IAAF-Krise: Schicksalstag für russische Leichtathletik?

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Ein 27-köpfiges IAAF-Council fällt heute möglicherweise eine Entscheidung. Foto: Maxim Shipenkov

Das Council des Leichtathletik-Weltverbandes berät am Freitag über den Doping-Skandal in Russland. Die Vorwürfe aus dem WADA-Bericht sind gravierend: Der einst großen Sport-Nation droht der Ausschluss aus der IAAF - und damit von den Olympischen Spielen 2016.

Frankfurt/Main (dpa) - Schwarzer Freitag für die russische Leichtathletik? Im größten Doping-Skandal ihrer Geschichte droht der ehemaligen Sport-Großmacht und Medaillenschmiede schlimmstenfalls der Olympia-Bann für Rio 2016.

Doch dazu müsste die Exekutive des Weltverbandes IAAF einen Ausschluss beschließen - möglicherweise fällt diese Entscheidung schon am Freitag bei einer Krisenberatung des 27-köpfigen IAAF-Councils. Sportminister Witali Mutko hat immerhin angekündigt, dass der russische Leichtathletik-Verband die geforderte Stellungnahme bis dahin abgeben werde. Die Frist hatte der neue IAAF-Präsident Sebastian Coe gesetzt.

Stabhochsprung-Legende Sergej Bubka hat sich gegen eine Kollektivstrafe und zugleich für den Schutz der unbescholtenen Sportler ausgesprochen. "Sie sollten nicht darunter leiden. Es ist unsere Pflicht, die sauberen Athleten zu schützen", sagte der Vizepräsident des Weltverbandes IAAF. "Wir müssen harte Entscheidungen treffen, ohne Zweifel", sagte der 51 Jahre alte Ukrainer. "Es könnte eine provisorische Suspendierung sein." Man werde den russischen Verband rigoros zum Handeln drängen, kündigte Bubka an. "Wenn sie den richtigen Weg beschreiten, dann können sie möglicherweise vor Rio zurückkommen."

Coe hält die Einbeziehung der Russen im Zweifel für besser als ihre Ausgrenzung, sagte der IAAF-Chef. Der öffentliche Druck auf das Council ist aber gewaltig, da nicht zuletzt die Ermittlungskommission der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA in ihrem Bericht empfohlen hat, die Russen vorerst aus dem Weltverband auszuschließen.

Russlands Präsident Wladimir Putin forderte eine weitere Untersuchung des Skandals ausgerechnet durch einheimische Behörden. "Wenn unsere ausländischen Kollegen Zweifel haben, ist es notwendig, dass keine Fragen offen bleiben", sagte er laut Bericht der Agentur Interfax.

Die WADA-Kommission hatte am Montag in einem mehr als 300-seitigen Report ein gigantisches Doping- und Korruptionssystem in der russischen Leichtathletik angeprangert. Sie schlug den Ausschluss des nationalen Verbandes aus der IAAF vor. Fünf Athletinnen, vier Trainer und ein Sportmediziner sollten auf Lebenszeit gesperrt werden.

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