Interimspräsident Koch sorgt sich um DFB-Gemeinnützigkeit

+
DFB-Interimspräsident Rainer Koch sorgt sich um die Gemeinnützigkeit des Deutschen Fußball-Bundes. Foto: Christian Charisius

Die WM-Affäre wird den DFB auch im neuen Jahr noch gehörig beschäftigen. Womöglich drohen hohe Nachzahlungen. Sportlich zieht Interimschef Koch ein insgesamt positives Fazit. Und er blickt optimistisch Richtung EURO 2016.

Berlin (dpa) - Der Deutsche Fußball-Bund muss womöglich um die Anerkennung seiner Gemeinnützigkeit fürchten. Der DFB werde höchstwahrscheinlich mit Steuernachforderungen konfrontiert werden, meinte Interimspräsident Rainer Koch.

Und man müsse alles dafür tun, "dass wir am Ende nicht auch noch für gewisse Zeiträume die Gemeinnützigkeit aberkannt bekommen. Denn dann bedrohen den DFB durchaus sehr erhebliche Zahlungsforderungen, die man auch nicht aus der Portokasse bezahlen kann", betonte Koch.

Solange ein Verein oder auch ein Verband als gemeinnützig anerkannt ist, genießt er zahlreiche steuerliche Vergünstigungen. Eine befristete Aberkennung könnte für den DFB demnach beträchtliche Zahlungen an den Fiskus nach sich ziehen. Um all das zu vermeiden, betreibt der DFB in der Affäre um die Vergabe der Heim-WM 2006 eine "intensive Aufklärungsarbeit".

Dabei geht es um eine weiterhin ungeklärte Zahlung in Höhe von 6,7 Millionen Euro an den Weltverband FIFA. In dem Zusammenhang war Wolfgang Niersbach im November vom Posten des DFB-Präsidenten zurückgetreten. Koch und Liga-Präsident Reinhard Rauball führen den größten Sportverband der Welt seitdem interimsweise. "Wirtschaftlich kann man die Folgen noch nicht absehen", sagte Koch zum Skandal um die Millionenzahlung.

Die Angelegenheit belaste "den gesamten Fußball in Deutschland", betonte Koch in dem Interview, das der DFB an den Weihnachtsfeiertagen in zwei Teilen auf seiner Homepage veröffentlichte. Sie belaste vor allen Dingen auch die vielen Tausenden Ehrenamtlichen in den 25 000 Vereinen, unterstrich Koch. "Die können gar nichts dafür, leiden aber darunter." Deswegen seien sie an der Spitze des DFB "jetzt in der Pflicht", dass die Umstände aus der Vergangenheit aufgeklärt würden.

Sportlich strich Koch die Olympia-Qualifikation der U21 und der Frauen-Nationalmannschaft als positiv heraus. "Ich würde sagen, es war kein herausragend gutes Jahr, aber es war wirklich wieder ein gutes Jahr", meinte er. Er warnte zwar, dass man sich nicht auf den Lorbeeren von Maracana, sprich dem WM-Titel 2014 in Brasilien, ausruhen dürfe. Mit Blick auf die EM im nächsten Jahr äußerte sich Koch aber zuversichtlich: "Ich bin eigentlich sehr guter Dinge und optimistisch, was unsere Aussicht für die Euro in Frankreich betrifft."

Video 1

Video 2

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.