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Mit Ach, Krach und Eigentor: Kassel Huskies siegen knapp gegen Kaufbeuren

Kassel. Die Kassel Huskies haben am Dienstagabend mit einem 5:4-Sieg gegen Kaufbeuren den dritten Platz in der DEL2 gefestigt. Der war allerdings denkbar knapp.

Zwölf Tore nur hatten die Huskies in den letzten sechs Spielen erzielt, nur zwei Siege eingefahren. Da sollte der ESV Kaufbeuren als Aufbaugegner gerade recht kommen. Denn gegen die Allgäuer hatten die Kasseler Eishockey-Cracks in zuvor drei Duellen schon 17 Mal ins Schwarze getroffen. Zehn Minuten lang und bis zum 3:0 lief es auch diesmal wie am Schnürchen. Danach aber bedurfte es eines echten Kraftaktes und sogar eines Eigentores, bis mit 5:4 (3:1, 0:2, 2:1) der Erfolg des Tabellendritten gesichert war.

Der hatte vom ersten gewonnenen Bully weg losgelegt wie die Feuerwehr und dem sonst so starken ESV-Torwart Stefan Vajs mächtig eingeheizt. Der wurde von seinen Vorderleuten im Stich gelassen und war schon nach fünf Minuten erstmals bezwungen. Thomas Merl zog am rechten Flügel los, und als Vajs einen Querpass auf Daoust erwartete, traf der Kasseler ins kurze Eck. Das 1:0, der Dosenöffner.

Denn die Huskies setzten nach. Carter Proft nach Austin Wycisks Flachschuss (8.) und Jamie MacQueen mit dem Kasseler Powerplay-Klassiker (Direktschuss nach Querpass Canevales von links) schossen einen 3:0-Führung (10.) heraus.

Kaufbeuren aber blieb unbeeindruckt. Mehr und mehr wehrten sich die Allgäuer nun. Burnells Flügellauf bescherte ihnen noch 23 Sekunden vor der ersten Pause das 1:3 und beseelte das Team. Gegen nun defensiv fahrig und fahrlässig agierende Kasseler brachten sie Förderlizenzler Jimmy Hertel im Tor immer öfter in die Bredouille. Die Folge: Der ESV nutzte die Freiräume im Abwehrzentrum und kam durch Schmidle zum Anschluss (2:3/24.). Allmählich nur berappelten sich die Hausherren nun wieder. Doch nachdem sie klarste Torchancen ungenutzt ließen, kassierten sie kurz vor der zweiten Pause auch noch Pfaffenguts Ausgleichtor (36.).

Fortan war’s ein Bangen um die Huskies, weil so vieles nun Stückwerk blieb. Doch sie rackerten unverdrossen weiter, die Blauen. Und sie wurden binnen 40 Sekunden gleich doppelt belohnt. Erst spitzelte Jean-Michel Daoust einen Schlenzer Klinges zum 4:3 ins Netz (50.), dann wurde gar Jimmy Hertel als Torschütze zum 5:3 (51.) gefeiert. Dabei hatte er gar nicht selbst geschossen!

Wie das geht? Ganz kurios: Kaufbeuren hatte Scheibensitz, gegen Husky Little war ein Foul angezeigt. Also fuhr Torwart Vajs aus dem Kasten, machte einem sechsten Feldspieler Platz. Der ESV schoss aufs Kasseler Gehäuse, Hertel wehrte ab. Der Puck kam hinter dem Kasseler Tor zu einem Kaufbeurer Stürmer. Der wollte zurückpassen an die Blaue Linie. Doch das Zuspiel misslang total, die Scheibe sauste an Freund und Feind vorbei, längs über die gesamte Fläche und rutschte ganz langsam auch noch über die eigene Torlinie. Eigentore aber gibt es im Eishockey nicht. Und da Hertel als letzter Kasseler am Puck war, wird er als Torschütze geführt. Dieser kuriose Treffer war dann die Entscheidung. Spektakuläre Faustkämpfe blieben nur noch Zugabe.

Bilder von der Partie Kassel Huskies gegen den ESV Kaufbeuren

Statistik

Schiedsrichter: Hurtik (Bad Nauheim). Zuschauer: 2503

Tore: 1:0 (5;04) Merl (Klinge), 2:0 (7:35) Proft (Wycisk), 3:0 (9:43) MacQueen (Carnevale, Little - 5:4), 3:1 (19:37) Burnell (Thomas, Heider), 2:3 (23:39) Schmidle (Burnell), 3:3 (35:56) Pfaffengut (Burnell), 4:3 (49:30) Daoust (Klinge), 5:3 (50:10) Hertel (5:6), 5:4 (59:27) Burnell (St. Jacques)

Strafminuten: Kassel 12 + 10 Wycisk, Kaufbeuren 8 + 10 Versteeg

Das Video zum Spiel finden sie im Laufe des morgigen Vormittags an dieser Stelle.

Der Ticker zum Nachlesen

Live Blog DEL2: Kassel Huskies - ESV Kaufbeuren
 

 

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Rubriklistenbild: © Andreas Fischer/HNA

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