Teamgeist, Playoffmonster und starke Kasseler Jungs

Geschlossen zum Titel: Was die Huskies so meisterlich macht

Sie sind Meister der Saison 2015/16 in der DEL 2: Die Kassel Huskies jubeln mit dem Pokal in der Mitte. Foto: Schachtschneider

Kassel. Auch das vierte Spiel, dieser berauschende Sweep zum Titel, war ein Kraftakt. Bevor am Freitagabend in Kassels Eishalle alle Dämme, lieferten Nordhessens Eishockeyspieler noch einmal einen denkwürdigen Auftritt.

Sie liefen einem 0:2 hinterher, sie kämpften sich mehr in die Partie, als dass sie sich hineinspielten – bevor sie dann ein berauschend furioses Schlussdrittel zeigten. Das 5:2 gegen die Bietigheim Steelers unterstrich noch einmal alles, was die Mannschaft von Trainer Rico Rossi in diesen Playoffs so meisterlich machte:

KAMPFKRAFT UND STÄRKE

Ja klar, Huskies geben halt niemals auf. Selten galt das so sehr wie in dieser Saison – und in den Playoffs. So war auch der schnelle 0:2-Rückstand am Freitag natürlich nicht das Ende der Träume vom schnellen vierten Sieg. Die Huskies, sie schwammen, aber sie kamen zurück in einem furiosen dritten Drittel. Nachdem Mike Little das 3:2 erzielte hatte, gab es kein Halten mehr für diese Huskies. Das 4:0 im Schlussdurchgang zeigt so noch einmal: Zur unermüdlichen Kampfkraft kam eine unglaubliche physische und konditionelle Stärke. Nur bei den beiden Niederlagen in Ravensburg verlor Kassel die beiden letzten Drittel. Ansonsten waren sie dem Gegner kräftemäßig stets überlegen.

EINZELKÖNNER UND TEAMGEIST 

Wenn es ernst wird in der Saison, dann sind sie gefragt: die Spieler, die den ehrfürchtigen Beinamen „Playoffmonster“ bekommen. Die Huskies hatten Jamie MacQueen, das Tormonster. Markus Keller, das Krakenmonster im Tor. Braden Pimm, das Dribbelmonster. Austin Wycisk, das Unterzahlmonster. Und, und, und. Doch vor allem: Sie hatten ein Team!

Dieses Team war das eigentliche Playoffmonster. Weil auf jeden Einzelnen Verlass war. Weil immer wieder ein anderer da war, der die Verantwortung übernahm. Weil es unglaubliche 16 verschiedene Torschützen gab. Am Freitag leistete sich Keller seinen ersten und einzigen Patzer. MacQueen und Pimm trafen mal nicht. Ja und? Dann machten es eben andere. Daoust spielte nicht? Nicht so schlimm: Carnevale sprang ja in die Bresche. Am Ende blieb so: Sie gingen geschlossen zum Titel.

DISZIPLIN UND GESUNDHEIT 

Weg von der Strafbank – das war die Maxime, die Rico Rossi vor allem in den Playoffs predigte. Und seine Mannschaft hielt sich daran. Legte gegen provozierende Frankfurter und Ravensburger eine erstaunliche Coolness an den Tag und damit den Grundstein fürs Weiterkommen. Zeugnis der Disziplin: Jean-Michel Daoust war der Einzige, der zwei große Strafen kassierte und im vierten Finalspiel pausieren musste. Und ausgerechnet in diesem Spiel offenbarte sich noch einmal, wie wichtig der Faktor Disziplin war: Im Schlussabschnitt kassieren die Bietigheimer gleich drei Zwei-Minuten-Strafen am Stück – und die Huskies nutzten eine davon zum richtungsweisenden 3:2.

Klar, auch die Huskies sind nicht ohne Ausfälle durch die Playoffs gekommen: Lennart Palausch und Eric Stephan fielen verletzt aus. Doch anders als bei den Bietigheimern waren die Kasseler Führungsspieler fit bis zum Schluss.

KASSEL UND KANADA 

Fünf Nordamerikaner im Team – und alle erwiesen sich als Glücksgriffe. Bezeichnend: In den Playoffs waren die drei erfolgreichsten Scorer Kanadier: MacQueen, Pimm und Daoust.

Valenti verlässt die Kassel Huskies

Doch welche Meistermannschaft im Profi-Eishockey kann schon von sich behaupten, vier Eigengewächse plus einen Quasi-Einheimischen im Team zu haben? Denn es waren vor allen die Kasseler Jungs, die überragend auftraten: Manuel Klinge, das Kapitänsmonster. Der Leitwolf, der in den entscheidenden Momenten da war. Alex Heinrich, der in den Playoffs so gut wie nie zuvor war. Michi Christ, der nach überstandener Verletzung gerade im rechten Moment zurückkam, als andere ausfielen. Adriano Carciola, der in den Playoffs zur Topform fand. Und Sven Valenti – der jede ihm zugedachte Rolle souverän ausfüllte und sich nun als Meister verabschiedet.

So wurden die Huskies Meister:

Stimmen zum Sieg:

Lesen Sie dazu auch:

- Der Triumph der Huskies: Protokoll vom Spiel um die Meisterschaft

-Kommentar: Wie im Rausch zur Sensation: Als die Huskies Meister wurden

-Meister! Kassel Huskies stürmen gegen Bietigheim zum Titel

-Meisterfeier der Huskies - Partynacht der Selfies

- Video: So gewannen die Huskies die Meisterschaft

- Autokorso und Feier: Huskies werden Montag im Rathaus empfangen

- „Der beste Abschluss meiner Karriere“ - Husky Valenti macht nach 602 Spielen Schluss

- Als die Huskies Meister wurden: Minuten fürs Geschichtsbuch

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.