Beim 2:3 gegen Bremerhaven trifft Conor Morrison wieder, und Papa Dave strahlt

Husky Conor Morrison trifft - und sein Papa ist der Glücksbringer

Im Auge des Huskies: Vater Dave (rechts) und Sohn Conor Morrison. Foto:  Diekmann

Kassel. „Eigentlich müsste ich meinen Vater jetzt als Talismann hier behalten. Aber er wird wohl erst wieder in den Playoffs aus Toronto nach Kassel kommen.“

Conor Morrison sprach aus, was einige Leute dachten am späten Dienstagabend in der Eissporthalle. Denn tatsächlich hatte die Kasseler Eishockey-Legende „Mister“ Dave Morrison (52) zumindest mental Pate gestanden, als sein Sohn Conor (25) nach 17 Spielen ohne Erfolgserlebnis endlich seine Torflaute mit dem achten Saisontreffer beendete. Es war das 1:1 (51.) in einem Drei-Stunden-Krimi gegen kampfstarke Pinguine aus Bremerhaven, die nach Penaltyschießen mit 3:2 gewannen.

Für Rico Rossi war es keine Frage, ob denn seine Huskies gegen den Meister nun einen Zähler gewonnen oder zwei verloren hätten. „Wir freuen uns über jeden Punkt. Wer hätte vor Saisonbeginn gedacht, dass wir schon acht Spiele vor Schluss unser Ziel von 80 Zählern erreichen würden“, erklärte der Trainer. Und verwies auf den dramatischen Spielverlauf. „Wenn Adriano Carciola nach 40 Sekunden seinen Alleingang zum 1:0 nutzt oder wir aus unseren vielen, vielen klaren Chancen mehr Kapital schlagen, dann hätten wir gewonnen, jede Wette.“

Wenn aber Bremerhaven nicht nur beim ersten Torschuss durch Dejdar erfolgreich gewesen wäre (2.), sondern auch noch das 2:0 erzielt hätte durch Hooton (15.) oder Vereist (51.), dessen Penalty Jeff Frazee ebenso spektakulär abwehrte, „dann hätten wir genauso gut leer ausgehen können“, wie Rossi weiß.

Hätte, wenn und aber: Vater und Sohn Morrison freuten sich über die Fakten. Nämlich dass beim Filius endlich der Knoten wieder geplatzt ist. „Conor hat viel bessere Hände als ich, ist viel flinker als ich es war“, sagt Papa Dave - „aber er hat in den letzten Wochen viel zu viel gegrübelt und wohl zu wenig aufs Tor geschossen.“

Kritik, die angekommen ist bei Conor, der sich gern Rat holt beim Senior. „Wir haben am Telefon viel geredet über meine Situation, er hat mir viele Tipps gegeben, als mir das Nachdenken die Beine schwer gemacht hat“, gibt Conor zu. Beispiele? „Ich sollte den Schläger lockerer halten, nicht so verkrampft; sollte die Wicklung mit Isoband verändern. Kleinigkeiten eben.“

Nun also ist der Bann gebrochen, und Papa Dave ist sicher: „Conor und diese Huskies sind hungrig, haben viel Talent. Mit diesem Charakter, den sie heute bewiesen haben, können sie noch ganz weit kommen.“

Übrigens: Seinen zunächst letzten Treffer hatte Conor Morrison am 14. Dezember erzielt - gegen Bad Nauheim. Den Gegner, der am morgigen Freitag um 19.30 Uhr in der Eissporthalle zu Gast sein wird.

Das sagt...: Dave Morrison

... über Torflaute bei Stürmern

„Ich weiß genau, wie es Conor in den letzten Wochen gegangen ist. Nach meinem Trümmerbruch an der rechten Hand 1994/95 habe ich auch wochenlang nichts getroffen und zu viel nachgedacht.“

... über seine Zeit in Kassel 

„Bei den Huskies hatte ich meine besten Jahre. Kassel ist meine zweite Heimat. Unsere Tochter Jayden wurde hier geboren im Krankenhaus Rotes Kreuz. Die Entwicklung von Klub und Team war damals super, es ging immer vorwärts. Was heute hier passiert erinnert mich an damals und ich bin froh, Conor zu einem Wechsel nach Kassel geraten zu haben. Hier ist er derzeit besser aufgehoben als in der DEL.“

... über das, was er vermisst

„Wenn ich in Deutschland bin, stehen ein frisches Hefeweizen und die deutsche Küche ganz oben - Jägerschnitzel natürlich, aber auch Gulasch, Sauerbraten und Roulladen. Das gibt es bei uns nicht.“

... über seine Weggefährten

„Ich bin noch mit einigen Jungs von damals in gutem Kontakt. Bruce Eakin betreibt eine Eisdiele am Golf von Mexiko, Pierre Rioux ist Talent-scout unserer Maple Leafs in Quebec, Roger Öhman trainiert die Junioren in Malmö und Greg Johnston ist nun Polizist.“

... über seine Arbeit

„Am Mittwoch um sieben fahre ich nach Schweden zu einem U-19-Turnier, danach weiter zur U 18 nach Tschechien und am Montag zurück nach Toronto.“

Dave Morrison (52) stammt aus Toronto (Kanada), dort lebt er mit Ehefrau Loretta und ist beim NHL-Team Maple Leafs Direktor für das weltweite Scouting von Amateurspielern. Der „Mister“ war Publikumsliebling bei den Huskies, deren Trikot #10 der Stürmer 1991 - ’93 und 94 - 97 trug. Die Bilanz: 207 Spiele - 112 Tore + 139 Vorlagen. (sam)

Von Gerald Schaumburg

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