DEL2-Saisoneröffnung unter freiem Himmel zwischen Frankfurt und Kassel

Eishockey vor 105.000 Fans: NHL ist Vorbild für Summer Game der Huskies

Rekordkulisse: Das Winter-Classic-Spiel in der US-amerikanischen Eishockeyliga zwischen den Detroit Red Wings (rot) und den Toronto Maple Leafs verfolgten im Michigan-Football-Stadion 105 491 Menschen. Foto: afp

Kassel. Die Kassel Huskies werden gegen die Frankfurter Löwen die Saison der DEL2 vor bis zu 50.000 Zuschauern eröffnen. Doch welche Vorbilder gibt es für so ein Freiluftspiel?

Ein Blick in die Geschichte der sportlichen Open-Air-Spektakel:

WM bei minus 28 Grad

Die Idee, klassische Hallensportarten unter freiem Himmel zu veranstalten, reicht bis in die 1950er-Jahre zurück. Prominentestes Beispiel ist die Eishockey-Weltmeisterschaft 1957 in der Sowjetunion, die in drei Fußballstadien stattfand. Das Finale im Lenin-Zentralstadion zwischen der UdSSR und dem späteren Weltmeister Schweden sahen bei minus 28 Grad mehr als 50 000 Menschen.

Auch andere Sportarten verließen testweise die Halle: Die Handball-Bundesliga eröffnete ihre Saison vor zwölf Jahren in der mit 30 925 Zuschauern besetzten Schalker Fußball-Arena mit der Partie THW Kiel gegen TBV Lemgo (31:26). Im Jahr 2014 besiegten die Rhein-Neckar Löwen den HSV Hamburg (28:26) vor 44 189 Fans im Frankfurter Fußballstadion – bis heute Zuschauer-Weltrekord im Vereinshandball.

Vom Winde verweht

Das erste Freiluftspiel der Basketball-Profiliga NBA trugen die Phoenix Suns gegen die Milwaukee Bucks 1972 in Puerto Rico aus. Im Baseballstadion von San Juan gewannen die Suns 116:103.

Nachteil einer großen Fußball-Arena: Die Handball-Fans in Frankfurt waren zwar live beim Spiel Rhein-Neckar Löwen gegen HSV Hamburg vor Ort, teilweise aber auch sehr weit weg. Foto: dpa

Die NBA hat danach nur noch vier Open-Air-Spiele ausgetragen. Das bislang letzte fand 2010 zwischen den Phoenix Suns und den Dallas Mavericks (98:90) im Tennisstadion von Indian Wells (USA) statt. Der Hauptgrund, warum sich die Freiluftspiele nicht durchsetzten, ist das Wetter. 2008 hatten die Teams mit starkem Wind zu kämpfen und trafen kaum den Korb. 2010 sagte der deutsche NBA-Profi Dirk Nowitzki ab, weil er befürchtete, wegen Windböen nicht wie gewohnt zu treffen.

Weltrekord in Detroit

In der Eishockeyliga NHL haben sich Spiele draußen hingegen bewährt – obwohl die Premiere fast buchstäblich ins Wasser fiel. Denn das erste offizielle NHL-Spiel unter freiem Himmel fand 1991 zwischen den Los Angeles Kings und den New York Rangers (5:2) vor dem Hotel Caesar’s Palace in Las Vegas statt – bei plus 27 Grad. Teilweise hüpften sogar Heuschrecken übers schmelzende Eis.

2003 griff die NHL die Idee wieder auf. Inzwischen finden immer am Neujahrstag die „Winter Classics“ unter freiem Himmel statt. Vor zwei Jahren sahen die Partie Detroit Red Wings gegen Toronto Maple Leafs (2:3) im Michigan-Stadion 105 491 Zuschauer: Eishockey-Weltrekord.

DEL spielt auch draußen

Davon inspiriert, hat die DEL hierzulande 2013 ihr erstes Open-Air-Spiel veranstaltet. Vor 50 000 Fans im Nürnberger Fußballstadion schlugen die Thomas Sabo Ice Tigers die Eisbären aus Berlin mit 4:3. Das „DEL-Winter-Game“ findet seitdem alle zwei Jahre statt. Für 2017 haben sich die Adler Mannheim als Gastgeber beworben.

Die DEL 2 setzt seit dieser Saison auf Freiluftspiele. Die Premiere des „Winterderbys“ gewannen die Dresdner Eislöwen in der Fußballarena gegen die Lausitzer Füchse (4:3) vor 31 853 Zuschauern.

Diese Marke, aktuell Europarekord für Zweitliga-Eishockey, soll im September geknackt werden.

Von Sebastian Schaffner und Celina Koch

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