ESG Gensungen/Felsberg zeigt starke Reaktion auf Auftaktpleite und gewinnt 33:20

Maik Gerhold war überall

Auf Torejagd: Gensungens junger Abwehrstratege Maik Gerhold (r.), der hier Jonas Wuth (HSG) stehen lässt. Foto: Hahn

gensungen. Die Angst war unbegründet. Die Frucht etwa, dass der missratene Saisonstart in den Köpfen der zumeist jungen Spieler der ESG Gensungen/Felsberg herumspuken und die Heimpremiere gegen die HSG Kahl/Kleinostheim trüben könnte. „Wir hatten schon großen Respekt vor dieser Aufgabe“, gestand Trainer Kauffeld.

Was weniger an der Stärke des biederen Gastes lag als an der eigenen, möglichen Verunsicherung. Die war, wenn überhaupt, nur in den ersten Angriffsaktionen spürbar. Dann spielte sich der heimische Handball-Oberligist frei, ja in einen Rausch - und fegte die Coors-Schützlinge mit 33:20 (19:7) aus der Halle. „Wir waren in der Pflicht, eine Reaktion auf die Auftaktniederlage zu zeigen und das ist uns sensationell gelungen“, freute sich Rechtsaußen Walther.

Ziemlich gefasst nahm HSG-Trainer Coors die Schlappe hin, sprach gar von einem „entspannten Abend“, da sich die Niederlage schon früh abzeichnete. Spätestens nach 23 Minuten. Da hatte Kreisläufer Koch gerade per Tempogegenstoß auf 14:4 erhöht, da hatte Gensungens Offensive die Leichtigkeit des Einlochens auf der Grundlage einer bärenstarken 6:0-Deckung entdeckt, da hatte die ESG den Gästen - allen voran dem luxemburgischen Nationalspieler Yannick Bardina - längst den Schneid abgekauft. „So haben wir uns die Sicherheit für unser Angriffsspiel geholt“, wusste Jan-Hendrik Walther, der sicherste Veredler der unwiderstehlichen ersten und zweiten Welle der Edertaler.

Dabei spielte auch ein Youngster eine wesentliche Rolle, der eigentlich - im Mittelblock - vorrangig für das Toreverhindern zuständig ist. Neuzugang Maik Gerhold nämlich, der einen furiosen Einstand vor heimischem Publikum feierte. „Es konnte nicht besser laufen“, jubelte der 18-Jährige. Im Verbund mit Max Pregler und Christoph Koch ließ der Ex-Melsunger im Deckungszentrum nichts anbrennen und war beim Umschalten dank seiner schnellen Beine immer als einer der ersten am gegnerischen Tor. Und lochte dazu noch zweimal vom Kreis ein. Der Lohn: Fünf Treffer beim Heimdebüt. „Er hat seine Rolle voll angenommen“, lobte Arnd Kauffeld das Talent.

Einer der Garanten dafür, dass die Gastgeber auch nach dem Wechsel das Tempo hochhielten. Zu hoch für die HSG, obwohl die zwecks Schadensbegrenzung auf eine 6:0-Deckung umgeschaltet hatte. Die sich aber kaum formieren konnte, weil Gensungens junge Wilde ihre Gegenstöße mit bemerkenswerter Konsequenz ausspielten.

Und genauso schnell den Rückwärtsgang einschalteten. So gelang dem Gegner erst nach 42 Minuten durch Etienne Schweitzer das erste Tor per Tempogegenstoß - nachdem es auf diese Weise schon 12 Mal beim Gast eingeschlagen hatte. • Gens./Felsberg: Lauterbach (15 Gegentore/18 Paraden), Wicke (ab 50., 5/2) - Bauer 1/1, Rossel 3, Gerhold 5, Hütt 1, Schmidt, Pregler 3/2, Schneider 1, Koch 6, Walther 7, Pollmer 6. Kahl/K.: Fuhrmann (24/10), Seidel (9/6) - Franke 1, S. Emge 4, J. Wuth 1/1, Roth, Berberich, S. Wuth, Schweitzer 3, A. Emge 1, Bardina 4, Ludwig 4/3, Preis 1, Denhard 1. SR: Kaplan/Scheld. Z.: 300. Zeitstrafen: 6:2-Minuten. Siebenmeter: 4/3:5/4.

Von Ralf Ohm

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