Doppel-Interview mit den Kothe-Brüdern über das Derby, eine Wette und einen Traum

„Omas sind für Wollrode“

Diesmal Gegner: Wollrodes Sören Kothe (links) spielt am Samstag zum ersten Mal in seinem Leben gegen seinen jüngeren Bruder Jannis Kothe von der MSG Körle/Guxhagen. Foto: Schneider

Guxhagen. Beide Handballteams teilten sich die Halle und beide treffen heute (19 Uhr) genau in dieser Halle, der Kreissporthalle Guxhagen, aufeinander: Bezirksoberligist MSG Körle/Guxhagen hat den TSV Wollrode „zu Gast“. Wir sprachen vor dem Derby mit den beiden Brüdern Jannis (MSG) und Sören Kothe (TSV).

Sören und Jannis Kothe, heute treffen Sie zum ersten Mal auf dem Handballfeld als direkte Gegenspieler aufeinander. Ein komisches Gefühl?

Jannis Kothe: Es geht. Beim Spiel blende ich das aus.

Sören Kothe: Seitdem klar war, dass Jannis nach Körle geht, stand das Derby immer im Raum. Es gab seit dem Sommer auch immer wieder Sticheleien, gerade auch innerhalb der Familie.

Und wem drückt die Oma die Daumen?

Sören Kothe: Die sind beide für Wollrode.

Jannis Kothe: Ja, die sagen, wir sollen die Wollroder verschonen. (lacht)

Jannis spielt auf Halbrechts, Sören deckt auf Halblinks - und umgekehrt. Würden Sie Ihren Bruder auch foulen?

Sören Kothe: Die Möglichkeit habe ich eher nicht, da ich kaum in der Abwehr spielen.

Jannis Kothe: Foulen gehört dazu, aber nicht, um irgendetwas zu beweisen.

Haben Sie eine Wette ausgehandelt?

Jannis Kothe: Bislang noch nicht.

Jetzt wäre der passende Zeitpunkt.

Sören Kothe: Jannis, wie wäre es damit: der Verlierer bringt dem Gewinner eine Kiste Bier ins Training?

Jannis Kothe: Oder wir machen was privates.

Sören Kothe: Okay. Der Verlierer nimmt das Trikot vom Sieger mit und wäscht es.

Jannis Kothe: Steht.

Woran merkt man, dass Sie Brüder sind?

Sören Kothe: Wir wissen schon gut, was bei dem anderen im Kopf vorgeht.

Jannis Kothe: Dazu kommt, dass wir einen ähnlichen Freundeskreis haben. Einmal die Woche treffen wir uns, um unsere Playstation-Duelle auszutragen.

Wer ist da besser?

Jannis Kothe: Das ist ausgeglichen. Ein ewiger Wettstreit.

Sören Kothe: Wir können unheimlich schlecht gegeneinander verlieren. Seit wir klein sind, haben wir aus allem einen Wettstreit gemacht. Selbst als es früher ums Tischdecken ging, wurde das per Stein-Schere-Papier geregelt.

Was kann Ihr Bruder besser als Sie - auf und neben dem Feld?

Sören Kothe: Er ist der bessere Abwehrspieler und der Mann fürs Grobe. Zudem zeichnet ihn seine Ruhe aus.

Jannis Kothe: Sören ist ein intelligenterer Spieler und im Eins-gegen-Eins schneller, dazu kann er mit links und rechts werfen. Das sieht gut aus.

Sören Kothe: Jannis ist ein sehr strukturierter Typ. Der nimmt sich was vor und setzt es dann einfach um. Da bin ich schon etwas neidisch.

Jannis Kothe: Mir gefällt die Unstrukturiertheit von meinem Bruder eigentlich besser. Er ist auch flexibler, für ihn ist es nicht schlimm, wenn mal etwas nicht klappt.

Warum ist es gut, einen Bruder zu haben?

Jannis Kothe: Ist doch cool, dass man jemanden hat, mit dem man seit Kindesbeinen abhängen kann und jederzeit um Rat fragen kann. Einen Bruder zu haben ist total wertvoll.

Sören Kothe: Du lernst früh, dass du teilen musst. Das bringt dir im späteren Leben echt viel.

Im Derby gibt es keinen Heimvorteil, beide Vereine teilen sich die Halle. Wird es da den ersten Kabinenstreit geben?

Jannis Kothe: Wir haben ja Heimrecht, von daher muss Wollrode in die Auswärtskabine.

Sören Kothe: Ich war da noch nie drin. Das wird ungewohnt.

Wollen Sie beide auch mal gemeinsam in einer Mannschaft spielen?

Jannis Kothe: Auf jeden Fall.

Sören Kothe: Entweder erfolgreich bei einem Verein oder später in einer zweiten oder dritten Mannschaft.

Jannis Kothe: Erfolgsorientierter wäre natürlich doppelt spannend.

Sören Kothe: Dann komm nach Wollrode. (lacht)

Jannis Kothe: Ich meinte erfolgsorientiert.

Wie sieht der ideale Spielverlauf für Sie aus?

Sören Kothe: Wir wollen so lange wie möglich mithalten. Hauptsache es kommen viele Zuschauer. 500 wären genial.

Jannis Kothe: Idealerweise wird es ein kampfbetontes und spannendes Spiel, das wir gewinnen.

Von Daniel Schneider

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