Bremerhaven ist auf dem Sprung in die DEL

Alfred Prey

Bremerhaven. Es fehlt nicht mehr viel, dann erfüllt sich für Alfred Prey ein Lebenstraum. Mit den Fischtown Pinguins steht der Bremerhavener Teammanager vor dem sehnsüchtig erwarteten Aufstieg in die Deutsche Eishockey-Liga (DEL).

Sportlich war für das Team von der Nordsee diesmal überraschend schon im Viertelfinale gegen Dresden Schluss, kaufmännisch aber blieb Prey mit seinen Weggefährten immer dran und könnte nun vom Farmteam der Hamburg Freezers zum Nachfolger des aus wirtschaftlichen Gründen abgemeldeten Erstligisten avancieren.

Was noch fehlt? Fünf ausländische Profis, um die Truppe halbwegs konkurrenzfähig zu machen. Und, vor allem, die Lizenz. Sorge hat Prey nicht wirklich, denn die DEL, die sich jahrelang vergeblich als geschlossene Gesellschaft präsentiert und alle Aufstiegsbemühungen der Zweitligisten abgeblockt hatte, sucht nun plötzlich händeringend nach einem 14. Team. Folglich gilt die DEL-Aufnahme der Pinguins nach Beendigung des Lizenzierungsverfahrens Ende Juni als höchst wahrscheinlich. Seit Jahren legt Prey vorsorglich seine Zahlen vor, um für den Fall wie jetzt, dass eine Lizenz frei wird, gewappnet zu sein.

„Eine gewisse Spannung liegt in der Luft. Man denkt: ‘Mensch Meier, jetzt könnte es wirklich Realität werden’“, beschreibt Prey. Sagt aber auch: „Wir müssen uns in Demut und Bescheidenheit üben.“ Denn, erklärt Kapitän Marian Dejdar: „Es ist kein Grund zum Jubeln, wenn ein Eishockey-Standort wie Hamburg verschwindet und Spieler ihre Arbeitsplätze verlieren.“ Zudem ist offiziell unklar, ob Bremerhaven wirklich der einzige Klub ist, der sich als Nachrücker beworben hat, wie in der Branche kolportiert wird.

Obwohl „wir hier in der Eishockey-Diaspora leben“ (Prey) kann sich die vor fünf Jahren eröffnete Eisarena auch auf DEL-Nieveau sehen lassen. 4425 Zuschauer haben Platz, in der DEL2 kamen 4280 Fans im Schnitt. Damit hätte Bremerhaven drei DEL-Teams hinter sich gelassen. Der Etat müsste dennoch auf 3,5 Mio. Euro steigen. Damit aber wäre der potenzielle Neuling immer noch abgeschlagenes DEL-Schlusslicht hinter Augsburg, Straubing, Krefeld, Schwenningen und Iserlohn mit geschätzt mindestens fünf Millionen Euro.

140 Sponsoren, die Zuschauer und 800 000 Euro Unterstützung von der Stadt Bremerhaven, so meldet es die Nordsee-Zeitung, sollen das wirtschaftliche Überleben sichern. Andernorts in der DEL - und nicht nur da - stehen finanzkräftige Geldgeber oder Mehrheitsgesellschafter dahinter. „Wir wollen die Region mobilisieren“, sagt Prey und stellt sofort klar: „Wir werden nie überschüttet sein mit Geld.“ 

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