Wiedersehen vor Gericht

Kasseler Arbeitsrechtler entscheiden über Klagen von drei Ex-Huskies

Sie klagen vor Gericht: Benjamin Finkenrath ...

Kassel. Das Wiedersehen hatten sie sich anders vorgestellt. Denn eigentlich wollten Benjamin Finkenrath, Kyle Doyle und Danny Albrecht auch in dieser Saison wieder im Trikot der Huskies dem Puck nachjagen.

Weil daraus aber nichts wurde, wird am heutigen Freitag ab 14 Uhr das Arbeitsgericht am Ständeplatz über die Kündigungsschutzklagen der drei Eishockey-Meisterspieler verhandeln.

Der Rückblick: 27 Spielern, zwei Trainern, sieben Mitarbeitern in der Eissporthalle, sechs Beschäftigten in der Geschäftsstelle der Huskies und Geschäftsführer Stefan Traut, die bei der damals insolventen Kasseler Eissporthallen-Betriebsgesellschaft GmbH beschäftigt waren, wurden am Beginn dieses Jahres von Insolvenzverwalterin Jutta Rüdlin (Melsungen) zum 30. April 2014 ihre Arbeitsverträge aufgekündigt.

Zahlreiche Spieler hatten ohnehin Verträge, die am Saisonende ausliefen. Benjamin Finkenrath, Kyle Doyle und Danny Albrecht indes – womöglich auch einzelne andere Spieler – hatten Kontrakte auch für die jetzt laufende Saison 2014/15. Andere Angestellte hatten ohnehin unbefristete Arbeitsverträge.

... Kyle Doyle ...

Darum geht es jetzt: Mit seiner zu Jahresbeginn eingereichten Klage wollte sich das Meistertrio vor den Folgen eines Zusammenbruchs des Kasseler Eishockeys schützen und sich die vertraglich zugesicherten Fakten (z. B. Gehaltszahlungen) sichern. Das machen die drei Spieler nun vor Gericht geltend.

Angeklagt, den Spielern ihre Verträge zu erfüllen, sind Insolvenverwalterin Rüdlin als Rechtsvertreterin der KEBG, über die inzwischen das Insolvenzverfahren eröffnet ist und noch läuft die Kasseler Sportstätten-KG (Kaspo) der Eheleute Kimm als aktuelle Betreiber der Eissporthalle die Kassel Sport- und Entertainment GmbH (KSE) mit Geschäftsführer Joe Gibbs, die jetzt den Spielbetrieb der Huskies organisiert.

... Danny Albrecht.

Der Knackpunkt: Grundlage eines Urteils muss wohl eine Entscheidung des Gerichts sein, ob der aktuelle Huskies-Spielbetrieb und die Eissporthallen-Nutzung als Betriebsübergang von der KEBG hin zu Kaspo und KSE zu bewerten ist. Wenn ja, dann sind Kaspo und KSE in der Pflicht. Wenn nicht, dann dürfte die Klage der Spieler ins Leere laufen.

Und: Da auch andere ehemalige KEBG-Beschäftigte gegen ihre Kündigungen vorgehen, könnte ein Urteil ergehen, das nicht nur für Finkenrath, Doyle und Albrecht Folgen hat. (sam)

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