer 3, Gürbig. Altlandsberg: Höft (9/8), Hass (ab 44., 9/3); Fleck 1, Gramattke 2, Wüstner 1, Günther 1, Lütke 2, Stuparicova 1, Trumpf 6/1, Miniers 1, Rupp 7, Domann, Varkonyi 4, Trzczak 1. SR: Ahmad/Ulbricht.. Z.: 250. Zeitstrafen: 4:6-Minuten. Siebenmeter: 5/5:2/1.

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