Motivierter Aufstiegsaspiranten

Celle keine leichte Beute für Kirchhof

Schmerzlich vermisst und bei der SG 09 Kirchhof wieder dabei: die Celler Torjägerin Renee Verschuren (links). Foto: nh
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Schmerzlich vermisst und bei der SG 09 Kirchhof wieder dabei: die Celler Torjägerin Renee Verschuren (links).

Kirchhof/Celle. Trainerwechsel bahnen sich gemeinhin bei Erfolglosigkeit an. Umso überraschender, als Martin Kahle als Coach der SVG Celle zurücktrat, nachdem sein Team von Sieg zu Sieg geeilt war und nach der Hinrunde die Tabelle der 2. Handball-Bundesliga angeführt hatte.

Eine Art „Institution“ der Garßener, hatte der 41-jährige B-Lizenz-Inhaber die Geschicke der Mannschaft doch seit 1989 fast ununterbrochen geleitet.

Seine Motive für diesen Schritt blieben im Dunkeln, die Folgen nicht. Seitdem haben die SVG-Damen zu Hause nicht mehr gewonnen und sind auf den dritten Platz zurückgefallen. Eine leichte Beute also für die SG 09 Kirchhof, die die Cellerinnen am Samstag (Anwurf 18 Uhr) in der Melsunger Stadtsporthalle zu Gast hat?

„Auf keinem Fall“, winkt Trainer Gernot Weiss ab, weiß er doch um die enormen Stärken des Bundesliga-Absteigers. Eine Flügelzange der Extraklasse (Bogna Dybul und Susanne Büttner), stark im eins gegen eins genauso wie im Gegenstoß, die der SG bei der 21:33-Niederlage allein 18 Treffer einschenkte. Ein Rückraum, der von allen Positionen enormen Druck und Torgefahr ausstrahlt: Waleria Galouza lenkt und trifft, Linkshänderin Anna-Katharina Loest hat einen „überragenden Wurf aus der zweiten Reihe“ (Weiss) und Renee Verschuren, ihr Pendant auf der linken Seite, ist mit 129 Treffern derzeit Celles erfolgreichste Torschützin. Kein Wunder daher, dass in den letzten Partien das Angriffsspiel etwas lahmte, als die eine (Loest) angeschlagen war und die andere (Verschuren) sogar verletzungsbedingt passen musste.

Beim Aufsteiger sind beide wieder dabei. Und auch Torfrau Mami Tanaka, die nach dem Trainerwechsel ebenfalls einige Spiele aussetzen musste. Somit relativieren sich für Nachfolger Thomas Kahle (der Onkel von Martin Kahle) die mageren 6:10-Punkte aus den letzten acht Spielen: „Natürlich hat der überraschende Rücktritt für Unruhe in Mannschaft und Umfeld gesorgt, doch entscheidender haben uns die Ausfälle zurückgeworfen.“

Nun will der 59-Jährige so schnell wie möglich „zurück in die Erfolgsspur“. Um dann mit seiner Mannschaft nochmal anzugreifen. „Unser Ziel ist es, die letzten sechs Spiele zu gewinnen“, gibt der SVG-Coach die Marschroute vor. Durchaus mit Blick auf den zweiten Platz, der keineswegs außer Reichweite ist und ebenfalls zu Aufstieg berechtigt. Klare Indizien dafür, dass Kirchhof allen Celler Turbulenzen zum Trotz keineswegs mit einem angeschlagenen Gegner rechnen kann.

Von Ralf Ohm