Zukunft des Ex-Meisters möglich

Hannover Scorpions vor Rückzug aus der DEL?

Hannover - Der frühere deutsche Meister Hannover Scorpions denkt über einen Rückzug aus der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) nach. Sogar ein Umzug in die russische KHL ist möglich.

Der frühere deutsche Meister Hannover Scorpions denkt über einen Rückzug aus der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) nach. Der Aufsichtsrat des Champions von 2010 forderte Scorpions-Eigentümer Günter Papenburg auf einer Sitzung am Montag auf, Verhandlungen über eine Lizenzverkauf nicht auszuschließen. Dies teilte die Betreibergesellschaft der Scorpions-Spielstätte TUI-Arena mit. Die Scorpions sind eine hundertprozentige Tochter der Arena.

Möglich ist laut Medienberichten nun ein DEL-Rückzug und der künftige Spielbetrieb in der 2. Bundesliga sowie der Einstieg eines russischen Investors. Dies könnte zur Folge haben, dass die Niedersachsen künftig in der osteuropäischen KHL spielen. Nach Angaben des Fachmagazins "Eishockey News" soll Papenburg bereits mit den Zweitligaclubs Schwenningen und Bietigheim-Bissingen über eine möglichen DEL-Lizenzübernahme verhandelt haben.

Hintergrund für die Überlegungen ist ein Streit der Scorpions mit der Stadt Hannover und der Deutsche Messe AG, die in Nähe zur Scorpions-Arena eine neue Multifunktionshalle bauen will. Dadurch sieht sich die TUI Arena unter Druck und "umso mehr gefordert, wirtschaftlich solide zu arbeiten und etwaige Verlustbringer nach Möglichkeit zu eliminieren".

Der Spielbetrieb der Scorpions ist für die Arena und Papenburg nach wie vor ein Verlustgeschäft. Der Clubeigner soll seit 2004 eine zweistelligen Millionenbetrag in die Scorpions gesteckt und sie somit am Leben gehalten haben. In den vergangenen Jahren hatte er daher immer wieder mit einem möglichen Rückzug gedroht.

In der abgelaufenen Saison hatte Hannover die DEL-Playoffs verpasst. Zudem ist der niedrige Zuschauerschnitt in der rund 10.000 Zuschauer fassenden Halle ein Problem. Dennoch hatte Papenburg versichert, auch kommenden Saison mit einem erneut abgespeckten Etat weiter in der DEL spielen zu wollen.

 

dpa

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