Punktsieg über Kutscher

Huck bleibt Box-Weltmeister - trotz gebrochener Schlaghand

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Marco Huck bleibt Weltmeister des unbedeutenden Verbandes IBO. Foto: Alexander Körner

Hannover - Mit gebrochener Hand quälte sich Weltmeister Marco Huck zur Titelverteidigung gegen Dmytro Kucher und hofft nun auf einen großen Kampf. Ex-Champion Henry Maske sieht allerdings noch Luft nach oben.

Vom dicken Ei auf seiner rechten Pranke ließ sich Marco Huck die Partystimmung nicht vermiesen. "Mein nächstes Ziel ist erstmal eine Disco", sagte der alte und neue Box-Weltmeister und grinste. Der süße Geschmack des WM-Titels machte selbst die pochenden Schmerzen der gebrochenen Schlaghand vergessen.

"Ich bin endlos glücklich", sagte Huck. Und bevor sich der Berliner um kurz vor zwei Uhr mit stark geschwollenem Handrücken ins hannoversche Nachtleben stürzte, unterstrich er auch verbal die eigenen Ansprüche. "Ich fühle mich sehr gut und möchte gegen die besten der Welt antreten. Ich hoffe, dass das sehr schnell der Fall sein wird."

An seiner Mission lässt Huck keinen Zweifel: Der einstimmige und eindeutige Punktsieg im Duell um den sportlich wenig bedeutenden IBO-Gürtel im Cruisergewicht gegen Europameister Dmytro Kucher aus der Ukraine soll nur eine Zwischenstation gewesen sein. Huck will schnellstmöglich zurück auf die ganz große Bühne, zurück auf den Thron in einem der vier großen Verbände WBA, WBC, WBO und IBF.

Dafür muss er allerdings noch eine kleine Schippe drauflegen. Zwar schraubte Huck seinen Kampfrekord mit großem Herzen auf 40 Siege (27 davon durch K.o.) in 44 Profi-Duellen, boxte weitaus disziplinierter (Huck: "schlauer") als zuletzt und ließ sich auch durch die frühe Verletzung in der vierten Runde nicht stoppen, doch vor allem physisch offenbarte er noch Luft nach oben.

"Substanz und Kondition fehlte noch ein wenig, da muss er nochmal nachlegen", sagte die deutsche Box-Ikone Henry Maske dem SID in Hannover. Die Rückkehr an die Spitze traut er dem 32 Jahre alten Huck aber durchaus zu. "Er ist ja noch kein alter Herr", so Maske. Und auch Ex-Schwergewichts-Champ Wladimir Klitschko sagte: "Da kommt noch etwas bei ihm."

Der Huck-Clan wähnt den gebürtigen Serben schon jetzt wieder in der Weltspitze. "Marco befindet sich in der Champions League, da gibt es nur einen kleinen Kreis an Gegnern", sagte Coach Varol Vekiloglu: "Mal gucken, wen das Los als nächstes trifft." Im Raum stehen Fights gegen WBO-Weltmeister Alexander Usyk aus der Ukraine, den britischen WBC-Champion Tony Bellew oder den Russen Denis Lebedew, Titelträger der Verbände WBA und IBF.

Dass Huck, der seinen WBO-Gürtel im August 2015 nach sechs Jahren und 13 erfolgreichen Titelverteidigungen verloren hatte, auch medial noch immer das Potenzial für höhere Weihen besitzt, zeigen die TV-Quoten. Im Schnitt sahen 3,73 Millionen Zuschauer den Kampf gegen Kucher. Dies entsprach einem Marktanteil von 18,7 Prozent - eine gute Quote für Sender RTL. Ihren Höchstwert erreichte die Übertragung am späten Samstagabend in der zwölften und letzten Runde, als um kurz nach Mitternacht bis zu 4,02 Millionen Zuschauer einschalteten.

Kampfbilanz Huck

Kampfbilanz Kutscher

sid/dpa

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