Was ist denn da los? Eintracht hat kein spielfähiges Team – Zwehren siegt kampflos

Oberliga-Derby findet nicht statt

Spiel abgesagt: Das Oberliga-Derby zwischen der HSG Zwehren und Eintracht Baunatal wird nicht stattfinden. Foto:  Schachtschneider/nh

Kassel / Baunatal. Selten hat ein Handball-Spiel im Vorfeld für so viele Diskussionen gesorgt. Gemeint ist das Derby zwischen den Oberliga-Frauen der HSG Zwehren/Kassel und des GSV Eintracht Baunatal. Erst gestern Abend stand fest, dass die Partie ausfällt sowie mit 0:0 Toren und 2:0 Punkten für die Gastgeberinnen gewertet wird. Eigentlich hätte das prestigeträchtige Nachbarschaftsduell zum Start in die Restrückrunde am Sonntag um 17 Uhr in der Heisebachhalle angeworfen werden sollen. Was ist denn da los?

„Sechs, sieben Spielerinnen werden ausfallen. Wir haben der Klassenleiterin am Donnerstagvormittag den Sachverhalt schriftlich geschildert und um eine Spielverlegung gebeten, weil wir keine spielfähige Mannschaft haben“, erklärte Claus Umbach. Der Abteilungsleiter des de facto abgestiegenen Baunataler Schlusslichts spricht davon, dass das Team gern gespielt hätte, dass sich aber auch die Zuschauer veralbert gefühlt hätten, wenn die Eintracht mit einer mit Reserve-Spielerinnen aufgefüllten Rumpftruppe angetreten wäre.

Klassenleiterin Simone Fegert hatte nach eigenen Angaben bis zum frühen Donnerstagabend aber keinen Antrag auf Spielverlegung aus Baunatal erhalten. Nach telefonischer Rücksprache mit den GSV-Verantwortlichen erklärte sie, dass es nun drei Möglichkeiten gebe: Entweder wird wie geplant gespielt, die Vereine einigen sich auf eine Verlegung oder das Spiel fällt wegen Nichtantritts der Gäste mit Wertung zugunsten der Zwehrenerinnen aus.

Die HSG-Verantwortlichen erklärten nach interner Abstimmung mit der Mannschaft, dass sie einer Verlegung nicht zustimmen. Der Grund: Es sei wegen anderweitiger Pläne an den noch spielfreien Tagen kein neuer Termin vor der letzten Saisonpartie möglich. Zudem hätten die Kasselerinnen vor dem Spiel in Mörfelden (26:30) wegen Ausfällen personell vor ähnlicher Situation gestanden.

Nachdem zumindest klar ist, dass das Derby nicht steigen wird, bleibt immer noch unklar, wer bei den Baunatalerinnen auf den Mitte Dezember zurückgetretenen Rolf Schröder als Trainer folgt. Offenbar gestaltet sich die Suche mehr als schwierig. Eigentlich hatte die Eintracht anvisiert, zum Trainingsstart Anfang Januar einen Verantwortlichen verpflichtet zu haben.

Umbach sprach von einem „komplizierten Prozess“. Mittlerweile gebe es mindestens zwei Kandidaten, die auch grundsätzlich bereit wären, aber vonseiten der Mannschaft habe es „noch kein grünes Licht“ gegeben. „Schließlich muss es auch menschlich passen“, sagte der Abteilungsleiter. „Zum Heimspiel gegen Mühlheim am 23. Januar sollten wir aber einen neuen Trainer haben.“

Von Sebastian A. Reichert

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