Interview mit zwei Kapitäninnen: Zwehrens Sarah Panhans und Vellmars Alena Breiding vor Oberliga-Derby

Wer hat den Ball morgen besser im Griff?: Zwehrens Sarah Panhans (links) oder Vellmars Alena Breiding. Foto: Bülau

Kassel. Derbyzeit in der Handball-Oberliga der Frauen: Am Sonntag ab 17 Uhr empfängt die HSG Zwehren/Kassel in der Sporthalle Oberzwehren Aufsteiger TSV Vellmar. Beide Klubs sind mit einer Niederlage in die Serie gestartet: Zwehren verlor 27:32 in Eibelshausen, Vellmar unterlag in Dutenhofen 22:27. Wir haben vor dem direkten Aufeinandertreffen mit den Spielführerinnen, Sarah Panhans auf Zwehrener und Alena Breiding auf Vellmarer Seite, gesprochen.

Frau Panhans, wissen Sie noch, was vor einem Jahr war?

Sarah Panhans: Ja, da hatten wir auch ein Derby. Und es war auch das zweite Saisonspiel.

Genau, und Sie waren davor in der Redaktion zu Gast. Anschließend gab es ein 25:25-Unentschieden gegen den späteren Absteiger Eintracht Baunatal.

Panhans: Das wollen wir diesmal besser machen. Wir sind hochmotiviert, es ist ja auch unser erstes Heimspiel.

Wie sehen Sie die Kräfteverhältnisse vor diesem Duell?

Panhans: Derbys sind etwas ganz Besonderes. Da kann man nie sagen, wer der Favorit ist. Vellmar hat eine körperlich starke Mannschaft und ist nicht zu unterschätzen. Wir werden gut dagegenhalten müssen.

Frau Breiding, was nehmen Sie sich mit Ihrem Team vor?

Alena Breiding: Solche Duelle sind sicher etwas speziell. Aber die Rollenverteilung sehe ich doch etwas anders. Als Aufsteiger sind wir der Außenseiter. Wir haben schon oft gegen Zwehrener Mannschaften gespielt, auch in der Jugend. Das waren nie leichte Spiele. Da ging es immer zur Sache. Man kennt sich eben.

Wie groß ist die Euphorie nach dem Aufstieg in Vellmar?

Breiding: Schon groß. Unser Team wird gefördert, Frauenhandball wird gut angenommen. Der erste Auftritt hat uns Motivation geben. Wir haben eine gute Mannschaft und gezeigt, dass wir mithalten können. Ein bisschen schade, dass wir am Ende noch mit fünf Treffern verloren haben.

In welchen Bereichen müssen sich Ihre Teams gegenüber der Auftaktniederlage steigern?

Breiding: Bei uns muss die Chancenverwertung besser werden. Wir hatten viele Pfosten- und Lattentreffer. In der Deckung standen wir ordentlich. Die Aggressivität müssen wir über 60 Minuten zeigen.

Panhans: Wir müssen mehr Konstanz zeigen. Im ersten Spiel haben wir mit vier Treffern geführt und dann den Faden verloren.

Beide Teams streben den Klassenerhalt an. Welche Bedeutung messen Sie dem Auftritt am Sonntag bei?

Panhans: Schön wäre es, am Ende im Tabellenmittelfeld zu landen. Und da ist schon jetzt jeder Punkt wichtig. Zudem haben wir danach einige schwere Aufgaben vor uns.

Breiding: Zwehren hat eine gestandene Oberliga-Mannschaft. Wir erwarten dieses Team nicht im unteren Drittel. Ein Erfolg gegen einen solchen Gegner wäre deshalb ein großer Motivationsschub.

Panhans: Man muss aber auch bedenken, dass die Klasse stärker ist als im vergangenen Jahr. Aus der 3. Liga gab es mehr Absteiger, die weitgehend zusammen geblieben sind.

Sie spielen beide auf der Mitte und führen beide ihr Team aufs Feld. Altersmäßig trennen Sie allerdings sieben Jahre. Inwieweit spielt das eine Rolle?

Panhans: Viel Erfahrung ist ein Vorteil. Da kann man in bestimmten Situationen auf bekannte Verhaltensmuster zurückgreifen. Im Derby gegen Vellmar sind aber noch mehr Faktoren zu beachten. Allein die Stimmung ist besonders, die Halle wird voll sein.

Frau Breiding, Sie sind recht frisch im Geschäft?

Breiding: Seit Mittwoch. (lacht) Wir hatten das für diese Saison noch nicht geklärt. Ich freue mich auf die Aufgabe. Unsere Trainer haben mir gesagt, dass ich mich menschlich weiterentwickelt habe, dass ich es verstehe, ein Team zu führen und zu motivieren. Damit habe ich nicht gerechnet, deswegen habe ich mich sehr gefreut.

Wagen Sie einen Tipp?

Panhans: Ergebnis ist egal, Hauptsache, zwei Punkte.

Breiding: Ich lehne mich nicht ganz so weit aus dem Fenster. Wir sind aber nicht chancenlos. Von Unentschieden bis Sieg wäre ich vor dem Spiel nicht unzufrieden.

Zu den Personen

Sarah Panhans (27), gebürtig aus Kassel, lebt mit Freund Conny Paar (Torwart bei Eintracht Baunatal) in Schauenburg-Elgershausen. Sie arbeitet beim Landkreis Kassel als Beamtin im gehobenen Dienst. Bevor sie 2015 zur HSG Zwehren/Kassel wechselte, spielte sie bei Eintracht Baunatal. Davor trug sie das Trikot der WVC Kassel.

Alena Breiding (20), begann mit vier Jahren mit dem Handballspielen bei ihrem Heimatverein OSC Vellmar. Mittlerweile steht sie in Diensten des TSV Vellmar. Breiding macht eine Lehre zur Bankkauffrau. Sie wohnt mit ihrem Freund Alex in Kassel-Wehlheiden.

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