Schock vor dem ersten Endspiel

Fragen und Antworten: Huskies gegen Ravensburg um Rang drei

Ausgebremst: Ein Innenbandriss bedeutet für Michi Christ zunächst das Aus. Archivfoto:  Schachtschneider

Kassel. Nein, es war nicht Jean-Michel Daoust, wie von den Schiedsrichtern ausgewiesen, sondern Jamie MacQueen: 48 Sekunden vor dem Ende der Verlängerung erzielte der Topscorer am Sonntag mit seinem 35.

Saisontor den Siegtreffer zum 4:3 der Huskies in Rosenheim. Ein Tor, das den Kasseler Puckjägern nun den Heimvorteil im Playoff-Viertelfinale der zweiten Eishockey-Liga ab 11. März beschert. Zuvor aber gibt’s zum Hauptrunden-Abschluss am heutigen Dienstag um 19.30 Uhr noch ein Endspiel um Rang drei gegen die Ravensburg Towerstars. Fragen und Antworten zur Lage:

Den drohenden Absturz auf Rang fünf vermieden, da ist doch alles im Lot bei den Huskies nach dem Sonntag-Sieg? 

Von wegen! Denn es gibt schlechte Nachrichten: Stürmer Michi Christ wird ausfallen, vielleicht sogar bis zum Saisonende. Ein Innenbandschaden bremst den Kasseler Rackerer aus. „Mir ist am Freitag an der Bande ein Crimmitschauer mit dem Hintern gegen das Knie gestürzt, seitdem ist die Bewegung eingeschränkt“, berichtete Christ.

Christ hat schon in Rosenheim gefehlt. Wer hat da die Kohlen aus dem Feuer geholt? 

Nachdem die Huskies einmal mehr im ersten Drittel nicht auf die Beine kamen, wendeten Carter Proft und Daoust mit zwei Überzahl-Toren sowie Lennart Palausch zum 3:2 das Blatt. MacQueen machte den Sieg perfekt, allerdings wetterte Rosenheims Trainer Franz Steer, dass Torwart Herden den Puck in dieser Situation mit der Stockhand gesichert hatte, der Treffer nicht hätte zählen dürfen.

Mann des Tages aber war Markus Keller. „Er hat fantastisch gehalten“, lobte Trainer Rico Rossi. „Mit einer solchen Torwartleistung können wir in den Playoffs ganz weit kommen. Markus hat aus unserer Sicht das Potenzial, bester Keeper in der Liga zu sein.“

Nun also geht’s heute gegen die Ravensburger, die am Sonntag in Crimmitschau nach 1:4-Rückstand und sieben Toren in 16 Minuten noch 10:6 gewannen. Ein Punkt nur trennt die Rivalen, das Torkonto ist sogar identisch. Ein Endspiel und viel Druck für die Huskies? 

„Mit Druck leben wir Sportler seit unserer Kindheit“, sagt Rossi. „Nein, die Situation ist doch fantastisch. Wir alle lieben solche Spiele. Nur verlieren will sie niemand.“ Das Entscheidende ist: „Wir wollen Dritter werden, wir müssen nicht.“ Schade sei, dass nach den Ausfällen von Justin Kirsch und nun auch Michi Christ nur noch elf Stürmer zur Verfügung stehen und es keine komplette vierte Reihe mehr gibt. Rossi: „Mit Michi fehlt ein ganz wichtiger Rollenspieler, der jeden Gegner neutralisieren kann. Und wie gut Justin uns verstärkt hat, das ist uns allen doch erst bewusst geworden, seit er fehlt.“

Wie also ist die Vorgabe für dieses Endspiel, wer kann der Viertelfinal-Gegner sein? 

Taktieren und ein Platzpoker mit Blick auf die Playoffs machen keinen Sinn. Null. Es sei denn, es geht mal wieder das Licht in der Halle aus und die Huskies wissen in den letzten Minuten vom Ausgang der anderen Spiele. Im ernst: Frankfurt, Bad Nauheim und Dresden – sie alle können in jeder Reihenfolge noch die Plätze fünf, sechs und sieben belegen. Bei Punktgleichheit entscheidet die Tordifferenz!

Haben denn die Kasseler einen Wunschgegner? 

Natürlich nicht, sagen sie. Aber: Niemand kann sich die unberechenbaren Frankfurter schon im Viertelfinale zum Gegner wünschen. Dresden hat zwölf der letzten 16 Spiele gewonnen. Und die Nauheimer gingen zwar in sechs der letzten neun Spiele als Verlierer vom Eis, haben aber drei von vier Saisonduellen gegen Kassel gewonnen.

Wie ist die weitere Situation in der Liga? 

Bietigheim ist Platz eins auch dank +14 in der Tordifferenz vor Bremerhaven sicher. In Kassel geht’s um Platz drei, aus dem Trio Frankfurt - Nauheim - Dresden rutscht ein Team ab in die Preplayoffs. Dort sind Rosenheim, Riessersee und Crimmitschau sicher. Die Duelle der Abstiegsrunde sind klar: Weißwasser - Heilbronn, Kaufbeuren - Freiburg.

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