Neuzugänge der HSG Bad Wildungen Vipers (5): Grausenburger gibt heute Debüt

Eine Außen mit viel Zug

Gut vorbereitet: Romana Grausenburger spielt heute erstmals für die Vipers. Foto: Kaliske

Bad Wildungen. Sitzen bleiben muss nicht zwingend ein Nachteil sein: Denn als Romana Grausenburger vor elf Jahren in der Schule eine Ehrenrunde drehte, landete sie in einer Klasse, wo die meisten Handball als Nebenfach wählten. Getrieben von der Gruppendynamik machte sie mit, meldete sich wenig später im Verein an, entwickelte sich eifrig weiter und darf sich nun bei der HSG Bad Wildungen Vipers in der 1. Bundesliga beweisen. Die Vorfreude auf ihren Einstand am heutigen Samstag (19 Uhr, Ense-Sporthalle) gegen die HSG Blomberg-Lippe ist groß.

„Die Stimmung und die Mischung im Team passen. Ich glaube, dass wir vorzeitig den Klassenerhalt schaffen werden“, sagt Grausenburger. Für die Rechtsaußen werden es nach zwei Jahren in der 2. Bundesliga die ersten Einsätze in der Eliteklasse sein. Nach Deutschland zog es sie sportlich schon immer. „Die erste Liga in Österreich ist mit der dritten Liga in Deutschland zu vergleichen“, erklärt sie. Wobei hinzukommt, dass der Landestitel seit Jahren an Hypo Niederösterreich geht, wo sie in der Saison 2009/2010 bei der ersten Mannschaft trainierte und bei der zweiten Garde spielte, die ebenfalls erstklassig ist.

Da war sie bereits Jungnationalspielerin und kam bei der Weltmeisterschaft 2009 in China zum Einsatz. „Das war eine ganz tolle Erfahrung. Weitere Turniere sind ein großes Ziel.“ Wohlwissend, dass nun bereits die Vor-Qualifikation schwierig wird. Denn neben Israel und Slowenien ist die Niederlande ein Gegner. Hierbei könnte sie also auf Miranda Robben und Sabine Heusdens treffen, mit denen sie nun bei den Vipers am Ball ist.

Ein sicheres Abschlussverhalten, guter Zug zum Tor und das Antizipieren im Defensivverhalten sind drei Stärken, die Markus Berchten an der Nummer 18 schätzt. „Mit Romana haben wir taktisch mehr Möglichkeiten. Sie wird ein gutes Duo mit Annika Busch bilden“, sagt der Trainer und räumt beiden Rechtsaußen im Saisonverlauf gleiche Einsatzchancen ein.

Die Chance, in Deutschland sportlich Fuß zu fassen, hat die passionierte Snowboarderin Laura Magelinskas zu verdanken. Denn ihre Nationalmannschaftskollegin unterschrieb 2010 einen Vertrag bei der HSG Bensheim/Auerbach und nahm ihre Freundin zum Probetraining mit - der Rest ist Geschichte. Ebenso wie der Kreuzbandriss, den sich Grausenburger im Dezember 2011 beim Aufwärmen vor dem Topspiel mit Bensheim/Auerbach beim TV Nellingen zugezogen hatte.

„Bei der Kondition und Kraft habe ich keine Rückstände mehr. Nun müssen die Automatismen wieder greifen“, sagt der Neuzugang. Auf und neben dem Parkett wartet also viel Arbeit auf sie. Denn unter der Woche pendelt sie nach Kassel zur Berufsschule. Derzeit mit dem Auto, bald wohl mit dem Bus. Dann könnte sie wieder mehr lesen, denn die angehende Mediengestalterin verschlingt in ihrer Freizeit alles von Romanen über Thriller bis hin zu Liebesschnulzen. Auch andere Hobbys wie Wakeboarden und Beachvolleyball kommen derzeit zu kurz. Dafür darf sie ab heute ihren Traum, in der 1. deutschen Liga zu spielen, leben. Das hat von ihren ehemaligen Mitschülern niemand geschafft.

Von Sebastian Schmidt

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