Ein Kommentar

Podolski erklärt Rücktritt aus Nationalmannschaft: Der große Teddy geht

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Lukas Podolski.

Fußball-Nationalspieler Lukas Podolski hat seinen Rücktritt erklärt. Mit ihm geht der Gutelaunebär der Mannschaft. Ein Kommentar von Florian Hagemann.

Bis Lukas Podolski plötzlich auftauchte, war der deutsche Fußball ziemlich spaßbefreit. Es spielten Leute wie Carsten Ramelow und Christian Wörns in der Nationalmannschaft; sie verkörperten den Rumpelfußball und mit ihm eine gewisse Perspektivlosigkeit.

Dann kam dieser Podolski, der auf einmal für den Karnevalsverein Köln auflief, Tore aus unmöglichen Positionen erzielte und Interviews gab, die kein Kabarettist hätte besser vortragen können. Motto: „Doppelpass alleine? Vergiss es!“

Mit dieser Art hat Podolski dem deutschen Fußball auf und neben dem Platz ein gutes Stück Unbekümmertheit gegeben. Er war das Kind, das einfach nur drauflosspielte und drauflosredete. Und wir durften wieder ein bisschen Kind sein, indem wir uns an diesem erfrischenden Podolski wie Achtjährige erfreuten, die gerade den Starschnitt ihres Idols zusammenbasteln.

Podolski hat insofern nie enttäuscht, weil er stets der Teddy blieb, der er schon immer gewesen ist. Deshalb durfte er auch dann Teil der Nationalmannschaft sein, als er rein sportlich nicht mehr benötigt wurde. Auf ihn war Verlass als Gutelaunebär der Mannschaft, was nicht abwertend gemeint sein soll. Auch solche Typen braucht es, um Titel zu gewinnen.

Daher gilt für Podolski jetzt das, was vor Kurzem auch beim Rücktritt des Kumpels Bastian Schweinsteiger galt: Es geht ein Großer. Schließlich – und das wird gern vergessen – war Podolski nicht nur der Poldi, sondern lange Zeit auch Leistungsträger und Torgarant der Nationalelf.

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