TV Hersfelds Torhüter Kai Hüter sieht TG Rotenburg in Gefahr

Niedergeschlagen: TG Rotenburgs Torwart Tomas Pankiewicz liefert in dieser Saison eine Klasseleistung nach der anderen ab. Die Talfahrt seines Teams konnte er aber auch im Derby gegen den TV Hersfeld nicht stoppen. Foto: Eyert

Rotenburg. Die Landesliga-Handballer der TGR belegen auch nach dem Kreisderby gegen den TVH einen Abstiegsplatz. Denn wie so oft zuvor haben sie auch das in der Schlussphase verloren.

Als das Derby der Handball-Landesliga vorbei und der 29:24 (11:13)-Erfolg des Rivalen TV Hersfeld perfekt war, ließ sich TG Rotenburgs Rechtsaußen Marcus Einhorn enttäuscht auf den Boden plumpsen, den Blick ins Nirgendwo gerichtet. Dass direkt vor ihm die Gegner ausgelassen im Kreis herumhüpften, wollte er gar nicht sehen. „Auswärtssieg, Auswärtsieg“, skandierten die Hersfelder, gefolgt von „Derbysieger, Derbysieger“. Und um die Demütigung perfekt zu machen, riefen sie auch noch „Hier regiert der TVH.“

Dass der TV Hersfeld sich als Regent aus der Rotenburger Großsporthalle verabschiedete, hatte er nicht zuletzt seinem Torhüter Kai Hüter zu verdanken. Am Anfang war es schlecht für den Keeper gelaufen. „An ein paar Bällen war ich dran. Aber dann bin ich auf die Bank gegangen, um Luft zu holen.“ Derweil wurde er von Stefan Fohr zuverlässig vertreten. Und als er diesen wieder ablöste, war Kai Hüter plötzlich voll da.

Seine Paraden nutzte der TVH in der Schlussphase, um die augenfälligen Vorteile in einen entscheidenden Vorsprung umzumünzen. „Das war heute das erste Spiel seit der Vorbereitung, in dem wir komplett angetreten sind“, sagte Hüter, „deshalb harmonieren wir auch noch nicht.“ Dass es trotzdem zum Sieg reichen würde, davon war er überzeugt. Schließlich würde den Rotenburgern in dieser Saison immer am Ende die Luft ausgehen.

„Eigentlich gehören sie nicht da unten rein. Aber sie müssen jetzt aufpassen. Wir brauchen sie in der Liga“, sagte er mit Blick auf den Reiz des Derbys. Dem auch er sich nicht entziehen kann. Trotz seines großen Erfahrungsschatzes und seiner Zeit in der 2. Bundesliga hätte es schon am Samstagmorgen bei ihm gekribbelt.

Statt sich selbst zu feiern, strich er lieber die Leistung zweier Rotenburger heraus: die von Rechtsaußen Marcus Einhorn und von Torwart Tomas Pankiewicz. „Alles, was wir uns vorgenommen hatten, hat geklappt. Aber den Einhorn haben wir nicht in den Griff gekriegt.“ Der Rotenburger ließ sein Können immer wieder aufblitzen und setzte die Bälle aus spitzem Winkel ins Netz, wie er wollte: mal als Heber, dann ins kurze oder ins lange Eck oder flach durch die Beine des Keepes. Einhorn war einfach nicht auszurechnen für Fohr und Hüter, der auch Tomas Pankiewicz „ein super Spiel“ attestierte.

Allerdings hatte der TGR-Schlussmann keinen Spaß an seiner starken Vorstellung. Er war frustriert nach der Niederlage, die auch er nicht verhindern konnte. Außerdem schmerzte das Knie nach einem Zusammenprall in der Anfangsphase. Und dass er kurz vor Schluss den Ball aus kurzer Distanz mitten ins Gesicht bekommen hatte und wegen Meckerns auch noch eine Zeitstrafe kassierte, war das i-Tüpfelchen auf einen verkorksten Abend. Seine Enttäuschung war riesig. Ein Kommentar zum Spiel? War ihm diesmal nicht zu entlocken.

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