Baunatal. Auch im nordhessischen Kellerderby lief beim Frauenhandball-Oberligisten FSG Rotenburg/Baumbach/Bebra rein gar nichts zusammen. Die schwache personelle Besetzung allein kann das Ausmaß der 17:31 (7:14)-Auswärtspleite beim GSV Eintracht Baunatal jedenfalls nicht hinreichend erklären.
Während der Gegner überraschenderweise ein stattliches Aufgebot präsentierte, standen der FSG nicht minder unvorhergesehen nur acht Feldspielerinnen für diese wichtige Partie zur Verfügung.
Die verrichteten ihre Arbeit allerdings so nachlässig, dass der Gegner sogar die seltene Freiheit genoss, aus sechs Metern Hüftwürfe ansetzen zu dürfen. Und die beiden Torfrauen der Gäste bekamen kaum mal einen Ball zu fassen.
Das Einzige, was am Samstag absprachegemäß funktionierte, war, dass der Rückraum den Abschluss suchte. Dass dabei jedoch insgesamt 20 Fahrkarten heraussprangen, vervollständigte das desolate Bild, das der Aufsteiger abgab. Schon nach einer Viertelstunde hatte sich beim 4:10-Rückstand abgezeichnet, dass die Gäste nahtlos an die schwache zweite Hälfte von Eddersheim anknüpfen würden. „Nichts von dem, was wir uns vorgenommen hatten, ist umgesetzt worden“, bemängelte ein unter den gegebenen Umständen noch bemerkenswert gefasster FSG-Coach Matthias Gerlich und folgerte: „So langsam müssen wir mal herausfinden, woran das liegt. Irgendwo scheint doch der Wurm drin zu sein, denn man kann ja seit Januar das Handballspielen nicht verlernt haben.“ Die Verunsicherung seiner Schützlinge schien geradezu greifbar und wuchs mit jedem Ballverlust.
Spätestens beim 4:14-Rückstand (23.) war die Partie für die wenig ballsichere und damit konteranfällige FSG von einem Punktekampf zu einem Charaktertest geworden.
Charakter zeigte aber nur die Eintracht, die trotz ihrer noch viel bedrohlicheren sportlichen Situation beherzt auftrat. Spielerische Glanzlichter waren dabei gar nicht nötig. Es reichte, um die vielen Fehler der Gäste zu bestrafen.
Unstrukturierte Angriffe mit Alibi-Abschlüssen machten Baunatals gut aufgelegter Torfrau auch im zweiten Durchgang ihren Job nicht sonderlich schwer. Schon beim Stand von 20:11 (43.) war die Partie endgültig gelaufen.
FSG Rotenburg/Baumbach/Bebra: Hohmann, Bähr - Golkowski (1), Andrei (1/1), Hohmeister (1), Grau (2/1), Richter (2/2), Tvrdonova (3), Berndt (3), Kohler (4)
SR: Akbag/Karadas (Kassel)
Von Andreas Köhler
| Platz | Mannschaft | Tore | Diff | Punkte |
|---|---|---|---|---|
| 1 | HSG Gedern/Nidda | 667:584 | 83 | 37 |
| 2 | HSG Dutenhofen | 622:556 | 66 | 29 |
| 3 | SG Bruchköbel | 536:524 | 12 | 27 |
| 4 | TV Siedelsbrunn | 623:591 | 32 | 26 |
| 5 | TSG Eddersheim | 609:540 | 69 | 26 |
| 6 | TV Altenhaßlau | 664:603 | 61 | 25 |
| 7 | TV Hüttenberg | 607:571 | 36 | 25 |
| 8 | Eintracht Böddiger | 632:607 | 25 | 23 |
| 9 | HSG Bensheim/A. II | 623:650 | -27 | 14 |
| 10 | Eintracht Baunatal | 535:613 | -78 | 9 |
| 11 | FSG Rotenburg/B/B | 568:661 | -93 | 9 |
| 12 | HSG Weiterstadt | 545:731 | -186 | 3 |
für den 25. Spieltag
| Heim | Gast | Spiel |
|---|---|---|
| FSG Rotenburg/B/B | SG Bruchköbel | 20:24 |
| Eintracht Baunatal | HSG Dutenhofen | 23:22 |
| TSG Eddersheim | HSG Bensheim/A. II | 33:26 |
| HSG Gedern/Nidda | TV Hüttenberg | 27:23 |
| Eintracht Böddiger | TV Siedelsbrunn | 28:28 |
| TV Altenhaßlau | HSG Weiterstadt | 30:21 |



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