Sport, Finanzen und Kritik

Interview mit Huskies-Manager Gibbs: „Wir wollen besser werden“

Der Blick ist getrübt: Durch zahlreiche Plexiglasscheiben in der Eissporthalle sehen die Fans nicht mehr viel. 2 Fotos:  Schachtschneider

Kassel. 16 von 52 Spielen in der DEL2 sind absolviert. Am Freitag um 19.30 Uhr geht’s weiter für die Kassel Huskies. Zeit für eine Zwischenbilanz und einen Ausblick mit Manager Joe Gibbs.

Herr Gibbs, die Huskies sind Fünfter in der Rangliste. Sportlich alles klar also?

Joe Gibbs: Ja, wir sind ganz zufrieden. Natürlich hätten wir mehr Punkte haben können. Aber mit vielen neuen Spielern und einer jungen Mannschaft, die immer alles gibt, sind wir auf einem guten Weg.

Was hat Ihnen im ersten Saisondrittel gut gefallen?

Gibbs: Die Kameradschaft. Die Jungs sind eine tolle Truppe, in der einer für den anderen da ist. Es geht auch im zweiten Jahr mit den Huskies vorwärts, nicht rückwärts.

Wo Licht ist, da ist auch Schatten: Wo hapert es noch?

Gibbs: Am Defensivspiel insgesamt. Torwart, Verteidiger, Stürmer – alle zusammen müssen sie in allen Spielfeld-Zonen kompakter werden, mehr Verantwortung und Biss zeigen.

In Unterzahl sind die Huskies klasse, das Überzahlspiel aber ist erneut nicht prall. Bei vier gegen drei wirkte das Team hilflos. Warum ist Powerplay ein Problem?

Joe Gibbs

Gibbs: Ein Problem? Nein, ist es nicht. Die Statistik lügt nicht, und da sind wir mit 18 Prozent Erfolgsquote besser als vor einem Jahr. Das Powerplay wird viel trainiert, natürlich haben wir einen Plan. Aber es gibt auch immer einen Gegner, und der stellt sich manchmal sehr gut auf unser Spiel ein.

Die Prügelszenen im letzten Spiel gegen Bremerhaven haben am guten Ruf der Huskies gekratzt. Wie wird das Auftreten von Mannschaft und Trainer von Ihnen bewertet, gibt es gar Sanktionen vom Klub?

Gibbs: Nein, diese Geschichte hat unseren guten Ruf nicht beschädigt. Im Gegenteil: Wir haben uns nur verteidigt. Videos zeigen, dass unsere Leute provoziert wurden von Bremerhaven, Trainer Doucet hatte seine Mannschaft nicht im Griff.

Was ist Stand der Dinge – welche Strafen verhängt die DEL2-Führung gegen Kasseler?

Gibbs: Keine Ahnung. Ich erwarte die Entscheidungen noch vor dem Freitagspiel.

Gibt es Bestrebungen, das Verhältnis zu den Bremerhavenern wieder zu normalisieren vor dem nächsten Duell?

Gibbs: Derzeit gibt es keinen Kontakt, aber ich bin für alles offen. Wir sind als Klubs auch Partner in der Liga, und da gefallen Bilder in den Medien von solchen Prügelszenen keinem.

Was sind sportlich die nächsten Ziele, sind personelle Änderungen vorgesehen?

Gibbs: Zunächst einmal hoffen wir auf ein Eishockey-Fest am Freitag gegen Frankfurt und einen Sieg. 4000 Karten sind schon verkauft. Die Mannschaft soll selbstbewusster auftreten, defensiv stabiler und cleverer. Wir hoffen, dass Lennart Palausch bald aus Mannheim wieder zurückkehrt. Und natürlich haben wir wie immer die Augen offen, wo wir das Team personell stärken können. Konkret ist aber nichts.

Wie sieht es wirtschaftlich aus? Am Freitag steht schon das zweite Derby gegen Frankfurt an und so vielleicht schon der letzte große Zahltag.

 

Gibbs: Gut sieht es aus, wir arbeiten solide und seriös daran, unsere wirtschaftliche Basis weiter zu stärken. Der Zuschauerschnitt von 3148 mit Rang drei in der Liga ist okay, die Sponsoren helfen uns nach Kräften, und beim Merchandising haben wir einen großen Schritt nach vorn gemacht.

Drastische Preiserhöhungen zum Beispiel bei Brezeln von 1,50 auf 2 Euro, bei Cola auf 3,50 verärgern Fans. Dem entgegen stehen defekte, oft unzureichend gesäuberte Sanitäranlagen, blinde Plexiglasscheiben auf den Banden und Stützpfeiler, die ebenfalls die Sicht behindern. Wann gibt es Besserung?

Der Blick ist getrübt: Durch zahlreiche Plexiglasscheiben in der Eissporthalle sehen die Fans nicht mehr viel. 2 Fotos:  Schachtschneider

Gibbs: Seit Mai 2014 haben Kimms als Besitzer viel investiert in die Halle, sonst gäbe es kein Eishockey mehr. Manches sieht der Fan, vieles nicht. Wir wollen in allen Bereichen besser werden, auch hier. Aber alles geht nur Schritt für Schritt. In diesem Sommer wurden die Eismaschine modernisiert und die Soundanlage, fünf Kilometer neue Kabel wurden verlegt. An den Pfeilern kann niemand etwas ändern, die Scheiben werden wir uns ansehen und austauschen, wenn nötig.

Die Einführung des Mindestlohns und einige Preissteigerungen machen es uns nicht leichter. Aber: Wir wollen und müssen kostendeckend wirtschaften, damit das Eishockey in Kassel nicht wieder an die Wand fährt.

Wie sieht es aus mit Rabattpaketen bei den Eintrittskarten?

Gibbs: Die Familienticket-Aktion mit der HNA war ein großer Erfolg und ermutigt uns. Wir arbeiten an diesem Thema, wollen mehr auf die Beine stellen – auch mit Partnern. Auch da sind wir immer offen für Anregungen und Kritik.

Viele Auswärtsspiele der Huskies können die Fans per Internet bei Sprade-TV verfolgen. Warum gibt es keine Bilder aus der Kasseler Halle?

Gibbs: Weil die technische Ausstattung eine stabile Internetübertragung aus der Halle nicht zulässt. Und bevor wir uns mit Abstürzen blamieren, lassen wir die Finger davon.

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