1. Handball-Bundesliga: Bad Wildunger Vipers verlieren beim HC Leipzig 21:30 (7:19)

Eine Halbzeit vorgeführt

Gar nicht zufrieden: Vipers-Trainer Karsten Moos (zweiter von rechts) während einer Auszeit in der ersten Hälfte. Foto: Eibner
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Gar nicht zufrieden: Vipers-Trainer Karsten Moos (zweiter von rechts) während einer Auszeit in der ersten Hälfte.

Leipzig. In der ersten Halbzeit musste man um die Gäste bangen. Die HSG Bad Wildungen fand bei der Handball-Bundesliga-Partie in Leipzig lange nicht ins Spiel. Viel zu einfach machten es die Vipers dem Kontrahenten, der freilich auch der große Favorit war.

Am Ende hieß es 30:21 (19:7) für die Sächsinnen, doch den zweiten Durchgang in Leipzig gewonnen zu haben, können nicht viele Teams für sich in Anspruch nehmen.

„Am Anfang waren wir viel zu ängstlich“, sagte Bad Wildungens Trainer Karsten Moos. „Da haben wir jeden Druck vermissen lassen und sind dafür zu Recht bestraft worden.“ Schnell lag sein Team, das nur mit zehn Spielerinnen angereist war, deutlich zurück. 1:6 hieß es nach acht Minuten, kurz vor der Halbzeit betrug der Abstand zehn, mit dem Pausenpfiff zwölf Tore. Da nutzte es auch nichts, dass Manuela Brütsch im Bad Wildunger Tor einige Paraden zeigte, insbesondere gegen Nationalspielerin Luisa Schulze. Im Angriff allerdings verlor ihr Team viel zu oft und viel zu schnell den Ball, so dass der HCL zu seinen gefürchteten Kontern kam.

„In der Halbzeit haben wir uns gesagt: Okay, jetzt müssen wir zeigen, dass wir doch nicht so schlecht sind“, sagte Miranda Robben. Und siehe da, Bad Wildungen konnte das Ergebnis erträglich gestalten. Das lag sicher auch daran, dass der HCL nun viele Nachwuchsspielerinnen einsetzte und den Gastgeberinnen fünf Spielerinnen wegen Verletzung oder Erkrankung nicht zur Verfügung standen. Mit den Gedanken war Leipzig ohnehin wohl schon bei den beiden anstehenden Europapokal-Spielen. Am Freitag trifft der HCL in Dessau auf Trondheim, das Rückspiel findet am Sonntag in Leipzig statt.

Moos wünschte seinem Kollegen Stefan Madsen alles Gute für die internationalen Aufgaben und nahm seinerseits die Anerkennung mit nach Hause, in den letzten 30 Minuten eine gute Leistung gezeigt zu haben. Neben den beiden Torhüterinnen – auch Julia Gronemann hielt in der Endphase gut – machten ebenfalls Sabine Heusdens (sechs Tore), Tessa Cocx und Romana Grausenburger (jeweils fünf) ihre Sache ordentlich. So dürfte die etwa vier Stunden dauernde Rückfahrt erträglich verlaufen sein, worauf nach einer halb einer Stunde noch nichts hingedeutet hatte.

Der HCL seinerseits nahm die zweite Halbzeit nicht sonderlich tragisch. „Wir haben viel gewechselt, da ist das normal“, sagte Anne Müller. „Wir mussten Kräfte für das Wochenende sparen“, erklärte Maura Visser. Stefan Madsen war froh, dass sich die jungen Spielerinnen sehr engagiert gezeigt hatten. „Den Spielverlauf hatte ich fast so erwartet“, bekannte der Däne. (bf)

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