Kommentar zur Entlassung von Bruno Labbadia

HSV: Verein der Unmöglichkeiten

Bruno Labbadia

Der Hamburger SV hat mal wieder seinen Trainer entlassen: Bruno Labbadia muss nach nur fünf Spieltagen in der neuen Saison gehen. Ein Kommentar von Florian Hagemann

Wenn der Hamburger SV noch ein Alleinstellungsmarkmal hat, dann ist es womöglich dies: Er ist der Verein der Unmöglichkeiten. Er bringt es zum Beispiel fertig, selbst dann nicht abzusteigen, wenn er die letzten fünf Saisonspiele verliert, weil die Konkurrenz ebenfalls nicht in der Lage ist, auch nur einen Punkt zu holen. Er schafft es zudem immer wieder, überteuerte Neuzugänge zu verpflichten, obwohl er angeblich hoch verschuldet ist. Und er demontiert einen Menschen, der im vergangenen Jahr noch Hamburger des Jahres in der Kategorie Sport geworden ist.

Was in Hamburg abgeht, ist also längst aberwitzig. Dabei soll noch nicht einmal gesagt sein, dass die Trennung von Bruno Labbadia falsch ist. Unter ihm gelang zwar 2015 der wundersame Klassenerhalt und in der vergangenen Saison ein achtbarer Platz zehn. Aber er hat diese Mannschaft in der Tat nicht dahingehend weiterentwickelt, als dass sie sich wie selbstverständlich Torchancen erarbeitet. Von daher taugt auch nicht das respektable 0:1 gegen die Bayern als Gradmesser seiner Arbeit.

Das Problem sind nur der Zeitpunkt und die Art und Weise der Entlassung. Labbadias Stärken und Schwächen waren schon vor der Saison bekannt. Warum also vertraut die Vereinsspitze ihm erst und gibt ihn aber gleich nach den ersten zwei, drei Saisonspielen ohne Erfolg zum medialen Abschuss frei? Das wiederum hat mit dem völlig unkontrollierbaren Umfeld dieses Klubs zu tun, der seit Jahren gerade wegen dieser äußeren Einflüsse eine so dringend notwendige klare Linie vermissen lässt. Es ist daher egal, wer Bruno Labbadia nachfolgt. Solange nicht das Umfeld mit dem Allmächtigen Investor Kühne beruhigt wird, bleibt der Trainer in Hamburg eine – mit Verlaub – arme Sau.

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