Was passiert ohne Keller?

Vor dem Freiburg-Spiel: Der Poker bei der Torwartfrage

Was, wenn Markus Keller (links) im Huskies-Tor ausfällt? Florian Proske (rechts) ist der erste Vertreter – wenn er nicht für Mannheim spielen muss. Foto: Schachtschneider

Kassel. 21 Punkte noch können die Huskies in den letzten sieben Spielen der Hauptrunde der zweiten Eishockey-Liga ergattern.

Am Wochenende soll auf dem Weg zur direkten Viertelfinal-Qualifikation mit mindestens Rang sechs ein Sechserpack her, denn die Kasseler treten am heutigen Freitag bei den Wölfen in Freiburg (19.30 Uhr, Zwischenstände auf Kassel-Live) ebenso als Favoriten an wie im Heimspiel am Sonntag um 17 Uhr gegen die Lausitzer Füchse aus Weißwasser.

Drei Wochen vor dem Start der ersten K.o-Runde aber beschäftigt nach dem Kaufbeurer Eigentor vom Mittwoch vor allem ein Thema die Huskies-Fans: Die Torwart-Situation. Insgesamt sieben Schlussleute hat der Klub in dieser Saison lizensiert, doch nur Markus Keller spielt auf ähnlich hohem Niveau wie Mika Järvinen und Jeff Frazee vor einem Jahr.

Einzelne Fans werfen Trainer Rico Rossi und Manager Joe Gibbs in den Internetforen missglückten Personalpoker vor und fragen: Die Meldefrist ist abgelaufen, Neuverpflichtungen sind nicht mehr möglich – aber was passiert, wenn Keller in den Playoffs ausfällt und einer der beiden Förderlizenzler ran muss?

Ihr Ansatz: Weder Florian Proske (19) noch Jimmy Hertel (24) sind stark genug. Hertel hatte am Dienstag beim 4:5 gegen Kaufbeuren wenig Sicherheit ausgestrahlt. Rossi wie Gibbs wussten im Sommer um das Risiko, auf einen zweiten bewährten Keeper zu verzichten. Aber sie sind es eingegangen – aus wirtschaftlichen Gründen, aber auch um – wie so oft gefordert – deutschen Talenten eine Chance zu geben. Trainer Rossi sagt also: „Jede Personalplanung birgt Risiken. Und was wäre, wenn wir einen ausländischen Stand-by-Torwart einsetzen müssten? Es müssten zwei von unseren fünf Import-Feldspielern draußen bleiben. Ich glaube nicht, dass wir dann stärker wären.“

Rossi vertraut dem sehr ruhigen Jimmy Hertel und dem flinken, aber bisweiligen zappeligen Florian Proske, der nach der Mannheimer Verpflichtung von Ray Emery nun wieder für die Huskies da ist. Er sagt: „Proske hat in den Playdowns der vergangenen Saison Heilbronn vor dem Abstieg bewahrt und dabei großem Druck standgehalten. Bei uns hat er hinter Markus Keller deutlich weniger Spielpraxis, das macht es für ihn nun schwieriger.“

Hertel indes kommt als Nummer eins bei Oberligist Hannover Scorpions zu vielen Einsätzen. Über ihn sagt Rossi: „Jimmy hat großes Potenzial, das hat er bei unserem Punktgewinn in Bremerhaven bewiesen.“ Am 5. Januar, als die Huskies nach Penaltyschießen 3:4 unterlagen.

Angesichts eines Restrisikos, dass Mannheim doch noch Proske als Notnagel anfordern könnte, soll Hertel nun auf den letzten Drücker auf jeden Fall noch die fehlenden 175 Spielminuten bekommen, um in den Playoffs für Kassel antreten zu dürfen. Gegen Weißwasser, Crimmitschau und Ravensburg also wird wohl Hertel wieder im Kasseler Kasten stehen.

Derweil kann Markus Keller („Flo ist ein schneller Mann, Jimmy ein Ruhepol“) den Akku aufladen für die Playoffs. Er sagt: „Die Jungs sind total ehrgeizig, ich traue ihnen alles zu.“

Sie wollen die wichtigsten Nachrichten zu den Kassel Huskies direkt aufs Handy bekommen? Dann melden Sie sich hier für den kostenlosen WhatsApp-Dienst der HNA zu den Schlittenhunden an.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.