Das Warten auf den Gegner

So bereiten sich die Huskies aufs Playoff-Halbfinale vor

Gegner zum Nachlesen: Trainer Rico Rossi erklärt die Statistiken der Frankfurter Spieler, die noch an der Wand in der Kabine der Huskies hängen. Foto: Srreuff

Kassel. So ganz ist Frankfurt noch nicht vergessen. Der Sweep. Das grandiose Viertelfinale. An den Wänden in der Huskies-Kabine hängen noch die Statistiken jedes Löwen mit seinen Stärken und Schwächen.

So, als ob sie auch drei Tage danach noch an den Triumphzug der Kasseler erinnern wollten. Und doch richten sich die Blicke längst auf das, was am Samstag beginnt: das Playoff-Halbfinale in der DEL 2.

Im Trainerraum sitzt Rico Rossi und studiert Videos. Nebenan stemmen die Spieler an diesem Montagvormittag Gewichte und gehen zur lockeren Einheit aufs Eis. Alles freiwillig, doch alle sind da. Erst am Dienstagnachmittag steht das erste gemeinsame Eis-Training wieder auf dem Programm. „Die Einstellung der Jungs ist einfach großartig. Ebenso wie die überzeugende Art, mit der sie Frankfurt geschlagen haben“, lobt der Trainer einmal mehr sein Team. „Wir hatten die ganze Zeit eine tolle Atmosphäre, aber diese Serie hat sie noch einmal gesteigert“, sagt Rossi. Und diesen Schwung wollen die Huskies nun mitnehmen.

Die Feinarbeit

Die Vorbereitung aufs Halbfinale hat für das Trainergespann Rossi/Boisvert längst begonnen. Ein großer Anteil ist dabei beispielsweise die Arbeit mit Videos. „Ohne sie hast du keinen Erfolg“, erklärt Rossi. Noch am Abend nach dem letzten Hauptrundenspiel, als feststand, dass Frankfurt im Viertelfinale der Gegner sein würde, analysierten die Coaches bis drei Uhr morgens den ersten Schwung Videos über die Löwen im Trainerraum.

Rossi arbeitet mit „Steva Hockey“ einem speziellen Schnittprogramm fürs Eishockey. Vor jedem Spiel stellt er fürs Team ein sechsminütiges Video über den Gegner zusammen. Darin stecken bis zu drei Stunden Arbeit. „Die Präsentation dauert mit Erklärungen zehn bis zwölf Minuten“, erklärt der Coach. Geschaut wird im Vip-Raum. „Die Jungs sollen raus aus der Kabine, dort wären sie zu abgelenkt.“ Das Handling ist einfach: Mit ein paar Klicks kann er ein Spiel in kleine Einheiten zerlegen und Laufwege markieren. Etwa Special Teams, Bullys, Spiel in der Angriffszone. Fünf gegen fünf. „Sie verinnerlichen die Abläufe viel besser, als wenn ich sie nur erklären würde. Auf dem Eis läuft das dann automatisch.“

Boisvert ist für andere Feinarbeit zuständig, das Bullyspiel etwa. „Das ist gegen Frankfurt dank seiner Vorbereitung super gelaufen“, sagt Rossi. Zeugnis davon gibt noch ein Ausdruck vom dritten Viertelfinalspiel. Die Quote jedes Huskies gegen jeden Frankfurter zeigt: Die Kasseler waren klar besser.

Die Gegner

Fest steht für die Huskies bislang nur: Sie werden die Halbfinal-Serie am Ostersamstag mit einem Auswärtsspiel beginnen. Rossi sagt: „Wir haben im Viertelfinale gesehen, dass Heim- oder Auswärtsspiele keinen großen Unterschied machen.“

Gegner ist entweder Meister Bietigheim oder Ravensburg. Egal, ob Steelers oder Towerstars: „Ich habe die Videos schon vorbereitet. Ich habe alle Spiele der bisherigen Saison durchgearbeitet“, sagt Rossi. Neben Bildmaterial der vier Spiele der Huskies gegen beide Teams greift er auch auf Material aus den Siegen von Bad Nauheim gegen Ravensburg und vom Erfolg Rosenheims gegen Bietigheim im Playoff-Viertelfinale zurück. „Ich zeige unseren Spielern, wie Nauheim und Rosenheim Erfolg hatten.“

Ein Wunschlos hat der Coach nicht. Über die Steelers sagt er: „Sie sind das beste Team der Liga, haben ein extrem hohes technisches Niveau und sind diszipliniert in ihrem System.“ Über Ravensburg: „Sie agieren mit sehr viel Tempo und haben sechs, sieben Angreifer, die das besonders gut draufhaben.“

Und: „Wir sind das erste von vier Teams, das sich fürs Halbfinale qualifiziert hat. Wir genießen die Atmosphäre und das Besondere, das gerade in der Luft liegt.“

Halbfinale:

Im Playoff-Halbfinale treffen die Huskies ab Ostersamstag entweder auf Bietigheim (1. ) oder Ravensburg (3.) Beide Teams standen nach der Hauptrunde vor den Huskies (4.). Fürs Halbfinale wird eine neue Tabelle auf der Grundlage der Hauptrunde gebildet. Die Rechnung geht so: Schaltet Dresden (7.) heute Abend Bremerhaven (2.) aus, spielt Dresden im Halbfinale gegen Bietigheim, die Huskies gegen Ravensburg. Setzt sich Bremerhaven doch noch gegen Dresden durch, spielen die Huskies gegen Bietigheim und Bremerhaven gegen Ravensburg.

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