Spitzenspiel: Kirchhof fegt hochgehandelten MTV Altlandsberg mit 38:26 aus der Halle

Vom Rausch berauscht

Mal wieder erfolgreich durchgebrochen: Kirchhofs Linksaußen Christin Kühlborn (l.), die hier auch MTV-Torhüterin Jenny Hass keine Chance lässt. Foto: Kasiewicz

melsungen. Selbst der sonst so besonnene (und kritische) Kirchhofer Trainer war richtig aus dem Häuschen. „Wir haben wie im Rausch gespielt“, lobte Christian Denk seine Schützlinge beinahe überschwenglich. Die hatten nämlich gerade im Spitzenspiel der 3. Handball-Liga Ost den hochgehandelten MTV Altlandsberg mit 38:26 (15:12) entzaubert. Aus dem allseits erwarteten Hit auf Augenhöhe war spätestens nach der Pause eine Demonstration der Stärke der Gastgeberinnen geworden.

Die kauften den Brandenburgerinnen frühzeitig mit ihrer kompakten 6:0-Deckung den Schneid ab. Besonders MTV-Top-Torschützin Bianca Trumpf sah gegen Christin Kühlborn kein Land und wurde gar nach einer Viertelstunde von Thomas Klatt ausgewechselt. „Sie kam nicht ins Spiel rein und nach ihrer Pause auch nicht wieder zurück“, beschrieb der Brandenburger Coach die ungewöhnliche Torflaute seiner Bundesliga erfahrenen Rückraumspielerin.

Allerdings: Bis zum 13:8 (24.) wussten auch ihre Nebenspielerinnen nicht, wie ihnen geschah. Unaufhaltsam hatte der Kirchhofer Tempogegenstoßexpress Fahrt aufgenommen, hatte Simone Larsen Poulsen das Spiel ihrer Mannschaft fest in der Hand und setzte die überragenden Danique Boonkamp sowie Diana Sabljak vorzüglich in Szene. Torfrau Jennifer Höft hatte mit ihren Paraden bis dahin sogar noch Schlimmeres verhindert.

Es lief laut Christian Denk „so sensationell gut, dass wir auf einmal zuviel wollten“. Und gegen die vorgezogene Lucyna Trczak nicht mehr konsequent genug in die Tiefe spielten. Darauf hatte Matyna Rupp offensichtlich nur gewartet, sprang für ihre indisponierte Rückraumkollegin in die Bresche und brachte ihre Mannschaft mit drei Toren bis zur Pause zurück ins Spiel.

Ein kurzes und letztlich das einzige bzw. letzte Aufbäumen. Denn: Die SG besann sich wieder ihrer Stärken, rührte erneut in der Deckung vor einer starken Frederrikke Siggard Beton an - und machte vorne kurzen Prozess. Boomkamp, Nolte und Poulsen erhöhten innerhalb von drei Minuten auf 18:12. Und ein 5:0-Lauf zum 25:16 (43.) sorgte für eine frühzeitige, von den 500 Fans bejubelte Entscheidung.

Doch Kirchhof ließ nicht locker, hielt das Tempo bis zum Schlusspfiff hoch, spielte den Aufstiegsmitfavoriten glatt an die Wand. Und brachte so ihren entzückten Coach ins Schwärmen. • Kirchhof: Siggard 17 Gegentore/14 Paraden), Küllmer (ab 46. 9/5); Grothnes, Lucas, Boonkamp 7, Nolte 4, Kühlborn 7, Sabljak 8/2, Poulsen 5, Wäscher, Maarse, Berz 2, Visser 4/1, Mai. Altlandsberg: Höft (26/11), Hass (ab 44., 12/2); Fleck, gramatke 1, Wüstner, Günther 2, Lützke 9, Stuparicova 1, Trumpf 3, Miniers, Rupp 6, Domann 3/1, Trczak. SR: Sophia Renz/Rosana Sug. Zeitstrafen: 8:6-Minuten. Siebenmeter: 4/3:2/2.

Von Ralf Ohm

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