Hamburger Eishockey-Team beantragt keine neue Lizenz

Freezers ziehen zurück:  DEL ist für Huskies kein Thema - Nachrücker Bremerhaven?

Logo der Hamburg Freezers

Kassel. Die Hamburg Freezers werden nach derzeitigem Stand keine Lizenz für die neue Saison in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) beantragen.

Olympia abgelehnt, die HSV-Handballer insolvent und jetzt auch noch ein plötzlicher K.o. für die Hamburg Freezers - nach dem dritten Schock binnen eines halben Jahres liegt die selbsternannte Sportstadt Hamburg in Trümmern. Völlig überraschend kündigte die Anschutz Entertainment Group (AEG) als Freezers-Eigentümer am Mittwoch an, keine neue Lizenz für die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) zu beantragen.

„Wir haben seit 2011 gewissenhaft daran gearbeitet, einen Partner zu finden, der die Freezers übernimmt - leider bis zum heutigen Tag erfolglos“, begründete AEG-Boss Tom Miserendino den unerwarteten Beschluss. Das Unternehmen behält die Berliner Eisbären, will aber keinen zweiten Klub in der DEL mehr betreiben. Miserendino kühl: „Wir haben uns für das erfolgreichere Team entschieden. Mit den Freezers haben wir leider nie wirklich Geld verdient.“

Der Rückzug des vor 14 Jahren nach der Pleite in München in die Hansestadt verpflanzten Teams zieht Kreise weit über die norddeutsche Metropole hinaus. „Für die Region ist es eine Katastrophe, für das deutsche Eishockey ein herber Schlag“, sagte Franz Reindl, Präsident des Deutschen Eishockey-Bundes. Und nur ein winziges Hintertürchen steht noch offen für die Beschäftigten um Sportdirektor Stéphane Richer, den Ex-Kasseler: Sollte die Anschutz-Gruppe bis zum 24. Mai doch noch einen Käufer finden, könnte doch noch für die Saison 16/2017 gemeldet werden.

„Es bleibt ein Funken Hoffnung, auch wenn es in der Kürze der Zeit schwierig ist“, sagte DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke, den die AEG-Meldung „absolut aus heiterem Himmel“ getroffen hatte. Gleiches gilt für Freezers-Kapitän Christoph Schubert, der aber noch nicht aufgibt. „Sportstadt Hamburg, wir brauchen Hilfe. Ich bin geschockt, das kann es nicht gewesen sein“, twitterte der langjährige Stammspieler.

Nachrücker Bremerhaven?

Wer die frei werdende DEL-Lizenz übernehmen könnte, ist noch unklar. Für die Kassel Huskies als aktueller Zweitliga-Meister stellt sich die Frage eines Nachrückens derzeit nicht: „Wir haben eben erst von dem Hamburger Rückzug erfahren, aber die DEL ist für uns zu diesem Zeitpunkt kein Thema“, erklärte Manager Joe Gibbs. Natürlich werde man prüfen, ob sich ein Aufstieg realisieren lasse. „Grundsätzlich aber planen wir die nächsten Saison weiterhin in der zweiten Liga“, so Gibbs. Er werde am Fünfjahresplan festhalten und nicht jetzt „mit unüberschaubarem finanziellem Risiko den Eishockeystandort Kassel ohne Not in Gefahr bringen“.

Als einziges Teams haben erneut nur die Fischtown Pinguins (und auch nicht Frankfurt) ihre kaufmännische DEL-Bewerbung eingereicht. Sollte Bremerhaven tatsächlich nachrücken, dann könnte Absteiger Heilbronn in der DEL2 verbleiben.

Hintergrund: Personalien nächste Woche

Gerüchte über Gerüchte, aber noch immer keine Fakten: Die Fans der Kassel Huskies warten in diesen Tagen vergeblich auf positive Nachrichten über Vertragsabschlüsse von alten und neuen Spielern beim Meister der zweiten Eishockey-Liga. „Wir arbeiten fleißig daran, unsere Hausaufgaben zu erledigen“, erklärte Manager Joe Gibbs am Mittwoch vor dem Freezers-Rückzug und kündigte positive Meldungen für die nächste Woche an. Priorität habe dabei die Vertragsverlängerung der Kasseler Jungs Manuel Klinge, Alex Heinrich und Michi Christ.

Hintergrund sei, so Gibbs, dass die Huskies-Verantwortlichen derzeit viel Arbeit mit den Lizenzunterlagen haben. Für die DEL? Für die DEL2? Zum anderen seien die meisten Spieler zunächst in Urlaub gewesen. Trainer Rico Rossi weilt derzeit in Toronto bei der Familie. (sid/dpa/sam)

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