Drittliga-Derby: Bisherige Bilanz spricht für Gastgeber - SVG mit Laura Denecke

Streut Germania Sand ins SG-Getriebe?

Melsungen/Fritzlar. Das Derby der 3. Handball-Liga Ost lockt. Und wie! Wegen der gewachsenen Rivalität zwischen der SG 09 Kirchhof und dem SV Germania Fritzlar. Wegen reichlich personeller Querverbindungen. Wegen der Tabellensituation, die zu der spannenden Frage verleitet, ob die Domstädterinnen dem Nachbarn am Sonntag (17 Uhr Stadtsporthalle Melsungen) ausgerechnet in der Höhle des Löwen die erste Saisonniederlage beibringen können oder ob der Zweitliga-Absteiger seine weiße Weste verteidigt. Die Voraussetzungen für das eine wie für das andere:

1. Bilanz: Sie spricht, gemessen an den sechs letzten Drittliga-Duellen, für Kirchhof. Denn: Die SG gewann drei davon und Fritzlar eins (in der Saison 2010/2011). Die letzte Partie am 12. April 2015 endete 24:24 in Fritzlar - für den Rivalen am drittletzten Spieltag ein schwer erkämpftes und eminent wichtiges Remis, denn damit machte der den Aufstieg so gut wie perfekt.

2.Die Form: Einerseits bestechend, andererseits leicht aufsteigend. Kirchhof hat in den letzten Spielen alle Gegner (inklusive Aufstiegsaspirant Altlandsberg) mit ihrem Tempohandball überrollt, wobei die neuformierte Mannschaft immer besser harmonierte. Fritzlar musste bereits zwei bittere Pillen schlucken, hat sich aber von der 18:27-Heimschlappe gegen Altlandsberg ganz gut erholt.

3.Das Personal: Kirchhof kann in Bestbesetzung antreten, Fritzlar muss weiter auf Anna Holeczy und Lorena Lorena Lorenz verzichten. Mit dabei Laura Denecke, die aus Hildesheim „eingeflogen“ wird. Interessant: Auf Fritzlarer Seite haben mit Nilla Oross, Lena Dietrich und Melina Horn neben Trainerin Viktoria Marquardt drei Spielerinnen eine SG-Vergangenheit, im Kirchhofer Team spielte nur Lisa-Marie Berz zuvor im SVG-Trikot. Allesamt dürften gegen ihren alten Verein besonders motiviert sein.

4.Die Taktik: Von der Grundstruktur her gleichen sich die Rivalen: Beide bevorzugen als Basisdeckung eine 6:0-Formation, beide haben einen pfeilschnellen Tempogegenstoß. Wobei das Kirchhofer Umschaltspiel derzeit aufgrund eines konstant hoch gehaltenen Tempos und einer druckvollen zweiten und dritten Welle noch durchschlagskräftiger daher kommt. Genau darauf werden die Gastgeber setzen. Also dürfte für Fritzlar der Schlüssel zum Erfolg darin liegen, Sand ins SG-Getriebe zu streuen. Es wird darauf ankommen, die eigenen Angriff möglichst sicher abzuschließen und bei der Rückwärtsbewegung Sicherungen einzubauen, um die Konter einzufangen.

5.Die Perspektive: Gewinnt Kirchhof, bleibt das Team ganz aussichtsreich im Aufstiegsrennen und kann schon mal den Fokus auf das Spitzenspiel in Berlin (am 10. Dezember) lenken. Fritzlar wäre dagegen aus dem Titelgeschäft - und könnte sich andererseits mit einem Sieg effektvoll zurück melden. Aufgrund der brillanten letzten Auftritte ist Kirchhof Favorit. Aber, auch wenn‘s abgedroschen klingt, Derbys haben durchaus ihre eigenen Gesetze. Und bringen bisweilen spielentscheidende Persönlichkeiten hervor, mit denen vorher keiner gerechnet hat. Diesmal auch?

Von Ralf Ohm

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