Schwaches Wochenende der Kasseler

Fragen und Antworten zum Formtief der Huskies: Erstmals fehlt der Einsatz

Was ist los, Jungs? Beim Gastspiel in Heilbronn war Kassels Trainer Rico Rossi erstmals mit dem Einsatzwillen seiner Huskies nicht zufrieden. Archivfoto:  Schachtschneider

Kassel. Auch am Tag danach war Rico Rossi noch enttäuscht. „Das war ein gebrauchtes Wochenende der gesamten Mannschaft“, bilanzierte der Trainer der Huskies nach dem 1:5 gegen Weißwasser und dem noch überraschenderen 3:4 nach Verlängerung in Heilbronn.

Ein Punkt nur statt vorsichtig einkalkulierter sechs – ein Abschneiden, das Fragen aufwirft.

Herr Rossi, was war los beim Schlusslicht in Heilbronn mit den Huskies?

„Nicht viel“, sagt der Coach, „wir haben nicht genug investiert für einen Sieg. Nicht einzelne, sondern alle Spieler. Unser Forechecking war schlecht, wir waren immer einen Tick zu spät dran. Zum ersten Mal in dieser Saison hat es an der richtigen Einstellung gefehlt, wir haben zu wenig Einsatz gezeigt und darum nicht genügend Torchancen herausgespielt.“

Gibt es weitere Erkenntnisse aus Heilbronn?

Ja: Verteidiger Mike Little ist für das Team kaum noch verzichtbar. Seine Dynamik, seine schnelle und präzise Spieleröffnung haben den Huskies gefehlt. Immer wieder hatten sie Probleme, geordnet aus dem eigenen Drittel herauszukommen. Und: Das Angriffsspiel der Kasseler ist sehr auf Torgarant Jamie MacQueen zugeschnitten. Doch läuft es beim Torjäger nicht, dann übernehmen andere zu wenig Verantwortung bzw. lassen Kreativität und Flexibilität vermissen.

Wie oft hat es solche Wochenenden schon gegeben?

Nur an zwei Wochenenden sind die Huskies komplett leer ausgegangen: Beim Saisonstart gegen Frankfurt (1:3) und in Ravensburg (4:6) sowie am 30. Oktober und 1. November in Dresden (2:5) und gegen Bremerhaven (2:5). Dem entgegen stehen aber fünf Sechs-Punkte-Wochenenden.

Müssen sich die Fans Sorgen machen, dass die Huskies in eine Krise steuern?

„Nein“, ist Rossi sicher, „die Jungs haben noch nie drei oder vier Spiele am Stück verloren. Wir werden jetzt im Training intensiv an der Konsequenz und der Zielstrebigkeit arbeiten, dann werden wir schon einen Weg finden, die Spiele wieder zu gewinnen.“

Wie geht es nun weiter für die Kasseler?

Am Freitag in Bad Nauheim (19.30 Uhr) und am Sonntag gegen Dresden (17 Uhr) spielen die Huskies gegen Teams, die um Rang sechs kämpfen und damit den direkten Viertelfinaleinzug. Aber: Gegen beide Rivalen wurde bisher nur eines von jeweils drei Duellen gewonnen.

Wird dann Markus Keller wieder fit sein?

Am Wochenende stand Florian Proske im Tor. Das war so geplant, damit er Spielpraxis erhält. Keller war zudem angeschlagen durch eine Entzündung an einem Finger. Aber er ist fit, wird am heutigen Dienstag wieder ins Training einsteigen. Rossi sagt: „Florian hat in Heilbronn super gehalten, wir hätten auch höher verlieren können.“

Wie hat Rossi die Geisterkulisse in Heilbronn erlebt mit nur 954 stillen Zuschauern?

„Ich habe dort in neun Jahren als Manager und Trainer alles erlebt. Die Situation ist auch für die Fans nicht leicht, aber das hilft den Jungs nicht. Man sieht, dass die Spieler alles geben, der Trainer und der Manager auch. Keiner geht aufs Eis und denkt, mir ist alles scheißegal hier.“

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