SG-Gegner phasenweise überrannt - 15 Gegenstoßtore für die Gastgeberinnen

Tempohandball vom Feinsten

Nicht zu halten: Kirchhofs Rückraumspielerin Danique Boonkamp (r.), die in dieser Szene Mandy Gramatttke (Altlandsberg) stehen lässt. Foto: Kasiewicz

melsungen. Tempohandball haben sich einige Mannschaften auf die Fahnen geschrieben. Was das genau ist, bleibt trotzdem häufig im Dunkeln. Es sei denn, es wird so eindrucksvoll demonstriert wie von der SG 09 Kirchhof im Spitzenspiel der 3. Handball-Liga Ost.

„Unser entscheidender Trumpf war unser Tempospiel“, erklärte SG-Trainer Christian Denk den überraschend klaren 38:26-Erfolg gegen den MTV Altlandsberg. Gemeint war beispielsweise das blitzschnelle Umschalten nach Ballgewinn, woraus eine unwiderstehliche erste und zweite Welle entsprang, die den Gast phasenweise überrollte. Selbst ein Einwurf in der eigenen Hälfte wurde da zum überfallartigen Angriff genutzt. Die Ausbeute: 15 Treffer per Tempogegenstoß bei fünf Versuchen, die Torfrau Jennifer Höft zunichte machte. „Wir haben 60 Minuten Vollgas gegeben“, konnte die überragende Rückraumspielerin Danique Boonkamp mit Fug und Recht behaupten.

Dazu gehörte auch ein ständiges Agieren in der Abwehr, dem die bis dahin treffsicherste Offensive der Liga nicht gewachsen war. Und ein bisweilen explosionsartiges Rochieren im eigenen Positionsangriff, so dass der „von allen Positionen Gefahr ausstrahlte“ (Denk). Sehr zur Freude von Spielmacherin Larsen Poulsen, die zwar selber fünf Mal kunstvoll einlochte, sich aber ansonsten auf ihre Rolle als Strategin konzentrieren konnte. Denn: „Bei uns ist jeder in Bewegung und jede Spielerin kann ein Tor machen.“

Die Kunst des Tempohandballs liegt aber auch darin, in bestimmten Situationen, wenn nötig, das Tempo heraus zu nehmen, das eigene Spiel zu beruhigen, um es so zu konsolidieren. Das schafften die Gastgeberinnen nicht, ergötzten sich vielmehr zum Ende der ersten Halbzeit an ihrer sprühenden Dynamik, machten im Überschwang der Gefühle laut Christian Denk kurzzeitig Dinge, „die wir nicht abgemacht hatten.“ Für Simone Larsen Poulsen ein Grund zur Selbstkritik: „Da muss ich die Mannschaft noch schlauer führen.“ Um sie letztlich noch besser zu machen.

Für die Aufstiegskonkurrenz - neben Altlandsberg wohl derzeit noch die Füchse Berlin - muss das wie eine Drohung klingen. MTV-Trainer Thomas Klatt jedenfalls sieht sich in seiner Aufstiegsprognose bestätigt: „Die Mannschaft ist schon weiter als wir.“ Besonders darin, den vielbeschworenen Tempohandball mit Leben zu füllen.(ohm)

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