Nach Penaltyschießen gegen Ravensburg Towerstars - Partie im Video

Huskies geben 4:0 gegen Ravensburg aus der Hand und verlieren 4:5

Kassel. Die Kassel Huskies haben am Freitagabend gegen die Ravensburg Towerstars mit 4:5 verloren. Obwohl es zwischendurch schon 4:0 gestanden hatte.

Erst Gala, dann Achterbahnfahrt, und am Ende ein Krimi und die Erkenntnis: Mit diesen Huskies ist in dieser DEL-2-Saison wirklich alles möglich. Gegen Heilbronn drehten sie ein 0:4 in ein 6:4. Gegen die Ravensburg Towerstars aber verspielten sie nicht nur ein 4:0, sondern unterlagen am Ende 4:5 nach Penaltyschießen (1:0, 3:3, 0:1, 0:0, 0:1). 

Die Huskies, sie zeigen vor 3100 Fans zwei Seiten. Beginnen wir mit der mitreißenden. Es sind die besten, verrücktesten sechs Minuten, die es in dieser Eishockey-Saison in der Kasseler Eissporthalle gegeben hat. Die zwischen der 22. und 28. Minute. Es ist die Sturm- und Drangphase der Gastgeber, in der ihnen einfach alles gelingt. Und es schlägt die Stunde des Goldhelms. Nicht einmal. Nicht zweimal. Sondern dreimal. 

Dass im letzten Training am Donnerstag ein Puck seine Nase brach – kein Beinbruch für einen Jamie MacQueen. 22. Minute: Die Huskies sind vier Sekunden mit zwei Mann mehr auf dem Eis. Mike Little passt auf MacQueen, Schlagschuss – 2:0. 24. Minute: Immer noch sind die Kasseler in Überzahl. Die Huskies überlassen ihrem Topscorer die Scheibe. Der schaut. Täuscht an. Schaut. Täuscht nochmal an. Und schießt. Mit Schmackes in die Maschen – 3:0. Schöner kann man sich ein Tor nicht ausgucken. 28. Minute: Was in Überzahl geht, geht auch in Unterzahl. Wieder landet der Puck beim Kanadier. Konsequent tankt er sich durch die Ravensburger Verteidigung – 4:0. Hattrick perfekt, in gerade einmal 5:35 Minuten.

„Oh wie ist das schön. So was hat man lange nicht gesehen“, stimmt der Heuboden an. Und es stimmt. Denn bis zu diesem Zeitpunkt ist es der beste Auftritt der Huskies in dieser Saison. Sie haben ihren Gegner im Griff. Sie machen da weiter, wo sie in Bremerhaven am Dienstag aufgehört hatten. Aggressiv im Forechecking, aufmerksam in der Defensive – ganz ohne die Aussetzer, mit denen sie sich in den vergangenen Heimspielen so häufig trotz Angriffswirbels einen Rückstand eingehandelt hatten. 

Schließlich waren sie ja auch endlich mal wieder in Führung gegangen: Nach 17 Minuten hatte Jens Meilleur den Gastgebern das überfällige 1:0 beschert, als er im dritten Nachsetzen die Scheibe regelrecht ins Tor arbeitete. Vielleicht konnten es die Huskies selbst nicht so recht glauben, dass sie plötzlich 4:0 führten. Denn so schnell sie gezaubert hatten, so schnell brachten sie ihre Gäste tatsächlich zurück ins Spiel. Und in dieser Phase, da kam ihre andere Seite zum Vorschein. Zu viel Übermut in der Verteidigung, gepaart mit drei gefährlichen Angriffen von MacLean, Roloff, Smith – und plötzlich stand es nur noch 4:3. Was folgt, ist ein offener Schlagabtausch, Eishockey auf höchstem Niveau zwischen zwei der torgefährlichsten Offensiven der Liga. Markus Keller im Huskies-Tor rettet dreimal spektakulär.

Vorn scheitert Adriano Carciola, jagt Meilleur die Scheibe knapp über die Latte. Die Frage ist, wer hat mehr Biss, wer die besseren Nerven? Denn dieses Spiel ist längst nichts mehr für schwache Nerven. Dann trifft Alexander Dück per Schlagschuss zum 4:4 (58.). Konstantin Schmidt besiegelt im Penaltyschießen die Niederlage. Und so bleibt es dabei: Gegen Ravensburg können die Huskies nicht gewinnen. Auch nicht nach einer 4:0-Führung. 

Kassel Huskies gegen Ravensburg Towerstars

SR: Schmidt (Brackwede),

Zuschauer: 3088

Tore: 1:0 (16:34) Meilleur (Christ, Proft), 2:0 (21:39) MacQueen (Little - 5:3), 3:0 (23:15) MacQueen (Little - 5:4), 4:0 (27:14) MacQueen (4:5), 4:1 (31:40) MacLean (F. Carciola), 4:2 (33:21) Roloff (Sezemsky), 4:3 (38:40) Smith (Sezemsky), 4:4 (57:50) Dück (Sezemsky), 4:5 (65:00) Schmidt Penalty

Strafminuten: Kassel 4, Ravensburg 10 +10 Dück

Rubriklistenbild: © Fischer

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