Verzahnung der Ligen gescheitert - DEL bleibt auch 2018 dicht

DEL 2: Aufstieg in die DEL ist vorerst vom Tisch

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Meister sind sie, doch aufsteigen in die DEL dürfen sie nicht. Auch nicht 2018: Trainer Rico Rossi (Mitte) mit Michi Christ (links) und Kapitän Manuel Klinge im April bei der Meisterfeier am Kasseler Rathaus.

Kassel. Kassel. Unverständnis, Frust und Enttäuschung bei Verantwortlichen und Fans der zweiten Eishockey-Liga:

Die von den Klubs des Unterhauses mit großem Engagement forcierte Rückkehr zu Auf- und Abstieg zwischen den beiden nationalen Topligen DEL und DEL2 mit Meister Kassel Huskies ist zumindest für 2018 kein Thema mehr. Das verkündeten beide Ligen am Mittwoch in einer gemeinsamen Erklärung.

Aktualisiert um 20.48 Uhr.

Bis zum 31. März hatten die Kasseler sowie Bietigheim, Bremerhaven, Ravensburg, Riessersee und Heilbronn wie von der DEL gefordert unter anderem Bürgschaften über jeweils 816 000 Euro hinterlegt und mindestens 4000 Zuschauerplätze nachgewiesen. Eine Prüfung dieser Unterlagen von einer unabhängigen juristischen Instanz, die von der DEL in Auftrag gegeben wurde, ergab aber, dass die Bedingungen nicht erfüllt seien. Auf eine Klage gegen diesen Bescheid indes verzichten die DEL2-Gesellschafter nun. Mangels positiver Perspektive.

Der Grund: Ausgerechnet die Fischtown Pinguins Bremerhaven sind für die Hamburg Freezers in die DEL aufgerückt. Sie aber waren ein Motor der DEL2-Initiative, haben nicht nur die eigene Bewerbung forciert, sondern hinter den Kulissen offenbar auch noch zwei weitere Klubs bei ihren Bürgschaften unterstützt, damit das geforderte Sechserfeld komplett wird.

„Mit dem vorgezogenen Aufstieg Bremerhavens fallen ein Bewerber und einige erbrachte Leistungen weg“, erklärte DEL2-Geschäftsführer René Rudorisch. „Die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Klage haben sich damit fundamental geändert.“

Rudorisch betont, dass sechsmal 816 000 Euro hinterlegt wurden, dass sechs Klubs definitiv die Verzahnung zwischen DEL und DEL2 wollen. „Für die Weiterentwicklung der Liga und unserer Klubs ist die Einführung von Auf- und Abstieg elementar. Umso enttäuschender ist die Ablehnung unserer Unterlagen, die dem Sinn nach den Anforderungen der DEL entsprachen. Und natürlich ist die aktuelle Entwicklung ein Rückschlag.“

Neue Verhandlungen

Ob die Zweitligisten nun bis zum 31. März 2017 einen neuen Anlauf nehmen, um dann für 2019 eine Verzahnung der Ligen hinzubekommen, erscheint fraglich. Rudorisch wurde von den DEL2-Klubs beauftragt, mit der DEL über eine Fortsetzung der Verhandlungen zu reden mit dem Ziel, erfüllbare Anforderungen zu bekommen.

Im Kasseler Lager wurde die Nachricht mit Enttäuschung aufgenommen. „Das ist ein Rückschritt nicht nur für uns und die DEL2, sondern für das deutsche Eishockey“, urteilte Trainer Rico Rossi. Die zweite Liga entwickele sich prächtig, werde immer professioneller und habe alles dafür getan, den sportlichen und wirtschaftlichen Unterschied zur DEL zu verkleinern. „Aber von der DEL werden uns immer wieder neue Steine in den Weg gelegt“, sagte der Huskies-Coach.

Die Löwen Frankfurt, die nicht zum Kandidaten-Sextett gehörten, haderten mit der Entwicklung, forderten nun aber weiterhin Einigkeit der DEL2-Klubs, denn eine Ligen-Verzahnung sei elementar und alternativlos. „Im Dialog müssen wir uns aufeinander zubewegen, damit die Bemühungen der DEL2 auch zum Erfolg führen können“, hieß es in einer Presseerklärung.

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