Oberliga: Walther krönt irre Aufholjagd mit Siegtreffer

ESG zeigt Leidenschaft

Glückwünsche für den Siegtorschützen: Gensungens Jan Pollmer (links) und Maik Gerhold wollen Jan Hendrik Walther gar nicht mehr loslassen. Foto: Hahn

Gensungen. „Ich habe noch immer Gänsehaut“, sagte Jan Hendrik Walther 30 Minuten nach Spielschluss. Was war passiert? Der Rechtsaußen warf mit seinem Tor in letzter Sekunde den Handball-Oberligisten ESG Gensungen/Felsberg zum im Vorfeld kaum für möglich gehaltenen 29:28 (13:13)-Sieg gegen den bislang so souveränen Tabellenführer SG Bruchköbel.

Einiges war passiert in der Vorwoche. Die Mannschaft traf sich ohne Trainer zur Aussprache. Das wirkte. „Im Training am Donnerstag war gleich mehr Feuer drin“, sagte Geburtstagskind und Kapitän Christoph Koch (wurde 26 Jahre alt). Keiner der Gensunger Spieler ist zufrieden mit der durchwachsenen Saison. „Wir wollen und können mehr als nur im unteren Mittelfeld der Oberliga rumzuturnen“, sagte Koch. Trotzdem. Diese Leistungs - und vor allem Mentalitätssteigerung hatten nur wenige der ESG zugetraut.

Dabei ließ die Anfangsphase die Anhänger das schlimmste befürchten. Nach zwei, drei vermeidbaren technischen Fehlern ging der Favorit aus Bruchköbel schnell 2:0 in Führung. „Wir waren etwas angespannt, aber haben über den Willen zurückgefunden“, erklärte Spielmacher Benedikt Hütte. Der Wille war vor allem in der Deckung zu finden. Abwehrarbeit ist Einstellungsssache - und die Einstellung stimmte bei den ersatzgeschwächten Edertalern (Max Pregler und Tim Schneider fielen verletzt aus) von der ersten Minute an. Mit Härte und Disziplin hielten sie den starken Rückraum der Südhessen in Schach.

Im Angriff lieferte Rückraumshooter Franco Rossel ein Achterbahn-Spiel ab. Erst versenkte er drei Tore in Folge und brachte seine Sieben mit 7:4 in Führung, leistete sich dann aber technische Fehler, nur um in der zweiten Hälfte wieder voll auf der Höhe zu sein. „Ich habe momentan das Selbstvertrauen. Die Trainer bauen mich jede Woche neu auf“, sagte der 21-Jährige, auf den viel Verantwortung und Spielzeit zu kam.

Verantwortung übernahm auch Benedikt Hütt. Der Regisseur tauchte nicht ab, sondern stieß in der ersten Hälfte exzellent in die Lücken, traf selbst und holte einige Siebenmeter heraus. Trotzdem zeigte sich Bruchköbel im Verlauf der zweiten Hälfte als etwas treffsicherer und lag fünf Minuten vor Schluss mit drei Tore in Führung. Dann schlug das Mentalitätsmonster der ESG zurück. Rossel zum 26:28, Jan-Hendrik Otto mit einem frechen Siebenmeter durch die Beine zum 27:28, ein Gegenstoß von Hannes Bauer und schließlich das Tor von Walther in Überzahl ließen einen verdutzten Tabellenführer zurück. Und die Geburtstagsparty für Christoph Koch konnte starten. • ESG: Lauterbach (10 Paraden/18 Gegentore), Wicke (6/10) – Bauer 3, Rossel 6, Gerhold 1, Hütt 3, Schmidt 2, Otto 7/7, Koch 2, Walther 5. SG: Bouali (16/27), Reich (bei zwei Siebenmetern) - Hoffmann 4, Wolff 1, Nath 4, Ramos-Nuez 5/4, Zutic 4, Dietrich, F. Günes 3, A. Günes 5, Thom 2, Siebenmeter: 7/8 – 4/5. Zeitstrafen: 8 Minuten - 4. SR: Fuchs/Hass – Z. 485

Von Daniel Schneider

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