Interview mit Maik Gerhold von der ESG Gensungen/Felsberg: „Wir sind Favorit“

+
Gegen seine alten Kameraden besonders motiviert: Gensungens Maik Gerhold. 

Am Freitag spielt die ESG Gensungen/Felsberg gegen die MT Melsungen II. Wir fragten Maik Gerhold nach seiner Einschätzung.

Maik, wie ist das mit seinem neuen Club gegen seinen alten zu spielen. Ein ganz normales Heimspiel?

Maik Gerhold: Natürlich nicht, da ist schon eine ganz besondere Motivation vorhanden, wenn ich gegen meine ehemaligen Mannschaftskameraden wie Dimitri Ignatov oder Jan Grolla spiele. Auch weil meine komplette Familie, ebenso die Mitarbeiter der Firma, wo ich meine Ausbildung mache und auch meine Kameraden der freiwilligen Feuerwehr in Deute in der Halle sein werden. Die wollen alle Gensungen siegen sehen.

Keineswegs normal ist die Brisanz dieses Derbys. Spüren Sie die bereits oder geht Ihre Spielergeneration damit pragmatischer um?

Gerhold: Eher nicht, ich habe das Spiel schon seit Wochen im Kopf. Im Training ist die Spannung höher und auch im Umfeld knistert es mehr als sonst.

Sie spielen bisher eine richtig gute Saison, gelten als Entdeckung der ESG. Wie erklären Sie sich den scheinbar reibungslosen Übergang von der A-Jugend zu den Senioren?

Gerhold: Die familiäre Atmosphäre in Gensungen hat mir sehr geholfen, ebenso dass Trainer und Mannschaft bedingungslos hinter mir stehen, auch wenn es mal nicht so klappt. Das motiviert und gibt Sicherheit. Weiterhin kann ich jederzeit auf die Ratschläge von Christoph Koch und Max Pregler bauen. Dazu kam eine gute Vorbereitung mit viel Kraft- und Ausdauertraining. Natürlich profitiere ich bei diesem Übergang auch von meiner Statur, selbst wenn ich muskulär noch etwas zulegen muss.

Ihr Trainer lobt Ihren Instinkt sowohl als Abwehr- wie auch als Umschaltspieler, als einer, der Situationen sehr gut antizipieren kann und demgemäß frühzeitig reagiert. Haben Sie diese Fähigkeit erlernt oder sind sie vererbt worden?

Gerhold: Das schnelle Umschaltspiel haben mir in Gensungen Arnd Kauffeld und Mario Schumacher beigebracht. Bei der Grundschnelligkeit kommen mir meine drei Jahre Sprinttraining bei Eintracht Gudensberg zugute. Weiterhin hat mir mein Vater viel mitgegeben und verbessert mich noch heute.

In der Abwehr haben Sie die Rolle im Mittelblock bereits gefunden, im Angriff noch nicht. Sehen Sie sich eher als Rückraumspieler wie zur Jugendzeit oder als Kreisläufer wie im Moment bei der ESG?

Gerhold: In der Abwehr gewinnt man das Spiel, deshalb bin ich ein mehr auf die Defensive fixiert, die mir auch mehr Spaß macht. Am Kreis fühle ich mich wohler als im Rückraum. Da kann ich besser angespielt werden, mich besser durchsetzen. Dort sehe ich daher auch meine Zukunft.

Als Kreisläufer bekommen Sie es sowohl im Angriff wie auch in der Abwehr mit Routinier Petr Hruby zu tun. Was können Sie sich von ihm abgucken?

Gerhold: Ich kenne und ich schätze ihn. Als A-Jugendlicher habe ich mit ihm häufig zusammen in der zweiten Mannschaft der MT trainiert. Er ist ein Klasse-Spieler, trifft in allen Situationen, auch in höchster Bedrängis, immer die richtigen Entscheidungen und kann sich am Kreis sensationell durchsetzen. Das ist vorbildlich.

Wie schätzen Sie Ihre Aussichten im Derby ein? Ist Gensungen Favorit?

Gerhold: Ja. Wir haben ein Heimspiel und wollen den Derbylauf der letzten Saison unbedingt fortsetzen.

Ihr Tipp?

Gerhold: Wenn wir in der Abwehr so gut wie gegen Bruchköbel stehen und im Angriff konzentrierter als zuletzt abschließen, glaube ich an einen klaren Sieg.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.