Drittliga-Derby: Priolli hält Ball und Sieg fest

Kirchhof verteidigt mit 24:20 gegen Fritzlar die Tabellenführung

+
Freude pur im Kirchhofer Lager nach dem schwer erkämpften Derbysieg: (v.l.) Rafhaela Priolli, Kim Mai, Sharelle Maarse, Christin Kühlborn und Laura Nolte.

Melsungen. Wenn eine erfolgreiche Abwehraktion drei Minuten vor Schluss wie ein Tor gefeiert wird, muss es wohl eine ganz besondere gewesen sein. Wie die von Rafhaela Priolli. Als die Brasilianerin in Diensten der SG 09 Kirchhof entschlossen einen Tempogegenstoß über Bibiana Huck unterband, brandete frenetischer Beifall auf.

Der Grund: Damit war der letzte Widerstand der SV Germania Fritzlar gebrochen, die sich andeutende Aufholjagd erstickt, der Sieg des Tabellenführers im mitreißenden Derby der 3. Handball-liga Ost unter Dach und Fach. Dem setzte Julia Diehl mit ihrem Treffer mit der Schluss-Sirene zum 24:20 noch die Krone auf.

„Das war das erwartet schwere Spiel“, gestand ein „einfach nur glücklicher“ SG-Trainer Berchten. Obwohl seine Mannschaft nach 50 Minuten mit einem 20:15-Vorsprung im Rücken schon auf der Siegerstraße schien. Doch der Gast ließ sich nicht abschütteln, wehrte sich, rackerte und kam nochmal zurück. Jessica Kleinmann warf den Tempogegenstoßexpress an und am Kreis wurde endlich Sabine Kirmse entdeckt.

Mihai und Blase überragen

Die Folge: Nach Hucks Treffer zum 21:20 waren die Domstädterinnen wieder dran, ehe sie durch Deneckes Zeitstrafe erneut zurück geworfen wurden. Und die überragende Cristina Mihai die letzten Kräfte mobilisierte, zum 22:20 und zum 23:20 traf. „Da fehlte uns einfach die Abgezocktheit“, erklärte SVG-Trainerin Marquardt, wusste aber auch, „dass wir das Spiel wohl in der ersten Hälfte verloren haben.“

Denn die dominierte, gestützt auf eine bärenstarke 6:0-Deckung, ganz klar Kirchhof. Der Fritzlarer Rückraum war zu diesem Zeitpunkt genauso abgemeldet wie Kreisläuferin Kirmse. Was der Germania blieb, waren Treffer aus der zweiten Welle oder über außen (Kleinmann).

Da hatte die SG im Angriff mit Marieke Blase und Cristina Mihai einfach die stärkeren Individualisten zu bieten. Die indes einige Male an der reaktionsschnellen Torfrau Vanessa Meier scheiterten, die ihre Mannschaft so halbwegs im Spiel hielt.

Nach dem Wechsel taute Melina Horn auf. Außerdem ließ Viktoria Marquardt Linkshänderin Mihai per kurzer Deckung rausnehmen, was den Favoriten aber auch nicht aus der Bahn warf. Der operierte in der Folge mit vier Rückraumspielerinnen, wovon Torjägerin Blase Mihais Part als Vollstreckerin übernahm. „Gegen sie fehlte uns in der Defensive immer ein Schritt, so dass sie viel zu oft durchziehen konnte“, ärgerte sich Linkshänderin Horn. Oder aber Laura Nolte nutzte den sich bietenden Raum und lief zweimal erfolgreich ein.

SG verpasst Vorentscheidung

„Da hätten wir das Spiel, das wir 45 Minuten bestimmt haben, eigentlich entscheiden müssen“, meinte Markus Berchten. Tat seine Mannschaft aber (noch) nicht, was sicherlich auch dem unbändigen Kampfgeist des Lokalrivalen geschuldet war. Und was Priollis Geistesgegenwart in der Schlussphase um so wertvoller machte.

Von Ralf Ohm

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren: Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.