MT Melsungen II: Hartes Auftaktprogramm nach einer schleppenden Vorbereitung

Verjüngt in den Abstiegskampf

Der Trainer und seine zwei Neuzugänge: Melsungens Georgi Sviridenko mit Christian Damm (links) und Marius Krug. Foto: Kasiewicz

Wenn eine Handball-Mannschaft die zwei besten Rückraumschützen verliert, steht sie vor einer echten Herausforderung. Wie die MT Melsungen II, die nach den Abgängen von Mario Schanze (Karriereende) und Jannis Kothe (MSG Körle/Guxhagen) 251 Tore auffangen muss.

Also ist Trainer Georgi Sviridenko ist gezwungen, sein System umzustellen, doch die Vorbereitung lief bisher schleppend und das Auftaktprogramm des letztjährigen Oberliga-Aufsteigers ist knüppelhart.

Denn folgt die Bundesliga-Reserve den Gesetzmäßigkeiten der vergangenen Serie steht sie nach drei Spielen auf einem Abstiegsplatz. Grund: Es stehen gleich drei Auswärtspartien an (Wiesbaden, Wettenberg, Dutenhofen) und gerade in der Fremde hat die MT in der vergangenen Saison nichts gerissen.

Wo will Handballlehrer Sviridenko da ansetzen? „Wir müssen auswärts mit viel mehr Tempo spielen“, sagt der frühere Spielmacher. Das sieht sein Rückraum-Allrounder Eugen Gisbrecht ähnlich: „Uns fehlt jetzt der Shooter aus dem Rückraum. Andere müssen in die Bresche springen und damit kann nicht nur Petr Hruby gemeint sein.“ Der tschechische Altinternationale hängt noch ein Jahr am Kreis dran und soll mit seiner Erfahrung die junge Mannschaft führen.

Potenzial hat das Team und ist zudem mit einigen Ausnahmetalenten gesegnet. Die Schlüsselrolle ist für Jungprofi Johannes Golla vorgesehen, dem Sviridenko einen tadellosen Charakter bescheinigt. Andere werden noch etwas brauchen, um ihre Fähigkeiten komplett auszuspielen. So hat der aus der A-Jugend aufgerückte Halbrechte Jan Grolla noch merklich Probleme mit dem Spiel ohne Harz.

Auch bei den externen Neuzugängen läuft es unrund. Der drittligaerfahrene Christian Damm (23, früher bei der TG Münden und SVH Kassel) hat Trainingsrückstand und in der Abwehr Nachholbedarf. Rückraumspieler Marius Krug (23), dessen Vater schon für die Bartenwetzer auflief, muss noch beweisen, dass er den Sprung über zwei Klassen von Bezirksoberliga-Meister TG Wehlheiden packt. Umso unglücklicher, dass er erst durch eine Verletzung, dann von einer Infektion gestoppt wurde. „Er hat noch kein Mal bei uns trainiert“, sagt Sviridenko.

Damm stand als Jugendspieler schon einmal im MT-Kader, will es sich nun nochmals beweisen. „Ich wollte diese Herausforderung“, sagt der Halblinke, zu dessen Stärke das Eins-gegen-Eins-Spiel gehört. Sein jüngerer Bruder Julian Damm spielt für die A-Jugend und zählt dort zu den stärksten Spielern, kann aber in dieser Serie noch nicht für den Oberligisten auflaufen.

Priorität hat für Sviridenko in dieser Serie nur der Klassenerhalt. „Die Liga ist stärker geworden“, sagt der Profitrainer. Hoffnung könnten ihm die Hochgeschwindigkeits-Außen Finn Backs und Jugendnationalspieler Dimitri Ignatow machen, die womöglich Alexander Bärthel (links) und Mark Petersen (rechts) in der Serie den Rang ablaufen. Nichtsdestotrotz rechnet der MT-Coach wegen des schweren Auftaktprogramms mit einem schleppenden Saisonstart.

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