Hilfe aus Panama: Infantino punktet fern der Heimat

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Gianni Infantino kann für die Wahl des FIFA-Präsidenten auch auf die Unterstützung Zentralamerikas zählen. Foto: Cyril Zingaro

Der Wahlkampf um die Nachfolge des gesperrten FIFA-Präsidenten Joseph Blatter geht auf die Zielgerade. Den Kandidaten sind Reisen in die Länder der Wahlmänner wichtiger als TV-Debatten oder Diskussionen mit Politikern. UEFA-Generalsekretär Infantino holt ein Stimmenpaket.

Panama-Stadt (dpa) - Das Schreiben mit den Unterschriften der Funktionäre aus Mittelamerika präsentierte Gianni Infantino stolz auf seinem Twitterkonto, ein Gruppenbild mit Dame inklusive.

Das kollektive Wahlversprechen, das ihm seine europäischen Kollegen noch verwehren, hat der UEFA-Generalsekretär nun von Panama bis Belize. "Die Unterstützung fügt sich zu der, die ich aus aller Welt erhalte und ermutigt mich, weiter hart zu arbeiten, meine Vorschläge im Detail so vielen Verbänden wie möglich zu erläutern", sagte Infantino. Aussagen wie diese verdeutlichen: Es ist Wahlkampfzeit im Weltfußball.

Im Rennen um das Erbe des im Korruptionsskandal vom FIFA-Thron gestürzten Joseph Blatter bringen sieben Stimmen keine Entscheidung, aber ein ermutigender Teilerfolg ist die Zusage der UNCAF-Verbände für Infantino dennoch. Genau einen Monat vor dem mit Spannung erwarteten Wahlkongress des Fußball-Weltverbandes am 26. Februar in Zürich gelten die insgesamt 35 Voten des Nord- und Mittelamerika-Verbandes CONCACAF als mögliche Königsmacher. Die CONCACAF-Untereinheit UNCAF, zu ihr gehören auch noch Costa Rica, El Salvador, Guatemala, Honduras und Nicaragua, hat Infantino gesichert.

So einig wie die Mittelamerikaner hatte sich des Schweizers Heimatverband UEFA am vergangenen Freitag nicht präsentiert. Einige Verbände - darunter das einflussreiche England - müssen erst mit den Kollegen daheim debattieren, ob Infantino für sie der rechte Mann an der FIFA-Spitze ist. Der Deutsche Fußball-Bund hält es wie die Kollegen der UNCAF, Infantino ist sein Kandidat.

Nächste Pflichtvisite auf der Jagd nach der Mehrheit unter den 209 FIFA-Mitgliedsländern war für Infantino und Co. der Kongress der südamerikanischen Verbände CONMEBOL am Dienstag in Paraguay. Einen anderen Termin ließ der 45-Jährige wie seine Konkurrenten Scheich Salman bin Ibrahim al Chalifa aus Bahrain, Prinz Ali bin Al-Hussein aus Jordanien und der Südafrikaner Tokyo Sexwale allerdings sausen. Nur der Franzose Jérôme Champagne war noch bereit am Mittwoch vor dem Europa-Parlament über die FIFA-Erneuerung zu reden. Parlamentarier stellen womöglich kritische Fragen und bringen defintiv keine Stimmen. Auch eine angedachte TV-Debatte bei ESPN fällt mangels Interesse der meisten Kandidaten aus.

Die Hatz um die Kontinente war schon immer fester Bestandteil vor FIFA-Wahlen. Infantino lässt sich dafür mit 500 000 Euro von der UEFA alimentieren. Der ehemalige Weltverbands-Vize Jack Warner aus Trinidad und Tobago nutzte die große Bedeutung des von ihm gesteuerten CONCACAF-Stimmenblocks zu seinen langjährigen illegalen Millionen-Deals, die nun das FIFA-System der Ära Blatter mit zum Einsturz brachten.

Unter FIFA-Beobachtern gilt als wahrscheinlich, dass sich der Wahlkampf zwischen Al Chalifa und Infantino entscheidet - mit aktuellen Vorteilen für den Scheich aus Bahrain, dem neben Stimmen seiner Hausmacht Asien angeblich ein großer Stimmenblock aus Afrika sicher sein soll. Gerüchte, wonach er unter Scheich Salman das künftig machtvollere Amt des FIFA-Generalsekretärs einnehmen könnte, weist Infantino zurück. Bis zum letzten Wahlgang wolle er kämpfen.

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