DEL-Aufstieg 2018 ist für Kassel Huskies ein Thema

Kassel. Im Sommer 2018 könnte es wieder einen Aufsteiger aus der zweiten Eishockey-Liga in die DEL geben. Ein Thema, das auch die Kassel Huskies beschäftigt.

Als Manager Joe Gibbs und Eissporthallen-Inhaber Simon Kimm im Sommer 2014 mit den Huskies in die zweite Eishockey-Liga starteten, präsentierten sie einen Fünfjahresplan. Das große Ziel: Die Rückkehr in die DEL, das Oberhaus. Auf dem Weg dorthin steht nun der nächste Schritt an. Im Sommer 2018 soll es erstmals wieder die seit Jahren geforderte Verzahnung der beiden Topligen geben, bis zum 31. März 2016 nun sollen potenzielle Aufstiegsaspiranten der DEL 2 sich dazu bekennen – formell, vor allem aber auch wirtschaftlich.

„Wir wollen nach oben blicken, ganz klar“, erklärte dazu Joe Gibbs. Der Geschäftsführer der Huskies sieht die Kasseler „vor hohen Hürden, die wir aber überwinden können, wenn mehrere Leute anpacken und wir die Last auf viele Schultern verteilen können“. Knackpunkte des Anforderungskatalogs, den die Bewerber neben der elementaren sportlichen Qualifikation als Zweitliga-Meister erfüllen müssen, sind das altbekannte 6000-Punkte-Programm für Infrastruktur und Halle sowie ein dicker finanzieller Batzen: 800.000 Euro als Lizenzgebühr sowie 16.000 Euro für den DEL-Gesellschafteranteil werden bis Ende März in Form von hinterlegten Bürgschaften von der DEL eingefordert.

Immense Summen, die Gibbs und Kimm gern auf mehrere Personen verteilen möchten, auch um eine breitere kaufmännische Basis zu bekommen. „Wir werden in den nächsten Wochen unsere Sponsoren informieren und in Ruhe ganz bodenständig ausloten, wer ein Partner sein könnte“, erläutert Gibbs. Die Wiedereinführung von Auf- und Abstieg sei „eine große Chance für die DEL 2, aber auch für die Huskies in Kassel“. Die Eissporthalle sei dank des Engagements der Familie Kimm DEL-tauglich. Dennoch sei das Oberhaus ab 2018 nur dann ein Thema, wenn das kaufmännische Risiko kalkulierbar und die nötige finanzielle Basis vorhanden ist.

Artikel wurde aktualisiert um 21.40 Uhr

Zumal auch nach einer Info-Veranstaltung für interessierte Klubs in München offenbar noch viele Fragen offen sind. „Welche Gegenleistungen bekommen wir für unser Geld und welche Sicherheiten für den Fall, dass das Team durch Abstieg oder wirtschaftliche Probleme wieder aus der DEL ausscheidet?“ Das fragte Bernd Vogel (geo-Fennel), der beim Verlust der Kasseler DEL-Lizenz vor einigen Jahren viel Geld verlor, nun aber erneut Flagge für die Huskies zeigt und in München Mitglied der Kasseler Delegation war.

Fragen, die offenkundig auch andere potenzielle Bewerber umtreiben. So soll zunächst nur Bremerhaven eindeutig sein Mitmachen zugesagt haben. „Aber ein reges Interesse daran, das Thema Aufstieg jetzt voranzubringen, haben alle 14 Klubs gezeigt“, berichtet Liga-Geschäftsführer René Rudorisch. Und trotz der hohen Hürden sei beim Arbeitstreffen die Stimmung „vorsichtig optimistisch“ gewesen. Auch weil eines feststeht: Sollten am 30. März weniger als sechs Klubs für die DEL rüsten, dann verschiebt sich der Beginn von Auf- und Abstieg um ein Jahr auf 2019.

Historie: EHC München war der letzte Aufsteiger

1994 wurde die Deutsche Eishockey-Liga gegründet. Neben den zwölf bisherigen Bundesligisten waren auch sechs Zweitligisten dabei, darunter Meister Augsburg und der in der Finalserie 0:3 unterlegene Vize Kassel. 1996 wurde die DEL auf 16 Klubs reduziert, 1998 auf 14 Teams, danach wechselte die Stärke mehrfach.

2005 stiegen die Huskies zunächst sportlich gegen Wolfsburg ab (2:3), durften aber im Oberhaus verbleiben, nachdem die Niedersachsen keine Lizenz bekamen. 2006 jedoch erwischte es die Kasseler endgültig - als bis heute letzter Absteiger nach dem K.o. gegen Duisburg (1:4). Straubing rückte nach.

2008 schoss Drew Bannister die Huskies gegen Landshut als Zweitliga-Meister zurück ins Oberhaus. 2010 war der EHC München der letzte reguläre Aufsteiger in die DEL, die sich seither als geschlossene Gesellschaft präsentiert. Lediglich 2013 gab es eine Veränderung, als die Hannover Scorpions ihre Lizenz nach Schwenningen verkauften. 2010 erhielten die Huskies keine DEL-Zulassung mehr und starteten einen Neubeginn in der Hessenliga.

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