1. Handball-Bundesliga: Bad Wildunger Vipers unterliegen Frankfurt/Oder 36:38

Abwehr viel zu passiv

Zu nachlässig: Nur selten zeigten sich die Vipers in der Deckung so aggressiv, wie auf unserem Bild Alina Otto (hinten) gegen Anja Scheidemann. Foto: Kaliske
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Zu nachlässig: Nur selten zeigten sich die Vipers in der Deckung so aggressiv, wie auf unserem Bild Alina Otto (hinten) gegen Anja Scheidemann. Kaliske

Bad Wildungen. Erneut alles gegeben und wieder nicht belohnt worden: Die Bad Wildunger Vipers haben in der Handball-Bundesliga gestern gegen Frankfurt/Oder mit 36:38 (17:21) verloren. Allerdings hielten die Südwaldeckerinnen gegen den Tabellensiebten über weite Strecken gut mit.

Das Spiel war auf beiden Seiten geprägt von zwei ganz schwachen Abwehrreihen, die vor allem den Rückraumspielerinnen jeweils viel zu viel Raum ließen und oftmals zu spät attackierten. Die Vipers bekamen gerade Christine Beier im rechten Rückraum nicht zu fassen. Auf der Gegenseite jedoch setzte sich auch Sabine Heusdens immer wieder gut in Szene. Die seit Wochen in guter Form spielende Holländerin erzielte vier Tore, holte zahlreiche Siebenmeter heraus und setze ihre Mitspielerinnen immer wieder gut in Szene.

Überhaupt lebte Bad Wildungen erneut vor allem von den Aktionen des holländischen Trios: Sabine Heusdens, Miranda Robben und Tessa Cocx erzielten zwölf der insgesamt 17 Tore bis zum Seitenwechsel. Gut agierten mit Alina Otto und Andrea Mertens aber auch wieder zwei A-Jugendliche.

Das Spiel blieb dank der offenen Abwehrreihen auf beiden Seiten lange Zeit knapp. Bad Wildungen lief immer wieder einem ein bis zwei-Tore-Rückstand hinterher, allerdings konnte sich Frankfurt nie so recht absetzen. Erst gegen Ende der ersten Halbzeit erspielte sich der FHC einen 21:16-Vorsprung.

Auch im zweiten Abschnitt fehlte der Vipers-Defensive die nötige Aggressivität, um Frankfurt entscheidend in Bedrängnis bringen zu können. Zu defensiv stand das Vipers-Team – Miranda Robben und auch Romana Grausenburger standen viel zu passiv gegen Beier und Anne Jochin. Bis auf sechs Tore (24:30, 45.) baute Frankfurt seinen Vorsprung aus.

„Wir haben heute unsere stärkste Waffe in der Kabine gelassen: unsere aggressive Abwehr“, wusste auch Vipers-Trainer Karsten Moos. „Wir waren vor allem in der Rückzugsbewegung zu nachlässig und haben Frankfurt immer wieder leichte Tore ermöglicht.“ Zwar schienen die Vipers beim 33:36 und eigenem Ballbesitz noch einmal in Schlagweite, doch spätestens als Tessa Cocx ein Fehlpass unterlief, war die Entscheidung gefallen, zumal auf der Gegenseite Beier sofort das 33:37 (58.) erzielte.

Am Ende stand eine 36:38-Niederlage und die Erkenntnis: Wieder hat es zwar nicht gelangt, obwohl sich das letzte Aufgebot der Bad Wildungerinnen bis zum Ende gut verkauft hat. Das sah auch Moos so. „Was das Team derzeit leistet, ist phänomenal.“

Von Thorsten Spohr