Aufholjagd wird nicht belohnt

Eishockey-Playoffs: Huskies verlieren in Frankfurt 2:4

Frankfurt. Es bleibt dabei: Die Kassel Huskies können in Frankfurt einfach nicht gewinnen. Nach einer emotionalen und erneut mitreißenden Partie verloren sie am Freitag im vierten Duell der Playoff-Halbfinalserie in der Eishockey-Oberliga bei den Löwen mit 2:4 (0:2, 1:2, 1:1).

Damit kommt es nun am Sonntag (18.30 Uhr) in Kassel zum entscheidenden fünften Spiel um den Einzug ins Finale.

Es war eine Achterbahn der Gefühle für die mehr als 1000 mitgereisten Fans in der ausverkauften Eissporthalle am Ratsweg, ein Duell auf Augenhöhe auf dem Eis, in dem erneut Kleinigkeiten den Unterschied machten.

Wer weiß, welchen Verlauf die Partie genommen hätte, wenn der Auftakt ein anderer gewesen wäre. Hatte es am Samstag fünf Minuten gedauert, bis die Huskies 0:2 hintenlagen, dauerte es gestern gerade einmal 93 Sekunden, bis sie wieder in jener Situation steckten, die sie eigentlich hatten vermeiden wollen.

Zwei Gegentore in den ersten zwei Minuten

Gerade 46 Sekunden waren gespielt, da fuhr der erste Block zum Wechseln an die Bank. Der Puck blieb auf Höhe der Kasseler Bank liegen – ein Geschenk, das sich der Frankfurter Lanny Gare nicht entgehen ließ. Nur 27 Sekunden musste Benny Finkenrath im Kasseler Tor erneut hinter sich greifen, nachdem Norman Martens die Scheibe am kurzen Pfosten zum 0:2 über die Linie gestochert hatte.

Huskies-Trainer Uli Egen reagierte umgehend. Er nahm eine Auszeit und beruhigte sein Team wieder – unter den lautstarken Pfiffen der Löwen-Fans. Die hingegen mussten danach beobachten, dass die Gäste aus Nordhessen nun besser ins Spiel fanden.

Huskies mit einigen Chancen

Sie kombinierten, fanden und nutzten die Räume – einzig, der Puck wollte nicht ins Tor. An mangelden Chancen der Nordhessen aber lag das nicht. Kyle Doyle, und Ales Kreuzer etwa scheiterten in der 10. Minute aus kurzer Distanz am Frankfurter Torhüter Boris Ackers, der erneut den Vorzug vor Danijel Kovacic erhalten hatte. Die Huskies verteidigten clever.

Der Anschlusstreffer, er wäre verdient gewesen. Stattdessen aber kam es für sie knüppeldick. Erst entschärfte Finkenrath gegen Gare, doch beim nächsten Versuch war er chancenlos: Michael Schmerda erhöhte auf 3:0 (26.).

Erst kurz vor Ende des zweiten Drittels, da platzte endlich der Knoten bei den Huskies. Ales Kreuzer zimmerte den Puck rechts oben in den Winkel. 1:3 (40.). Der Anschluss. Der Weckruf. Und plötzlich war auch die Hoffnung wieder da – darauf, dass doch noch was gehen würde hier an diesem Abend.

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In diesem Bewusstsein kommen die Huskies auch aus der Kabine. Sie sind wie ausgewechselt. Nach vorn heiß, torgefährlich. Während hinten Finkenrath für Sicherheit sorgt, spielen sich seine Vorderleute im Drittel der Frankfurter fest. Und sie dürfen jubeln. Michi Christ verkürzt auf 2:3 (53.). Die Löwen schwimmen mächtig.

Die Huskies-Fans sind wieder da. Sie skandieren „Huskies geben niemals auf“. Ihre Mannschaft auf dem Eis tut das auch nicht. Sie kämpft, gibt keinen Puck verloren. Doch der Ausgleich will einfach nicht fallen.

Alles auf eine Karte

Huskies-Trainer Uli Egen setzt erneut alles auf eine Karte. 40 Sekunden vor Schluss nimmt er Finkenrath aus dem Tor, bringt mit Brad Snetsinger den sechsten Feldspieler. Doch noch am eigenen Tor schießt Gare den Puck in Richtung leeres Tor – und der trudelt zum Entsetzen der Huskies ins leere Tor. Das 4:2. Der Schlusspunkt.

Schiedsrichter: Daniels (Gelsenkirchen)

Zuschauer: 6966 (ausverkauft)

Tore: 1:0 (0:46) Gare, 2:0 (1:33) Martens (Schmerda), 3:0 (25:11) Schmerda (Mayr), 3:1 (39:12) Kreuzer (Snetsinger - 5:4), 3:2 (52:08) Christ, 4:2 (59:26) Gare (Fiedler - 5:6)

Strafminuten: Frankfurt 6, Kassel 12

Von Michaela Streuff

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Playoffs: Huskies verlieren 2:4 in Frankfurt

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