Oberliga: Kreisläufer Hruby nimmt jetzt alle in Verantwortung

Kalte Dusche für MT

Fand zu selten die Lücke: Melsungens Christian Damm (rechts) versucht hier über Kleenheims Yannik Woiwod zu werfen. Foto: Hahn

Melsungen. Die Unberechenbarkeit entwickelt sich zur Konstante. Im vierten Spiel nacheinander fiel beim 24:25 (12:12) der MT Melsungen II gegen die HSG Kleenheim in der Handball-Oberliga die Entscheidung erst in der allerletzten Minute. Nach der Niederlage in Vellmar die zweite empfindliche Pleite auf der Zielgeraden nach vorangegangener Führung.

„Das gleiche Szenario wie letzte Woche“, klagte MT-Trainer Georgi Sviridenko zerknirscht. Und fand auch die Erklärung dafür: sein Team ist jung und noch nicht wirklich erfahren in solchen engen Situationen, wenn es Spitz auf Knopf steht. Was durchaus am unruhigen Spielverlauf mit elf Führungswechseln festzumachen ist. Über 1:3 (4.) auf 6:5 (12.), von 7:8 (15.) auf 10:8 (21.) zum erneuten Ausgleich allein schon in der ersten Halbzeit.

Ganz auf die Jugend schieben wollte Kapitän Petr Hruby das allerdings nicht: „Handball ist Mannschaftssport. Jeder kann entscheiden, egal ob jung oder alt. Wir können daraus nur alle gemeinsam Lehren ziehen“.

Wobei Kleenheim durchaus ähnliche Probleme zu bewältigen hatte. „Wenn wir mal im Vorteil waren, konnten wir ihn nicht halten“, klagte HSG-Coach Jens Wohlrab. In der Tat wogte die Partie auch nach dem Seitenwechsel fast im Minutentakt hin und her.

Führte die HSG nach 40 Minuten zur Abwechslung mal mit zwei Treffern, kehrte das Mark Petersen mit drei verwandelten Strafwürfen in direkter Folge zum 18:17 (44.) um. Kleenheims 19:20 konterte Merlin Kothe unmittelbar mit einem Doppelschlag (51.). „Großartig, wie die Mannschaft gekämpft hat“, fand Sviridenko lobende Worte für das Engagement seiner Spieler. Und sah sie nach Cornelius Feurings 23:22 (55.) auf einem guten Weg.

Bis einmal mehr Fabian Höpfner (2) und David Straßheim auf den Plan traten und die MT-Hoffnungen wenigstens auf einen Teilerfolg zunichte machten. Hruby gab deshalb gleich die Hausaufgaben bis zum Derby am kommenden Freitag in Gensungen vor: „Überlegen, was gut und schlecht war, vor allem, was wir besser machen können“. Denn es ist zu befürchten, dass auch beim Lokalrivalen die Entscheidung erst ganz spät fallen könnte. Alles andere wäre eine Überraschung bei der Konstanz, mit der die MT ihre Spiele neuerdings auf die Spitze treibt. • MT II: Paske (1 Tor / 18 Paraden / 24 Gegentore), Meyfarth (bei einem Siebenmeter, 0 P. / 1 G.); Rulff, Hruby 3, Bärthel, Kothe 4, Ignatow 1, Damm, Feuring 5, Weiß, Gisbrecht 2, Backs, Petersen 7/6, Grolla 1. HSG: Elsner (13 P. / 23 G.), Schäfer (bei einem Siebenmeter, 0 P. / 1 G.); Höpfner 8/1, Keil 1, Straßheim 10, Eisenhardt, Heimbach, Köhler 1, Weller, Woiwod 1, Reusch 4/2, Wiener, Kollmann, Friedrich. Zuschauer: 120 - Schiedsrichter: Götz / Pfuhl (Groß-Umstadt) - Strafen: 8:8 Minuten Siebenmeter: 6/6:5/3.

Von Michael Koch

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