Erik Betzold

Ex-Kasseler Eishockey-Spieler gewinnt bei Olympischen Jugendspielen Bronze

Bronze schmeckt gut: Erik Betzold mit seiner Medaille. Foto: privat

Kassel/Lillehammer. Den Adler auf der Brust trägt er nicht alle Tage. Und eine Medaille bei Olympischen Jugend-Spielen, die gewinnt er nur einmal im Leben. Und genau deshalb genießt Erik Betzold, der sechs Jahre lang die Talentschmiede der Eishockey-Jugend Kassel durchlief, in diesen Tagen auch jeden Moment. Denn am Donnerstagabend hat der 16-Jährige genau das geschafft.

Er hat Bronze gewonnen bei den Jugendspielen in Lillehammer/Norwegen. Als Mannschaftssportler in einer Einzeldisziplin, der Skills Challenge. Bei den Jugendspielen stehen neben klassischen Wettbewerben auch Disziplinen auf dem Programm, die es sonst so nicht gibt.

Mit leicht geröteten Wangen, den Stolz ins Gesicht geschrieben – so trat Betzold nach dem Wettbewerb aufs Podium und nahm die Medaille in Empfang. „Dein Name wird aufgerufen. Und dann stehst du da. Das ist ein tolles Gefühl. Das ist etwas Einmaliges. Denn bei den nächsten Spielen 2020 bin ich ja nicht mehr dabei“, sagt der Stürmer, der seit 2014 bei den Kölner Junghaien und mit dem Kasseler Yannik Valenti in der U16-Nationalmannschaft spielt.

Dabei hatte der Wettbewerb alles andere als gut begonnen. In der Endausscheidung, für die sich in zwei Vorentscheiden die acht Besten qualifiziert hatten, stolperte er gleich in der ersten Disziplin schnellste Runde. „Das kann ich eigentlich richtig gut, das war ärgerlich“, sagt er. Auch in der Schusspräzision war im ersten Durchgang Schluss. „Doch ich bin in die Kabine gegangen, habe mich konzentriert.“ Die Deutschen unter den 1000 Zuschauern in der Kristins Hall feuerten ihn an. Bei der Wendigkeit kam er ins Finale. „Das hat mir Mut gemacht.“ Es folgten Schussgeschwindigkeit, Passgenauigkeit und Puck-Kontrolle. Nach der letzten Disziplin war Betzold sich jedoch zunächst nicht sicher, wo er überhaupt gelandet war. Es war alles so knapp. „Der Stadionsprecher hat die Platzierungen ab Platz acht rückwärts vorgelesen. Ich dachte eigentlich, ich wäre Vierter geworden. Als mein Name dann als Dritter aufgerufen wurde, war ich schon verblüfft.“

Es folgte die Medaillenübergabe. Ein kleiner Interview-Marathon in der Mixed-Zone und dann die Glückwünsche aus der Heimat. „Toll, wie viele an mich gedacht haben. Meine Familie, alte Freunde aus Kassel, Mitspieler aus Köln und Mitschüler“, sagt Betzold.

Bis Montag noch bleibt er in Lillehammer. Im Olympischen Dorf teilt er sich ein Drei-Bett-Zimmer mit zwei deutschen Skeleton-Talenten. Angefreundet hat er sich auch mit dem österreichischen Eishockey-spieler Benni. Er schaut Wettbewerbe von Curling bis Eishockey. Trainiert. Nutzt Fortbildungsangebote von Fairplay bis Doping.

Und weil der olympische Appetithappen so gut geschmeckt hat, hat er nun einen neuen Traum: „Mit der Nationalmannschaft an Olympischen Winterspielen teilzunehmen, das wäre etwas ganz Großes.“

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