Schnellcheck des Handball-Länderspiels

Kassel feiert deutsche Handballer - 26:25-Sieg gegen Island

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Kassel feiert deutsche Handballer - 26:25-Sieg gegen Island

Kassel. Es war zwar nur ein Testspiel vor der Europameisterschaft - aber Kassel hat am Samstagnachmittag eine Handball-Party erlebt. 4300 Zuschauer in der ausverkauften Rothenbach-Halle feierten den 26:25 (15:13)-Erfolg der deutschen Nationalmannschaft über die Vertretung Islands.

Am Sonntag gibt es dieses Duell noch einmal ab 15 Uhr in der Tui-Arena in Hannover. Dafür gibt es keine Eintrittskarten mehr - wie in Kassel am Samstag.

Unser Schnellcheck zum Länderspiel:

Wie war das Spiel?

Es begann etwas holprig: technische Fehler hier wie dort. Doch nach ein paar Minuten fand vor allem das deutsche Team immer besser seinen Rhythmus. Um nicht zu sagen: Sie knüpften da an, wo sie beim ersten EM-Test am Dienstag gegen Stuttgart aufgehört hatten. Das Angriffsspiel war variabel, und die Deckung zwang die Nordlichter zu einigen Verzweiflungswürfen.

In der zwölften Minute hieß es 6:3 nach einem Kracher von Christian Dissinger. „Was der Kieler kann, kann ich auch“, mag sich Nebenmann Steffen Fäth kurz darauf gedacht haben. Jedenfalls wuchtete er das Leder zum 9:5 in die Maschen. Ja, es gab viel Spektakuläres von der DHB-Auswahl zu sehen – Paraden von Torwart Carsten Lichtlein inklusive.

Die Höhepunkte aus isländischer Sicht waren die Treffer des Ex-Kieler Spielmachers Aron Palmarsson. Aber auch Kapitän Gudjon Valur Sigurdsson hatte einige Pfeile im Köcher. Er warf etwa das 13:15. Danach war Pause.

Auch im zweiten Durchgang ließen sich die Mannen von der Insel nicht so ohne weiteres abhängen. Andererseits behielten die Deutschen stets kühlen Kopf. Zudem fügte sich Schlusmann Andreas Wolff nach seiner Hereinnahme mit einigen Paraden gut ein. Beim Gegentreffer von Alexander Petersson zum 21:22 war auch er machtlos (49.). Der Angreifer von den Rhein-Neckar Löwen markierte auch das 23:23 (53.). Jetzt stand die Partie auf des Messers Schneide. Island schaffte sogar das 24:23 durch Arnor Gunnarsson. Darauf antworteten die Mannen von Bundestrainer Dagur Sigurdsson mit Treffern des zusehends stärker werdenden Hendrik Pekeler und von Dissinger (25:24.). Das glücklichere Ende hatte der Gastgeber.

Wer war Spieler des Spiels?

Da muss man nicht lange überlegen: Christian Dissinger. Der 24 Jahre alte Halblinke aus Kiel traf und traf und traf. Nicht einfach so: Die Bälle schlugen in den Ecken ein, dass kein Blatt Papier mehr dazwischen gepasst hätte. Mit acht Toren war er bester deutscher Schütze.

Wie war die Stimmung in der ausverkauften Rothenbach-Halle?

Durch die Erfolge der MT Melsungen in diesem Jahr sind die Fans von den Auftritten auf dem Messegelände einiges gewohnt. Dennoch machten die Zuschauer mächtig Radau auf den Rängen. Klar, sie wollten einiges dazu beitragen, dass das deutsche Team mit einem guten Gefühl nach Polen reist. Dort beginnt am 15. Januar die EM.

Gab es einen besonderen Moment?

Nicht nur einen. Es ging schon vor dem Spiel los. Bernd Kaiser, Pressesprecher des Ausrichters MT Melsungen und seit fast 20 Jahren auch für den Deutschen Handball-Bund tätig, wurde vor dem Anwurf inoffiziell mit einem DHB-Trikot ausgezeichnet. Dafür, dass er in Kassel zum 200. Mal ein Länderspiel einer deutschen Nationalmannschaft kommentierte. Er bekam viel Beifall – aber nicht annähernd so viel wie Johannes Sellin. Der MT-Rechtsaußen wurde in seinem Wohnzimmer empfangen wie ein Popstar, der ein Konzert in dem Club gibt, in dem seine Karriere begonnen hatte. Nach der Pause wurde er für Tobias Reichmann eingewechselt. Sein einziges Tor war das 26:25.

Handball-Länderspiel in Kassel: Deutschland gegen Island

War denn noch ein Mitglied der Melsunger Bundesliga-Mannschaft in der Halle?

Ja. Kapitän Michael Müller, aktuell immerhin im 28er-Kader der DHB-Auswahl, war als Co-Kommentator für sportdeutschland.tv aufmerksamer Beobachter des Geschehens. Am Montag reist er mit seinen Vereinskameraden ins Trainingslager nach Fuerteventura.

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