Irres viertes Spiel endet 5:2

Meister! Kassel Huskies stürmen gegen Bietigheim zum Titel

Der Huskies-Wahnsinn ist perfekt: Im zweiten Jahr nach dem Aufstieg in die DEL 2 feiern die Kassel Huskies die Meisterschaft. Und es ist ein absolut irrer Titelgewinn.

Mit dem Sweep, also vier Siegen in vier Spielen, gegen den Titelverteidiger und Favoriten Bietigheim Steelers. Und mit einer Dramaturgie, die es in sich hatte. 0:2 liegen die Huskies vor 6100 Zuschauern hinten. Doch wie ist das? Sie geben nie auf. Und sie drehen dieses Spiel im furiosen Schlussdrittel zu einem 5:2 (0:2, 1:0, 4:0). Um 22:14 Uhr reckt Kapitän Manuel Klinge den Pokal in die Höhe.

Doch von Beginn an. Das Unternehmen Titelgewinn sorgt für eine Premiere: Erstmals ausverkauft! Und wenn eine Halle kocht, dann diese. „You’ll never walk alone“ aus 6100 Kehlen. Eis in Huskies-Blau getaucht. Vorfreude, Kribbeln, Aufregung. Überall. Und immer wieder der Gesang der Playoffs: „Wir holen den Pokal.“

Doch dann, sehr schnell, erste Ernüchterung. 0:2 nach zehn Minuten. Die Gäste spielen wieder ohne Justin Kelly und Frederic Cabana. Doch sie bekommen ihre Tore serviert von sichtlich nervösen Huskies. Alex Heinrich spielt den Puck vor das eigene Gehäuse, direkt auf die Kelle von Paul-John Fenton – 0:1 in der 2. Minute. Und Sebastian Alts Schuss (10.) ist eigentlich kein Problem für Markus Keller. Eigentlich! Diesmal lässt der Torhüter den Puck durch die Fanghand rutschen.

Natürlich haben auch die Gastgeber Chancen. Durch Jamie MacQueens Solo. Durch den Abpraller nach Sven Valentis Schuss, den Adriano Carciola über statt in das Tor schaufelt. Doch sie sind fahrig in diesem Drittel. Auch in der Offensive. Das ist nicht gut. Noch nicht gut genug für den Titel.

Doch es ist ja noch viel Zeit. Und der Kapitän bringt die Huskies persönlich zurück ins Spiel. Die überstehen brenzlige Situationen zu Beginn des Mitteldrittels. Haben Glück, als Shawn Weller in einen Pass spritzt, der Puck aber am Pfosten liegen bleibt. Als die Scheibe nach Baiers Schuss auf die Latte trudelt. Und dann – endlich – die erste Befreiung. Manuel Klinge zieht über rechts davon, schießt. Trifft! In der 27. Minute steht es nur noch 1:2.

„Jetzt geht’s los“, dröhnt es durch die Halle. Die Partie wird mehr und mehr ein offener Schlagabtausch. Chancen auf beiden Seiten, Taylor Carnevale hat die beste. Vergibt. Danach wird es böse. Pinizzotto trifft Marco Müller am Hals. Und wenig später nagelt Dominic Auger Kassels Jens Meilleur an die Bande. Der wird benommen vom Eis geführt. Auger muss es ohnehin verlassen: Spieldauer!

Und mit fast fünf Minuten Überzahl gehen die Gastgeber ins Schlussdrittel. Die Huskies haben Chancen. Durch Heinrich, der vorbeischießt. Durch Schüsse von Carciola, MacQueen und Klinge. Doch die Scheibe kriegen sie nicht an Sinisa Martinovic vorbei. Kein Tor in Überzahl. Doch dann, dann fällt der Treffer. Und was ist das für eine Geschichte: Alex Heinrich erzielt es in der 46. Minute. Sein Schuss von der Blauen Linie ist nicht hart, doch er trudelt. Und er trudelt vorbei an Martinovic. Das 2:2. Alles auf Anfang. Doch die Psychologie des Spiels, die spricht nun für die Huskies.

Die Druck machen. Die stürmen. Die Chance haben. Aber auch aufpassen müssen, nicht zu viel zu wollen. So wie in der 51. Minute, als Robin Just frei durch ist. Völlig frei ist vor Keller. Doch Keller hält.

Dann komm die 53. Minute. Bietigheim fängt sich gleich zwei Strafen ein. Und nach 40 Sekunden eine weitere. Sie sind jetzt mit fünf gegen drei. Trainer Rossi nimmt eine Auszeit. Und es fällt! Das Führungstor fällt. Mike Little erzielt es in der 54. Minute. Die Stimmung in der Halle explodiert.

Huskies holen Meisterschaft gegen Bietigheim

Dieses Tor reißt die Huskies-Fans von den Sitzen. Und ihre Mannschaft, die ist nun nicht mehr aufzuhalten. Keine zwei Minuten später sorgt sie für die Entscheidung. Und wie passend ist denn das? Es ist wieder der Kapitän. Es ist Manuel Klinge, der dieses 4:2 erzielt. Der Kasseler Kapitän im Kasseler Team.

Der Rest ist ein einziger Rausch. Dauerhaft erklingt nun das Lied vom Pokal, den wir holen. Mike Little trifft noch einmal. Ins leere Tor (58.). 5:2, der Endstand. Kurz darauf fliegen die Helme, fliegen die Schläger, stürzen die Spieler auf ihren Torhüter Markus Keller. Es ist 21.49 Uhr. Die Huskies sind Meister der DEL 2.

>> Lesen Sie auch: Wie im Rausch zur Sensation: Wie die Huskies Meister wurden

Ticker zum Nachlesen 

Live Blog DEL2-Playoff-Finale: EC Kassel Huskies - Bietigheim Steelers
 

Sie wollen die wichtigsten Nachrichten zu den Kassel Huskies direkt aufs Handy bekommen? Dann melden Sie sich hier für den kostenlosen WhatsApp-Dienst der HNA zu den Schlittenhunden an.

Rubriklistenbild: © Fischer

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.